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  #41 (permalink)  
Old 04-07-2007, 10:07 AM
Junior Member
 
Join Date: Mar 2007
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Hallo, ich als schiffstechnischer Laie habe einige Fragen zum Untergang der Sea Diamond, für die ich selbst keine Antwort finde.

Als ich gehört habe, dass das Schiff am anderen Morgen nach der Havarie gesunken ist, diese Nachrichtenmeldung hat mich total überrascht. Denn nach den ersten Fernsehbildern und den dazugehörenden Meldungen zu schliessen konnte man annehmen, das Schiff hätte "nur" einen leichten "Streifschuss" durch die Felsberührung abbekommen, der nicht so schlimm enden würde. Die Mannschaft hätte ja auch die Schotten verschliessen können.

Was mir nicht klar ist, wenn ich annehme, dass das Leck ziemlich weit unten im Schiffskörper war und eben diese Schotten darüber geschlossen waren, warum konnte das Wasser trotzdem in die höheren Stockwerke gelangen? Und warum hat man nicht versucht, das eindringende Wasser abzupumpen, z.B. mit Pumpen von anderen Schiffen aus, und gleichzeitig die Sea Diamond in ein Dock geschleppt?

Es dauerte ja doch gut 15 Stunden vom Unfall bis zum definitiven Untergang. Mit Wasser abpumpen hätte man doch viel zusätzliche Zeit gehabt, um das Schiff in ein Dock oder wenigstens in eine seichtere Gegend hätte schleppen können? Immerhin lag die Sea Diamond nicht mitten im riesigen Atlantik, sondern in der kleinen Ägäis, wo unzählige Inseln und helfende Schiffe vorhanden wären.

Hätte man das Schiff nicht retten können, wie seht Ihr das?

Schöne Grüsse
Caval-Canti
  #42 (permalink)  
Old 04-07-2007, 10:22 AM
Senior Member
 
Join Date: Feb 2006
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Hallo Caval-Canti!

Als Nicht-Fachmann ein paar Gedanken von mir:
- laut Forum handelte es sich um einen 20 Meter langen Riß. Ob man sowas "abdichten" oder das Eindringen von Wasser durch Verschließen der Schotten oder Abpumpen verhindern hätte können, halte ich für mehr als fraglich.
- das Schiff hatte eine enorme Schlagseite. Wer weiß, wo sonst noch Wasser eingedrungen ist.
- Santorin ist nichts als ein landschaftlich schöner (wer "Mondlandschaften" schätzt) aber höchst unwirtlicher, schroffer Felsen mitten im Meer. Da gibt es nur Steilküsten, die tief ins Meer abfallen. Von einem nahegelegenen Dock weiß ich nichts. Im Extremfall wäre sie an der Schlepptrosse gesunken.
Daß jede Menge Schiffe in der Nähe waren, ist schon richtig. Trotzdem war es nicht möglich, sie zu stabilisieren und vom Sinken zu bewahren.

LG

Wurxel
  #43 (permalink)  
Old 04-07-2007, 12:24 PM
Senior Member
 
Join Date: Feb 2006
Location: Austria
Posts: 839
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Interessanter Artikel zum Unglückshergang:
http://orf.at/070407-11029/index.html
  #44 (permalink)  
Old 04-07-2007, 02:02 PM
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Join Date: May 2005
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Posts: 1,398
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Hallo Caval-Canti,

ein paar Erklärungen bzw. Gedanken habe ich schon zu deinem Beitrag.

quote:
Originally posted by Caval-Canti:
leichten "Streifschuss" durch die Felsberührung abbekommen, der nicht so schlimm enden würde. Die Mannschaft hätte ja auch die Schotten verschliessen können.

Was mir nicht klar ist, wenn ich annehme, dass das Leck ziemlich weit unten im Schiffskörper war und eben diese Schotten darüber geschlossen waren, warum konnte das Wasser trotzdem in die höheren Stockwerke gelangen?

hätte man doch viel zusätzliche Zeit gehabt, um das Schiff in ein Dock oder wenigstens in eine seichtere Gegend hätte schleppen können?

Hätte man das Schiff nicht retten können, wie seht Ihr das?


Nun, zunächst mal hat die Mannschaft sofort nach der Kollision die Schotten verschlossen. Hätten sie es nicht getan, hätte sich die "Sea Diamond" bei einem 20 Meter langen Leck unmöglich noch 15 Stunden über Wasser gehalten, sondern wäre vermutlich sehr schnell gesunken.

Und selbst wenn alle wasserdichten Abteilungen verschlossen sind, verträgt ein Schiff nur eine bestimmte Maximalmenge an gefluteten Abteilungen. Sind es zu viele (was hier der Fall war), zieht das Gewicht der gefluteten Abteilungen das Schiff unweigerlich unter Wasser, manchmal schneller, als die Lenzpumpen die leckgeschlagenen Abteilungen leerpumpen können. Und dann dringt das Wasser früher oder später auch durch andere Öffnungen wie Luken oder zerborstene Fenster ins Schiffsinnere und beschleunigt den Sinkvorgang.

