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  #1 (permalink)  
Old 08-26-2007, 04:38 AM
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Location: Cologne, Germany
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Kurz entschlossen buchte ich rund 14 Tage vor Abfahrt die in der Überschrift beschriebene zweitägige Reise auf dem Rhein. Die Erkenntnis, daß ich ein wenig Ruhe und Abwechslung brauche (nach ein paar arbeitsreichen Monaten), ein günstiges Angebot für Einzelkabinen, die Sehnsucht, mal wieder Wasser an die Bordwand plätschern zu hören, und nicht zuletzt die Neugier auf das, was der neue Anbieter 1aVista Reisen aus der ex MS Italia macht, brachten mich dazu.

Die Vorbereitung
Buchung und Abwicklung waren problemlos. Die (fast) vollständigen Reiseunterlagen waren nach wenigen Tagen im Briefkasten, die fehlenden Anreise-Informationen hatte ich sogar, mit einer netten Entschuldigung, noch früher in der Mailbox.

Die Einschiffung
Als einer der letzten Passagiere an Bord gehend, war der Check-in schnell erledigt. Zunächst den Voucher abholen (aufgrund der kurzen Buchungsfrist), dann zur Rezeption, Personalausweis abgeben, Schlüssel in Empfang nehmen - fertig.

Das Schiff
Die MS Bellriva wurde 1971 für KD in Dienst gestellt, wurde mehrfach (zuletzt Frühjahr 2007) renoviert. Daß "renoviert" nicht gleich "modernisiert" heißt, wurde mir beim Betreten der Kabine bewußt. Doch dazu später.

Über insgesamt vier Decks verfügt die MS Bellriva. Unten sind Kabinen (Fenster nicht zu öffnen) sowie die Sauna (wird auf Anmeldung vorgeheizt, Benutzung kostenlos, Aromaaufgüsse für 5 €) und das Solarium. Darüber nochmals Kabinen (hier mit kleinem zu öffnenden Schiebefenster über der Panarama-Fensterfläche), die Rezeption sowie ein Shop. Leider war diese nicht geöffnet, obwohl bestückt; Mineralwasser wurde an der Rezeption zum Kauf angeboten. Noch ein Deck höher (für Gehbehinderte: hierhin führt ein Treppenlift) der öffentliche Bereich, von vorn nach hinten: die Aussichtslounge mit kleiner Tanzfläche, die Bar, eine Ecke mit rund 30 Büchern und einer umfangreichen Sammlung an Gesellschaftsspielen, der Vorraum des Restaurants (täglich am Nachmittag Kaffee/Tee - und am Einschiffungstag auch Kuchen) und das Restaurant selbst. Ganz oben befindet sich (wo sonst?) das Sonnendeck, teilweise überdacht, bestückt mit Plastik-Stühlen und -Liegestühlen (keine Liegen!) mit bequemen Polsterauflagen. Auf Spielereien anderer Schiffe hat man verzichtet, also kein Groß-Schach, kein Shuffleboard, kein Whirlpool. Alles mit frischem, blauem Kunststoffboden belegt (angenehm zu begehen, für die Augen ein wenig gewöhnungsbedürftig, was in nur zwei Tagen sich noch nicht einstellte).

