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  #1 (permalink)  
Old 10-01-2003, 12:01 PM
Raoul Fiebig's Avatar
Senior Member
 
Join Date: Jun 2002
Location: Paderborn, Germany
Posts: 8,512
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Hallo allerseits,

da ich nun (nach einem kurzen Ausflug nach Bremerhaven am Montag) endlich wieder "richtig" im Lande bin, nun ein paar Vorabinfos zu Oceania Cruises und meiner Reise auf der M/S "Regatta", bevor (als Dezember-Feature im "Ruderhaus") mein Reisebericht hierzu veröffentlicht wird.

Um es gleich vorweg zu sagen: Da müssen sich einige Reedereien, auch im Luxussegment, warm anziehen, denn was Oceania nach gerade einmal zwei Monaten (auch wenn das Schiff schon seit April fährt - bis Mitte Juni als TMR-Charter) auf die Beine gestellt hat, verdient höchsten Respekt und Anerkennung.

Ich war ja schon länger der Meinung, daß die "R"-Schiffe was Größe und Ausstattung angeht, einzigartig sind, da sie sich weder in die "Luxusschublade" noch das auf dem US-Markt sonst übliche "Groß-größer-am-größten"-Schema pressen lassen. Die Umwandlung der "R Two" zur "Regatta" wurde sehr subtil vorgenommen. Größere bauliche Veränderungen gibt es nicht, sondern es wurde Wert darauf gelegt, das Ambiente noch gediegener zu gestalten. So wurden die Glücksspielautomaten im Bartresen (!) der Aussichtslounge entfernt und die Fernsehmonitore an den Wänden des selben Raums durch Glaskunstwerke ersetzt. Im ganzen Schiff finden sich Blumen und Pflanzen, die die Atmosphäre noch weitaus wohnlicher gestalten.

Der Poolbereich erhielt auf der Mariotti-Werft in Genua einen extrem gut verarbeiteten Teakholzbelag, der auf den bisherigen Bolideck-Belag aufgebracht wurde. Die Balkone erhielten (mit Ausnahme der vorderen und achteren Suiten, die ihn bereits hatten) ebenfalls einen Teakholzbelag, der allerdings nicht klassisch gelegt ist, sondern lose (gehalten durch das große Eigengewicht) aufgelegt wurde. Der Vorteil hierbei: Das Holz kann schnell entfernt bzw. ausgetauscht werden und Regenwasser kann sich unmöglich darauf sammeln, sondern fließt sofort auf das darunter liegende Stahldeck ab.

Von allen "R"-Schiffen besitzt die "Regatta" mit 660 (neu seit letztem Samstag) die geringste Passagierkapazität und die Besatzungszahl wird in diesen Tagen um beinahe 20 weitere Service- und Küchenkräfte erhöht. Die Kabinen sind seit Renaissance-Tagen nahezu unverändert, was Layout und Ausstattung angeht. Das betrifft leider auch die winzigen (!) Badezimmer, die man in allen Kabinenkategorien antrifft. Lediglich die Suiten besitzen größere Badezimmer, allerdings auch jeweils nur mit einem Waschbecken.

Neu sind die "Tranquility Beds", die zur Standardausstattung in allen Kabinen gehören. Hochwertige Taschenfederkernmatratzen, Daumenkissen und Bettwäsche höchster Qualität sorgen für bestmöglichen Schlaf (ich hab's genossen). Alle Suiten haben Butlerservice und allabendliche Canapes inklusive, und zusätzlich zum Programm des nächsten Tages wird abends in allen Kabinen die bis zu acht Seiten starke Bordzeitung mit aktuellen (nahezu ausschließlich US-amerikanischen) Meldungen verteilt.

Das Kabinenservice-Menü umfaßt neben den üblichen Sandwiches, Kleinigkeiten und Getränken (Eiswasser, Eistee, Kaffee, Tee, Limonade, Milch, Säfte, Kakao) auch vollwertige Menüs (Vorspeisen, Suppen, Salate, Hauptgerichte, Desserts), die "course by course" serviert werden. Das gesamte Essen an Bord ist übrigens ausnahmslos inklusive, Getränke gehen mit o.g. Ausnahmen extra.