Möglicherweise ist es denkbar, dass man das Schiff noch an eine seichtere Stelle der Caldera von Santorin hätte schleppen können. Doch dort wäre sie mit Sicherheit auch mit dem Kiel auf den (niedrigen) Grund abgesunken, denn die Beschädigung war viel zu schwer, auch wenn sie so, streng genommen, nicht "untergegangen" wäre. Doch es wäre auch in diesem Fall irreparabel gewesen. Vor allem auch wirtschaftlich, in Anbetracht von Alter und Wert des Schiffes, aber vor allem aufgrund der erheblichen (letztendlich "tödlichen") Schwere der Beschädigung. Ein Versicherungsfall, der nur noch zu verschrotten gewesen wäre (man vergleiche das mal mit der damals nagelneuen "Pride of America", die in Bremerhaven auch auf den Grund abgesunken war, und deren Rettung wirtschaftlich und technisch auch sehr fraglich war, obwohl sie kein Leck hatte).

Also wie du siehst, ich bin aufgrund der bislang mir bekannten Infos der Meinung, das die Sea Diamond nach der Havarie nicht mehr zu retten war, so oder so.

Eine ganz andere Frage ist die Verantwortung der Besatzung für das Unglück. Auch wenn sie nach der Havarie alles richtig gemacht haben mögen, "Meeresströmungen" für das Unglück verantwortlich machen zu wollen, halte ich, mit Verlaub, für lächerlich. Will aber an dieser Stelle nicht weiterspekulieren.

Viele Grüsse, Andreas
  #45 (permalink)  
Old 04-07-2007, 02:30 PM
Raoul Fiebig's Avatar
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Join Date: Jun 2002
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Hallo Caval-Canti,

auf einer E-Mail-Liste postete ein Mitarbeiter der US-Küstenwache, der u.a. (gemeinsam mit Kollegen vom NTSB) für Unfalluntersuchungen verantwortlich ist.

Seiner Meinung nach ist im Fall der "Sea Diamond" genau das passiert, was bei anderen ähnlichen Unglücken in den letzten Jahren (er nannte als Beispiel die "Monarch of the Seas" / St. Maarten) vermutlich am Ende auch passiert wäre. Der Unterschied sei seiner Meinung nach, daß es auf Santorin keine Möglichkeit gegeben habe, die "Sea Diamond" nach der Havarie auf eine seichte Sandbank oder einen Sandstrand zu setzen, was seiner Aussage zufolge die "Monarch of the Seas" gerettet habe.

Auch sei das vor dem Sinken erfolgte Kentern typisch für moderne Schiffe. Sie gingen aufgrund ihres im Vergleich zu älteren Linern sehr hohen Schwerpunktes nahezu ausnahmslos auf diese Weise unter.
__________________
Best regards,

Raoul Fiebig

  #46 (permalink)  
Old 04-07-2007, 02:31 PM
Raoul Fiebig's Avatar
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Join Date: Jun 2002
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Hallo allerseits,

bei Spiegel Online gibt es noch einige interessante Meldungen zum Thema:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,476148,00.html
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,476116,00.html
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,476086,00.html
__________________
Best regards,

Raoul Fiebig

  #47 (permalink)  
Old 04-08-2007, 12:00 AM
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Join Date: May 2005
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Hallo Raoul,

quote:
Originally posted by Raoul Fiebig:
Der Unterschied sei seiner Meinung nach, daß es auf Santorin keine Möglichkeit gegeben habe, die "Sea Diamond" nach der Havarie auf eine seichte Sandbank oder einen Sandstrand zu setzen, was seiner Aussage zufolge die "Monarch of the Seas" gerettet habe.


Man hätte versuchen können, die Sea Diamond an der Küste der kleinen Insel "Nea Kameni" in der Mitte der Caldera auf Grund zu setzen, dort fällt die Küstenlinie längst nicht so steil ab, und sie verfügt meinen Infos nach über einige Geröllstrände. Trotzdem fraglich, ob das funktioniert hätte. Und wie gesagt, es hätte sich vermutlich auch (bei einem 20 Meter langen Leck) nicht mehr gelohnt.

"**** happens"

Viele Ostergrüsse,

Andreas
  #48 (permalink)  
Old 04-10-2007, 07:36 AM
Junior Member
 
Join Date: Nov 2006
Posts: 18
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Hallo alle zusammen.

Bin gerade von der Kreuzfahrt mit der AEGEAN II zurück und habe die Havarie live und in Farbe mitbekommen.

Hier ist mein Bericht mit Fotos.

http://liners.gmxhome.de/sea_diamond.htm

MfG
Michael Hipler
Bochum
  #49 (permalink)  
Old 04-10-2007, 07:48 AM
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Join Date: Jan 2004
Location: Schweinfurt / Unterfranken
Posts: 902
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Hallo ITALIS,

vielen Dank für den aufschlussreichen Augenzeugenbericht und die interessanten Fotos!

Viele Grüße!
Stefan
__________________


* Splendour of the Seas (2001) * Olympia Voyager (2002) * Golden Princess (2003) * Costa Classica (2004) * Costa Fortuna (2006) * MSC Musica (2006) * Millennium (2007) * Legend of the Seas (2008) * Marco Polo (2008) * Celebriy Summit (2009) * Azamara Quest (2009) * Costa Atlantica (2010) *
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  #50 (permalink)  
Old 04-10-2007, 08:29 AM
Raoul Fiebig's Avatar
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Join Date: Jun 2002
Location: Paderborn, Germany
Posts: 8,512
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Hallo Michael,

danke für Deine Eindrücke - auch wenn das Thema sehr traurig ist.
__________________
Best regards,

Raoul Fiebig

 
 

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aus, costa, der, ein, hanseatic, je, kam, kreuzfahrtwelt, mail, ms, nachrichten, schiff, seenot, ypaigr

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