Die Kabine
Ich erhielt eine normale Zweibett-Kabine auf dem Oberdeck; die Kabinennummer wurde mir bereits mit den Reiseunterlagen mitgeteilt. Die Tür schließt mit einem normalen Sicherheitsschlüssel, nach dem Aufschließen drückt man die Klinke. (Achtung für die, die an moderne Kabinentürkartenschließanlagen gewöhnt sind: man muß/sollte auch von innen abschließen, da - einmal aufgeschlossen - jeder die Tür von beiden Seiten öffnen kann.) Große Überraschung danach: Im Eingangsbereich befindet sich das Waschbecken. Auf der Suche nach Dusche und WC stand ich zunächst im geräumigen Kleiderschrank, aber auf der gegenüber liegenden Seite wurde ich fündig. Beides ist in einer Naßzelle, welche die gleichen Türen hatte wie der Kleiderschrank (also bitte nicht verwechseln). Die Fliesen waren (der blaßgrünen Farbe nach zu urteilen) noch Originalzustand, das WC hat kein Vakuumsystem, sondern arbeitet konventionell mittels Druckspüler. Die Kabine selbst machte einen überraschend großzügigen Eindruck. Eine Kofferablage, ein Tisch, ein Stuhl, eine Couch, ein Fernseher (12 Programme, jedoch nur 7 oder 8 Sender, mit ostdeutschem Einschlag - kein WDR/SWR entsprechend dem Fahrtgebiet, dafür RBB und MDR) unter der Decke. Die Couch wäre das zweite Bett; das erste Bett ist tagsüber eingeklappt an der Wand. Daher das Raumwunder. Alles war tadellos sauber und gepflegt (was auch für die öffentlichen Bereiche gilt). Am Waschbecken stand Flüssigseife bereit, in der Dusche Shampoo/Duschgel. Ein Föhn war wieder neben dem Waschbecken zu finden. Lediglich ein Rasier- bzw. Schminkspiegel fehlt hier vielleicht. Sonst gibt es nichts - keine Schubladen, keinen Safe (Wertsachen können an der Rezeption abgegeben werden); die einzige weitere offene Ablage befindet sich oberhalb des Klappbettes.

Während des Abendessens wurde das tagsüber hochgeklappte Bett hergerichtet. Obwohl nicht sonderlich gefedert, konnte man auf der Matratze gut liegen. Störend war, daß man quasi im Stahlrahmen der Umlandung lag. Bei (geschätzten) Abmessungen von 1,90 auf 0,70 m stieß man hier öfters an. Das Spannbetttuch entsprach nicht der Hotelqualität der übrigen Bettwäsche und erlaubte den Blick auf das Muster des (sauberen) Matratzenüberzugs darunter, ohne es anheben zu müssen. Das Knarren beim nächtlichen Umdrehen war sicherlich auch nebenan zu hören, zumal ich auch jedes dort gesprochene Wort verstand (trotz meiner beginnenden Altersschwerhörigkeit). Einen Wecker brauchte ich nicht; Ton wie auch Vibration des auf Weckmodus gestellten Handys der Nachbarkabine waren deutlichst zu vernehmen. 1971 dienten Kabinenwände wohl ausschließlich dem Sicht-, und weniger dem Hörschutz.

Die Route
... war irgendwie ein wenig bekloppt (zumal für mich als Kölner), entspricht aber wohl dem, was man von einer zweitägigen Tour erwarten kann: Leinen los in Köln um 16:00 Uhr, Ankunft in Linz gegen 21:00 Uhr (eine Stunde später als geplant wg. starkem Verkehr), also Linz bei Nacht. Viel Zeit blieb nicht, denn um 22:00 Uhr begann die Crew Show - hierzu später noch mehr. Am frühen Morgen zurück bis Bonn, dort Aufenthalt von 08:00 bis 15:30 Uhr. Gegen 17:00 Uhr bereits wieder zurück in Köln, Ausschiffung am nächsten Morgen bis 09:30 Uhr.

Ausflüge
...gab es auch: Stadtrundgang Linz bzw. Bonn, Museumsausstellung in Bonn, Musicalbesuch in Köln. Habe keinen Ausflug mitgemacht, aber auch keine negativen Stimmen dazu gehört. Die Preise waren wohl recht günstig, bis auf den Musicalbesuch, der 80 € kosten sollte - im Katalog 2008 wird dieser Ausflug für die Hälfte angeboten!

Die Crew
Sauber war's überall, das schrieb ich schon. Auch der Service war perfekt. Obwohl die meisten Crewmitglieder aus (Süd-)Osteuropa stammten, waren bei jeder/jedem fließende Deutschkentnisse vorhanden. Unaufdringlich, freundlich, schnell, fehlerfrei - dies trifft auf den Service von Bar, Restaurant und Sonnendeck zu (es waren eh die gleichen guten Geister an allen Orten), wie auch für die Rezeption und den Kabinenservice. Nochmal meinen herzlichen Dank!

Auch die 'nautische Besatzung' (nennt man das bei Flussreisen so?) war stets freundlich und hilfsbereit. Interessierten wurde auf Nachfrage gerne und umfassend die Brücke gezeigt und erklärt.