Wobei wir auch schon beim nächsten Thema wären: Die Verpflegung an Bord der "Regatta" zählt zum besten, was es auf See gibt. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die der absoluten Mehrheit der Passagiere. Selbst Luxusreedereien wie Silversea und Co. liegen hier allenfalls gleich auf. Hummer an jedem (!) Abend auf der Speisekarte? Darf's eine Extraportion Kaviar sein? Was passiert, wenn man am Hamburger-Grill auf dem Pooldeck Creme Brulee zum Nachtisch bestellt, die selbstverständlich nicht auf der Karte steht? Auf der "Regatta" alles kein Problem: Alles möglich, alles inklusive. Die Creme Brulee wurde nach ganzen 15 Minuten serviert. (Bevor jemand fragt: *Ich* hatte sie nicht bestellt!). Dazu die Auswahl an Gerichten beim abendlichen Dinner im "Grand Dining Room": 5 Appetizer (3 kalt, 2 warm), 2 Suppen, 2 Salate, Pastagericht des Tages, 5 Hauptgerichte plus vegetarische Auswahl, 3 Desserts plus Eis, Sorbet, Käse etc. Dazu 4 ständig lieferbare "Standard-Hauptgerichte" und "off menu"-Bestellungen werden - wenn es eben möglich ist - jederzeit gerne erfüllt. Die beiden Alternativrestaurants "Toscana" (italienische Küche) und "Polo-Grill" (Steakhouse) müssen vorreserviert werden, sind aber ebenfalls inklusive.

Das Büfettrestautrant "Terrace Cafe" kann allerdings nicht ganz Schritt halten und ist lediglich "gut". Abends verwandelt es sich in "Tapas on the Terrace", wobei die Verwandlung durch königsblaue Schonbezüge der Stühle, Kerzen etc. tatsächlich wörtlich zu nehmen ist. Das Büfett-Essen im "Tapas" ist erstaunlich gut, hat allerdings mit original spanischen Tapas nur wenig zu tun, sondern präsentiert sich als gesamt-mediterrane Alternative. Paella und anderen spanische Spezialitäten stehen aber täglich auf dem Programm.

Das Unterhaltungsprogramm gibt sich bewußt bescheiden, was spektakuläre Bühnenshows etc. angeht - so etwas gibt es bei Oceania absichtlich nicht. Dafür hat man ein zwölfteiliges Bordorchester, ein Streicherquartett, einen Pianisten und sehr gute Gesangskünstler.

Der Service benötigt noch etwas "polishing", ist aber bereits auf einem sehr hohen Niveau. Das Personal stammt größtenteils aus Europa - von Osteuropa bis Großbritannien ist alles bunt vertreten. Gemeinsam ist allen ein hohes Maß an Professionalität und Disziplin, was auf vielen "mass market"-Schiffen kaum noch zu finden ist. Zwar wird jede Kabinenstewardess von einem Assistenten unterstützt, doch sind knapp 30 Kabinen eindeutig zu viel.

Was ist wirklich sehr schlecht? Zwei Dinge: Das Landausflugsbüro, das zwar kürzlich von einer US-Internetseite als "bestes der gesamten Kreuzfahrtindustrie" ausgezeichnet wurde, sich aber auf dieser Reise völlig inkompetent, unfreundlich und völlig überteuert präsentierte. Es fand sich niemand (!), der damit zufrieden war. Und zweitens der Purser's Desk, wobei ich ausdrücklich nicht die sehr guten Rezeptionisten, sondern die Menschen im Hintergrund meine. Einladungen zu Empfängen o.ä. und Reservierungsbestätigungen der Alternativrestaurants kamen selten an. So etwas kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Soviel für's erste. Wie Ihr Euch denken könnt würde ich jederzeit wieder mit Oceania fahren.