Das Essen
... war schlicht Spitzenklasse. Abends Menü; am ersten Abend "Willkommensdinner", vier Gänge mit Wahlmöglichkeit (bereits bei der Auswahl der Sitzplätze nach dem Ablegen - wer zuerst kommt, sitzt am Fenster - einmal Fisch, einmal Fleisch), am nächsten Abend "Abschiedsdinner" fünfgängig ohne Wahlmöglichkeit (also Fisch UND Fleisch); mittags Buffet (wieder mit Auswahl zwischen Fisch und Fleisch); morgens umfangreiches Frühstücksbuffet.

Unterhaltung
Wohltuend war, daß es keinerlei Animation gab. Einige kurze Durchsagen zu dem, was an Land während der Fahrt vorbei zog war alles. Die Crew Show (kein Gesang/Tanz, sondern Sketche) war sehr schön und zeigteb anschaulich, wie viel Engagement jede(r) Einzelne hier bringt. Ansonsten gab es noch einen Alleinunterhalter, der sich (ebenfalls wohltuend) auf die Wiedergabe von Musik beschränkte. Große Fahrstrecken wurden ja nicht zurück gelegt und das Wetter spielte wunderbar mit. Somit war diese minimalistische Form der Unterhaltung absolut passend.

Die Gäste
Kappen gab es im Laden; wäre dieser geöffnet gewesen, wären sie wohl schnell ausverkauft... Den diesbezüglichen Gesamt-Anteil schätze ich mal so auf 20 %, an meinem Tisch leider höher.

Viele Kinder, teils im Schulalter, waren mit ihren Eltern an Bord, was beides den Altersdurchschnitt merklich senkte. Den Durchschnitt stellte ich wohl so ziemlich dar (bin Mitte Pfirsich). Überraschend stellte ich fest, daß ich einer der Wenigen aus der unmittelbaren Umgebung des Abfahrtsortes war. Der Großteil der Gäste kam für zwei Tage Schiff extra einige hundert Kilometer angereist. Somit war die Herkunft der Gäste gleichmäßig auf Deutschland verteilt, von Schleswig-Holstein bis Bayern.

Familienfreundlich auf der Bellriva sind einige Dreibett-Kabinen, sowie etliche Kabinen, welche Verbindungstüren haben und somit auch für Familien mit kleineren Kindern interessant sind, obwohl die Kinderermäßigung (bis 11 Jahre) gerade mal 20 % beträgt. Allerdings reisen Kinder (ebenfalls bis 11 Jahre) im Zustellbett (also in den Dreibett-Kabinen) kostenlos mit. Somit ein klares Bekenntnis zur Ein-Kind-Familie (so fern das Kind mindestens zwei Jahre alt ist, denn darunter geht gar nichts - wohl den hellhörigen Kabinen und der Nachtruhe der anderen Gäste wegen).

Trinkgeld
Mangels vorheriger Empfehlung des Veranstalters gab es eine mündliche und schriftliche Empfehlung der Schiffsleitung von € 7 pro Tag und Gast, was wohl jeder mindestens gerne gab, denn die Crew hatte es sich im Wortsinn verdient und der dezent in einer Ecke der Rezeption aufgehängte Briefkasten war gut mit Umschlägen gefüllt. Es fehlte auch nicht der deutliche Hinweis, daß das Geben von Trinkgeld (und dessen Höhe) freiwillig ist und dieses auf alle Crewmitglieder zu gleichen Teilen aufgeteilt wird, so daß auch z. B. die Geschirrspüler, die Matrosen und das Personal der Wäscherei ihren (gleichen) Anteil bekommen. Im Katalog 2008 gibt es übrigens eine Empfehlung des Veranstalters: € 3 - 4 je Tag und Gast... ein Schelm, wer jetzt Böses denkt...

Fazit
Ein entspanntes Wochenende auf einem top-gepflegten Schiff, welches sein Alter jedoch in den Kabinen nicht verleugnen kann. Für eine längere Reise (eine Woche oder länger) würde ich daher ein moderneres Schiff (mit mehr Ablagen und Safe in der Kabine, einem Fernseher, den man vom Bett aus sehen kann, und einem geschlossenen kompletten Bad) vorziehen. Die Crew würde ich aber gerne mitnehmen . Bei kurzen Reisen, bei denen die Destinationen und der Ausruhfaktor eine größere Rolle spielen, jederzeit gerne wieder auf der Bellriva - wenn eins nicht wäre:

Rauchen
Obwohl auch im Katalog für 2008 keinerlei Hinweis darauf ist, handelt es sich (fast) um ein Nichtraucherschiff. Mit dem holperigen Verweis auf "die neuen Gesetze" wurde verkündet, daß die Bellriva eines der wenigen Schiffe sei, auf denen überhaupt noch geraucht werden dürfe - und zwar in der Bar und auf dem Sonnendeck. Das Rauchen auf der Kabine wurde bei Androhung des Rausschmisses am nächsten Landungssteg verboten. Seltsam, daß die Hinweistafel im Kleiderschrank ausdrücklich darum bittet, Zigaretten ausschließlich im (nicht vorhandenen) Aschenbecher auszudrücken. Da die Bar außerhalb der Öffnungszeiten verschlossen war, bliebe den Rauchern nur noch das Sonendeck, welches je nach Wetterlage keine echte Alternative darstellt. Daher ist das Schiff m. E. keinesfalls für Raucher zu empfehlen. Und dies sollte der Veranstalter besser deutlich in den noch druckfrischen Katalog hineinkleben, denn dort findet sich kein Wort über diese jetzt schon in Kraft getretenen "neuen Gesetze" auf der Bellriva - und es drängt sich die Frage auf, wie es sich auf den anderen angebotenen Schiffen verhält.

Gruß

Diddn
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Old 08-26-2007, 04:38 AM
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Kurz entschlossen buchte ich rund 14 Tage vor Abfahrt die in der Überschrift beschriebene zweitägige Reise auf dem Rhein. Die Erkenntnis, daß ich ein wenig Ruhe und Abwechslung brauche (nach ein paar arbeitsreichen Monaten), ein günstiges Angebot für Einzelkabinen, die Sehnsucht, mal wieder Wasser an die Bordwand plätschern zu hören, und nicht zuletzt die Neugier auf das, was der neue Anbieter 1aVista Reisen aus der ex MS Italia macht, brachten mich dazu.

Die Vorbereitung
Buchung und Abwicklung waren problemlos. Die (fast) vollständigen Reiseunterlagen waren nach wenigen Tagen im Briefkasten, die fehlenden Anreise-Informationen hatte ich sogar, mit einer netten Entschuldigung, noch früher in der Mailbox.

Die Einschiffung
Als einer der letzten Passagiere an Bord gehend, war der Check-in schnell erledigt. Zunächst den Voucher abholen (aufgrund der kurzen Buchungsfrist), dann zur Rezeption, Personalausweis abgeben, Schlüssel in Empfang nehmen - fertig.

Das Schiff
Die MS Bellriva wurde 1971 für KD in Dienst gestellt, wurde mehrfach (zuletzt Frühjahr 2007) renoviert. Daß "renoviert" nicht gleich "modernisiert" heißt, wurde mir beim Betreten der Kabine bewußt. Doch dazu später.

Über insgesamt vier Decks verfügt die MS Bellriva. Unten sind Kabinen (Fenster nicht zu öffnen) sowie die Sauna (wird auf Anmeldung vorgeheizt, Benutzung kostenlos, Aromaaufgüsse für 5 €) und das Solarium. Darüber nochmals Kabinen (hier mit kleinem zu öffnenden Schiebefenster über der Panarama-Fensterfläche), die Rezeption sowie ein Shop. Leider war diese nicht geöffnet, obwohl bestückt; Mineralwasser wurde an der Rezeption zum Kauf angeboten. Noch ein Deck höher (für Gehbehinderte: hierhin führt ein Treppenlift) der öffentliche Bereich, von vorn nach hinten: die Aussichtslounge mit kleiner Tanzfläche, die Bar, eine Ecke mit rund 30 Büchern und einer umfangreichen Sammlung an Gesellschaftsspielen, der Vorraum des Restaurants (täglich am Nachmittag Kaffee/Tee - und am Einschiffungstag auch Kuchen) und das Restaurant selbst. Ganz oben befindet sich (wo sonst?) das Sonnendeck, teilweise überdacht, bestückt mit Plastik-Stühlen und -Liegestühlen (keine Liegen!) mit bequemen Polsterauflagen. Auf Spielereien anderer Schiffe hat man verzichtet, also kein Groß-Schach, kein Shuffleboard, kein Whirlpool. Alles mit frischem, blauem Kunststoffboden belegt (angenehm zu begehen, für die Augen ein wenig gewöhnungsbedürftig, was in nur zwei Tagen sich noch nicht einstellte).