Zum Schluß noch eine Kleinigkeit: Das Publikum besteht zu 98% aus Amerikanern.

Best regards,

Raoul Fiebig
Das Ruderhaus
  #2 (permalink)  
Old 10-01-2003, 12:01 PM
Raoul Fiebig's Avatar
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Hallo allerseits,

da ich nun (nach einem kurzen Ausflug nach Bremerhaven am Montag) endlich wieder "richtig" im Lande bin, nun ein paar Vorabinfos zu Oceania Cruises und meiner Reise auf der M/S "Regatta", bevor (als Dezember-Feature im "Ruderhaus") mein Reisebericht hierzu veröffentlicht wird.

Um es gleich vorweg zu sagen: Da müssen sich einige Reedereien, auch im Luxussegment, warm anziehen, denn was Oceania nach gerade einmal zwei Monaten (auch wenn das Schiff schon seit April fährt - bis Mitte Juni als TMR-Charter) auf die Beine gestellt hat, verdient höchsten Respekt und Anerkennung.

Ich war ja schon länger der Meinung, daß die "R"-Schiffe was Größe und Ausstattung angeht, einzigartig sind, da sie sich weder in die "Luxusschublade" noch das auf dem US-Markt sonst übliche "Groß-größer-am-größten"-Schema pressen lassen. Die Umwandlung der "R Two" zur "Regatta" wurde sehr subtil vorgenommen. Größere bauliche Veränderungen gibt es nicht, sondern es wurde Wert darauf gelegt, das Ambiente noch gediegener zu gestalten. So wurden die Glücksspielautomaten im Bartresen (!) der Aussichtslounge entfernt und die Fernsehmonitore an den Wänden des selben Raums durch Glaskunstwerke ersetzt. Im ganzen Schiff finden sich Blumen und Pflanzen, die die Atmosphäre noch weitaus wohnlicher gestalten.

Der Poolbereich erhielt auf der Mariotti-Werft in Genua einen extrem gut verarbeiteten Teakholzbelag, der auf den bisherigen Bolideck-Belag aufgebracht wurde. Die Balkone erhielten (mit Ausnahme der vorderen und achteren Suiten, die ihn bereits hatten) ebenfalls einen Teakholzbelag, der allerdings nicht klassisch gelegt ist, sondern lose (gehalten durch das große Eigengewicht) aufgelegt wurde. Der Vorteil hierbei: Das Holz kann schnell entfernt bzw. ausgetauscht werden und Regenwasser kann sich unmöglich darauf sammeln, sondern fließt sofort auf das darunter liegende Stahldeck ab.

Von allen "R"-Schiffen besitzt die "Regatta" mit 660 (neu seit letztem Samstag) die geringste Passagierkapazität und die Besatzungszahl wird in diesen Tagen um beinahe 20 weitere Service- und Küchenkräfte erhöht. Die Kabinen sind seit Renaissance-Tagen nahezu unverändert, was Layout und Ausstattung angeht. Das betrifft leider auch die winzigen (!) Badezimmer, die man in allen Kabinenkategorien antrifft. Lediglich die Suiten besitzen größere Badezimmer, allerdings auch jeweils nur mit einem Waschbecken.

Neu sind die "Tranquility Beds", die zur Standardausstattung in allen Kabinen gehören. Hochwertige Taschenfederkernmatratzen, Daumenkissen und Bettwäsche höchster Qualität sorgen für bestmöglichen Schlaf (ich hab's genossen). Alle Suiten haben Butlerservice und allabendliche Canapes inklusive, und zusätzlich zum Programm des nächsten Tages wird abends in allen Kabinen die bis zu acht Seiten starke Bordzeitung mit aktuellen (nahezu ausschließlich US-amerikanischen) Meldungen verteilt.

Das Kabinenservice-Menü umfaßt neben den üblichen Sandwiches, Kleinigkeiten und Getränken (Eiswasser, Eistee, Kaffee, Tee, Limonade, Milch, Säfte, Kakao) auch vollwertige Menüs (Vorspeisen, Suppen, Salate, Hauptgerichte, Desserts), die "course by course" serviert werden. Das gesamte Essen an Bord ist übrigens ausnahmslos inklusive, Getränke gehen mit o.g. Ausnahmen extra.