Die Kabine
Ich erhielt eine normale Zweibett-Kabine auf dem Oberdeck; die Kabinennummer wurde mir bereits mit den Reiseunterlagen mitgeteilt. Die Tür schließt mit einem normalen Sicherheitsschlüssel, nach dem Aufschließen drückt man die Klinke. (Achtung für die, die an moderne Kabinentürkartenschließanlagen gewöhnt sind: man muß/sollte auch von innen abschließen, da - einmal aufgeschlossen - jeder die Tür von beiden Seiten öffnen kann.) Große Überraschung danach: Im Eingangsbereich befindet sich das Waschbecken. Auf der Suche nach Dusche und WC stand ich zunächst im geräumigen Kleiderschrank, aber auf der gegenüber liegenden Seite wurde ich fündig. Beides ist in einer Naßzelle, welche die gleichen Türen hatte wie der Kleiderschrank (also bitte nicht verwechseln). Die Fliesen waren (der blaßgrünen Farbe nach zu urteilen) noch Originalzustand, das WC hat kein Vakuumsystem, sondern arbeitet konventionell mittels Druckspüler. Die Kabine selbst machte einen überraschend großzügigen Eindruck. Eine Kofferablage, ein Tisch, ein Stuhl, eine Couch, ein Fernseher (12 Programme, jedoch nur 7 oder 8 Sender, mit ostdeutschem Einschlag - kein WDR/SWR entsprechend dem Fahrtgebiet, dafür RBB und MDR) unter der Decke. Die Couch wäre das zweite Bett; das erste Bett ist tagsüber eingeklappt an der Wand. Daher das Raumwunder. Alles war tadellos sauber und gepflegt (was auch für die öffentlichen Bereiche gilt). Am Waschbecken stand Flüssigseife bereit, in der Dusche Shampoo/Duschgel. Ein Föhn war wieder neben dem Waschbecken zu finden. Lediglich ein Rasier- bzw. Schminkspiegel fehlt hier vielleicht. Sonst gibt es nichts - keine Schubladen, keinen Safe (Wertsachen können an der Rezeption abgegeben werden); die einzige weitere offene Ablage befindet sich oberhalb des Klappbettes.

Während des Abendessens wurde das tagsüber hochgeklappte Bett hergerichtet. Obwohl nicht sonderlich gefedert, konnte man auf der Matratze gut liegen. Störend war, daß man quasi im Stahlrahmen der Umlandung lag. Bei (geschätzten) Abmessungen von 1,90 auf 0,70 m stieß man hier öfters an. Das Spannbetttuch entsprach nicht der Hotelqualität der übrigen Bettwäsche und erlaubte den Blick auf das Muster des (sauberen) Matratzenüberzugs darunter, ohne es anheben zu müssen. Das Knarren beim nächtlichen Umdrehen war sicherlich auch nebenan zu hören, zumal ich auch jedes dort gesprochene Wort verstand (trotz meiner beginnenden Altersschwerhörigkeit). Einen Wecker brauchte ich nicht; Ton wie auch Vibration des auf Weckmodus gestellten Handys der Nachbarkabine waren deutlichst zu vernehmen. 1971 dienten Kabinenwände wohl ausschließlich dem Sicht-, und weniger dem Hörschutz.

Die Route
... war irgendwie ein wenig bekloppt (zumal für mich als Kölner), entspricht aber wohl dem, was man von einer zweitägigen Tour erwarten kann: Leinen los in Köln um 16:00 Uhr, Ankunft in Linz gegen 21:00 Uhr (eine Stunde später als geplant wg. starkem Verkehr), also Linz bei Nacht. Viel Zeit blieb nicht, denn um 22:00 Uhr begann die Crew Show - hierzu später noch mehr. Am frühen Morgen zurück bis Bonn, dort Aufenthalt von 08:00 bis 15:30 Uhr. Gegen 17:00 Uhr bereits wieder zurück in Köln, Ausschiffung am nächsten Morgen bis 09:30 Uhr.

Ausflüge
...gab es auch: Stadtrundgang Linz bzw. Bonn, Museumsausstellung in Bonn, Musicalbesuch in Köln. Habe keinen Ausflug mitgemacht, aber auch keine negativen Stimmen dazu gehört. Die Preise waren wohl recht günstig, bis auf den Musicalbesuch, der 80 € kosten sollte - im Katalog 2008 wird dieser Ausflug für die Hälfte angeboten!

Die Crew
Sauber war's überall, das schrieb ich schon. Auch der Service war perfekt. Obwohl die meisten Crewmitglieder aus (Süd-)Osteuropa stammten, waren bei jeder/jedem fließende Deutschkentnisse vorhanden. Unaufdringlich, freundlich, schnell, fehlerfrei - dies trifft auf den Service von Bar, Restaurant und Sonnendeck zu (es waren eh die gleichen guten Geister an allen Orten), wie auch für die Rezeption und den Kabinenservice. Nochmal meinen herzlichen Dank!

Auch die 'nautische Besatzung' (nennt man das bei Flussreisen so?) war stets freundlich und hilfsbereit. Interessierten wurde auf Nachfrage gerne und umfassend die Brücke gezeigt und erklärt.

Das Essen
... war schlicht Spitzenklasse. Abends Menü; am ersten Abend "Willkommensdinner", vier Gänge mit Wahlmöglichkeit (bereits bei der Auswahl der Sitzplätze nach dem Ablegen - wer zuerst kommt, sitzt am Fenster - einmal Fisch, einmal Fleisch), am nächsten Abend "Abschiedsdinner" fünfgängig ohne Wahlmöglichkeit (also Fisch UND Fleisch); mittags Buffet (wieder mit Auswahl zwischen Fisch und Fleisch); morgens umfangreiches Frühstücksbuffet.

Unterhaltung
Wohltuend war, daß es keinerlei Animation gab. Einige kurze Durchsagen zu dem, was an Land während der Fahrt vorbei zog war alles. Die Crew Show (kein Gesang/Tanz, sondern Sketche) war sehr schön und zeigteb anschaulich, wie viel Engagement jede(r) Einzelne hier bringt. Ansonsten gab es noch einen Alleinunterhalter, der sich (ebenfalls wohltuend) auf die Wiedergabe von Musik beschränkte. Große Fahrstrecken wurden ja nicht zurück gelegt und das Wetter spielte wunderbar mit. Somit war diese minimalistische Form der Unterhaltung absolut passend.

Die Gäste
Kappen gab es im Laden; wäre dieser geöffnet gewesen, wären sie wohl schnell ausverkauft... Den diesbezüglichen Gesamt-Anteil schätze ich mal so auf 20 %, an meinem Tisch leider höher.

Viele Kinder, teils im Schulalter, waren mit ihren Eltern an Bord, was beides den Altersdurchschnitt merklich senkte. Den Durchschnitt stellte ich wohl so ziemlich dar (bin Mitte Pfirsich). Überraschend stellte ich fest, daß ich einer der Wenigen aus der unmittelbaren Umgebung des Abfahrtsortes war. Der Großteil der Gäste kam für zwei Tage Schiff extra einige hundert Kilometer angereist. Somit war die Herkunft der Gäste gleichmäßig auf Deutschland verteilt, von Schleswig-Holstein bis Bayern.