Wobei wir auch schon beim nächsten Thema wären: Die Verpflegung an Bord der "Regatta" zählt zum besten, was es auf See gibt. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die der absoluten Mehrheit der Passagiere. Selbst Luxusreedereien wie Silversea und Co. liegen hier allenfalls gleich auf. Hummer an jedem (!) Abend auf der Speisekarte? Darf's eine Extraportion Kaviar sein? Was passiert, wenn man am Hamburger-Grill auf dem Pooldeck Creme Brulee zum Nachtisch bestellt, die selbstverständlich nicht auf der Karte steht? Auf der "Regatta" alles kein Problem: Alles möglich, alles inklusive. Die Creme Brulee wurde nach ganzen 15 Minuten serviert. (Bevor jemand fragt: *Ich* hatte sie nicht bestellt!). Dazu die Auswahl an Gerichten beim abendlichen Dinner im "Grand Dining Room": 5 Appetizer (3 kalt, 2 warm), 2 Suppen, 2 Salate, Pastagericht des Tages, 5 Hauptgerichte plus vegetarische Auswahl, 3 Desserts plus Eis, Sorbet, Käse etc. Dazu 4 ständig lieferbare "Standard-Hauptgerichte" und "off menu"-Bestellungen werden - wenn es eben möglich ist - jederzeit gerne erfüllt. Die beiden Alternativrestaurants "Toscana" (italienische Küche) und "Polo-Grill" (Steakhouse) müssen vorreserviert werden, sind aber ebenfalls inklusive.

Das Büfettrestautrant "Terrace Cafe" kann allerdings nicht ganz Schritt halten und ist lediglich "gut". Abends verwandelt es sich in "Tapas on the Terrace", wobei die Verwandlung durch königsblaue Schonbezüge der Stühle, Kerzen etc. tatsächlich wörtlich zu nehmen ist. Das Büfett-Essen im "Tapas" ist erstaunlich gut, hat allerdings mit original spanischen Tapas nur wenig zu tun, sondern präsentiert sich als gesamt-mediterrane Alternative. Paella und anderen spanische Spezialitäten stehen aber täglich auf dem Programm.

Das Unterhaltungsprogramm gibt sich bewußt bescheiden, was spektakuläre Bühnenshows etc. angeht - so etwas gibt es bei Oceania absichtlich nicht. Dafür hat man ein zwölfteiliges Bordorchester, ein Streicherquartett, einen Pianisten und sehr gute Gesangskünstler.

Der Service benötigt noch etwas "polishing", ist aber bereits auf einem sehr hohen Niveau. Das Personal stammt größtenteils aus Europa - von Osteuropa bis Großbritannien ist alles bunt vertreten. Gemeinsam ist allen ein hohes Maß an Professionalität und Disziplin, was auf vielen "mass market"-Schiffen kaum noch zu finden ist. Zwar wird jede Kabinenstewardess von einem Assistenten unterstützt, doch sind knapp 30 Kabinen eindeutig zu viel.

Was ist wirklich sehr schlecht? Zwei Dinge: Das Landausflugsbüro, das zwar kürzlich von einer US-Internetseite als "bestes der gesamten Kreuzfahrtindustrie" ausgezeichnet wurde, sich aber auf dieser Reise völlig inkompetent, unfreundlich und völlig überteuert präsentierte. Es fand sich niemand (!), der damit zufrieden war. Und zweitens der Purser's Desk, wobei ich ausdrücklich nicht die sehr guten Rezeptionisten, sondern die Menschen im Hintergrund meine. Einladungen zu Empfängen o.ä. und Reservierungsbestätigungen der Alternativrestaurants kamen selten an. So etwas kann ich einfach nicht nachvollziehen.

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Raoul Fiebig

 
 

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