Familienfreundlich auf der Bellriva sind einige Dreibett-Kabinen, sowie etliche Kabinen, welche Verbindungstüren haben und somit auch für Familien mit kleineren Kindern interessant sind, obwohl die Kinderermäßigung (bis 11 Jahre) gerade mal 20 % beträgt. Allerdings reisen Kinder (ebenfalls bis 11 Jahre) im Zustellbett (also in den Dreibett-Kabinen) kostenlos mit. Somit ein klares Bekenntnis zur Ein-Kind-Familie (so fern das Kind mindestens zwei Jahre alt ist, denn darunter geht gar nichts - wohl den hellhörigen Kabinen und der Nachtruhe der anderen Gäste wegen).

Trinkgeld
Mangels vorheriger Empfehlung des Veranstalters gab es eine mündliche und schriftliche Empfehlung der Schiffsleitung von € 7 pro Tag und Gast, was wohl jeder mindestens gerne gab, denn die Crew hatte es sich im Wortsinn verdient und der dezent in einer Ecke der Rezeption aufgehängte Briefkasten war gut mit Umschlägen gefüllt. Es fehlte auch nicht der deutliche Hinweis, daß das Geben von Trinkgeld (und dessen Höhe) freiwillig ist und dieses auf alle Crewmitglieder zu gleichen Teilen aufgeteilt wird, so daß auch z. B. die Geschirrspüler, die Matrosen und das Personal der Wäscherei ihren (gleichen) Anteil bekommen. Im Katalog 2008 gibt es übrigens eine Empfehlung des Veranstalters: € 3 - 4 je Tag und Gast... ein Schelm, wer jetzt Böses denkt...

Fazit
Ein entspanntes Wochenende auf einem top-gepflegten Schiff, welches sein Alter jedoch in den Kabinen nicht verleugnen kann. Für eine längere Reise (eine Woche oder länger) würde ich daher ein moderneres Schiff (mit mehr Ablagen und Safe in der Kabine, einem Fernseher, den man vom Bett aus sehen kann, und einem geschlossenen kompletten Bad) vorziehen. Die Crew würde ich aber gerne mitnehmen . Bei kurzen Reisen, bei denen die Destinationen und der Ausruhfaktor eine größere Rolle spielen, jederzeit gerne wieder auf der Bellriva - wenn eins nicht wäre:

Rauchen
Obwohl auch im Katalog für 2008 keinerlei Hinweis darauf ist, handelt es sich (fast) um ein Nichtraucherschiff. Mit dem holperigen Verweis auf "die neuen Gesetze" wurde verkündet, daß die Bellriva eines der wenigen Schiffe sei, auf denen überhaupt noch geraucht werden dürfe - und zwar in der Bar und auf dem Sonnendeck. Das Rauchen auf der Kabine wurde bei Androhung des Rausschmisses am nächsten Landungssteg verboten. Seltsam, daß die Hinweistafel im Kleiderschrank ausdrücklich darum bittet, Zigaretten ausschließlich im (nicht vorhandenen) Aschenbecher auszudrücken. Da die Bar außerhalb der Öffnungszeiten verschlossen war, bliebe den Rauchern nur noch das Sonendeck, welches je nach Wetterlage keine echte Alternative darstellt. Daher ist das Schiff m. E. keinesfalls für Raucher zu empfehlen. Und dies sollte der Veranstalter besser deutlich in den noch druckfrischen Katalog hineinkleben, denn dort findet sich kein Wort über diese jetzt schon in Kraft getretenen "neuen Gesetze" auf der Bellriva - und es drängt sich die Frage auf, wie es sich auf den anderen angebotenen Schiffen verhält.

Gruß

Diddn
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Free Cruise Tickers




  #3 (permalink)  
Old 08-28-2007, 03:39 AM
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Join Date: Aug 2005
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Lieber Diddn,

vielen Dank für den wieder mal sehr schönen Bericht und die erholsame Zerstreuung zur Mittagspause!

Viele Grüße aus dem sonnigen Göteborg
Susanne (Mitte Kiwi )
__________________
Arcadia 1998 # SuperStar Virgo 2000 # Arion 2003 # Constellation 2003 # Century 2005 # QE2 2005 # Voyager otS 2006 # Insignia 2006 # Summit 2007 # Jewel otS 2007 # Color Magic 2007
  #4 (permalink)  
Old 08-28-2007, 08:24 AM
Raoul Fiebig's Avatar
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Join Date: Jun 2002
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Hallo Dietmar,

danke für den ausführlichen Bericht.
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Best regards,

Raoul Fiebig

  #5 (permalink)  
Old 08-28-2007, 12:22 PM
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Susanne (Mitte Kiwi Wink)


Hallo Susanne
Hilfe, ich steh auf der Leitung.
Was ist das für ein Geheimcode für Eingeweihte ??
Liebe Grüße
luigi
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  #6 (permalink)  
Old 08-28-2007, 12:38 PM
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Lieber Luigi,

war bloß 'n dummer Scherz. Ich hatte mich königlich über Diddns "Mitte Pfirsich" als Altersangabe amüsiert, den Ausdruck kannte ich nicht. Und wollte halt witzisch sein mit meiner Kiwi... Hatte erst überlegt "Mitte Rosine" zu schreiben, aber so schlimm isses denn nun doch nicht...

Viele Grüße in die Heimat!
Susanne
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  #7 (permalink)  
Old 08-29-2007, 03:30 AM
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Moin liebe Susanne,

muss es denn fruchtig sein? Wie wäre es mit "Rose am Anfang ihrer Blüte"?


Ahoi,
__________________
Marc



  #8 (permalink)  
Old 08-29-2007, 07:42 AM
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Oh schön, dass es auch mal wen nach Linz verschlägt…
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all the best... Daniel
  #9 (permalink)  
Old 09-01-2007, 01:12 PM
Raoul Fiebig's Avatar
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Hallo Dietmar,

ich habe noch eine Frage: Wie sind die Nebenkosten in Sachen Getränke bzw. was ist wann inklusive ("all inclusive" gilt ja erst 2008, wie es scheint)?
__________________
Best regards,

Raoul Fiebig

  #10 (permalink)  
Old 09-01-2007, 10:21 PM
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Hallo Raoul,

da ab 2008 all inclusive herrscht, habe ich mich gar nicht so sehr damit beschäftigt.

Die Cola (keine der beiden Premium-Marken) kostete 1,95 für 0,25 l - das weiß ich mit Sicherheit. Der "Cappucchino" (mit Absicht in Anführungsstrichen - genau so gut wie dies so genannt wurde, könnte ich mich einen Sizilianer nennen; der Frühstückskaffee war dagegen sehr gut) lag wohl bei 2,40, so weit ich mich erinnere.

Vielleicht hilft Dir meine Gesamtrechnung: Für einen "Cappucchino", drei kleine Bier (0,3 l), ein Viertel Roséwein (sehr gut) und eine ganze Reihe Colas kam ich zusammen auf gut 30 Euro zum Ende der beiden Tage. Ich empfand die Preise als normal, auch die Summe - darum habe ich mir keinen Kopf darüber gemacht.

Für 2008 heißt es zu All Inclusive: "Vollpension mit reichhaltigem Frühstücksbuffet, mehrgängigem Mittag- und Abendessen mit weißem oder rotem Tischwein, Nachmittags Kaffee/Tee mit Gebäck, Mitternachtssnack. Gute europäische Küche und vegetarische Kost. Hauswein, Bier, Softdrinks wie Limonade, Cola, Säfte, Mineralwasser, Kaffee und Tee (von 08:00 - 24:00 Uhr)."

Sehr umfassend und fair, denke ich. Der Tischwein ist in der Aufstellung nicht mengenmäßig begrenzt; das Wörtchen "oder" sagt mir jedoch, daß es wohl um eine Karaffe je Mahlzeit geht. (Wer mehr will, könnte ja dann auf den includierten Hauswein wechseln )

Was ich im Bericht vergaß: Auch für 2007 wurde in der Speisekarte aufgefordert sich (vorab) zu melden, falls man vegetarisches oder diätetisches Essen wünscht - hatte aber wohl niemand gemacht, da alle Teller, die ich sah, gleich (und gleich lecker) aussahen.

Gruß

Diddn
__________________




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address, bellriva, bonn, cruise, de, donauschifffahrt, fuer, gehbehinderte, germany, mia, ms, port, review, rosa, schiff


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