Moin Wolle,
die landschaftlichen Eindrücke die Dich auf einer Fahrt ins Nordland erwarten sind – bescheiden ausgedrückt – gigantisch . . .
Zur Route:
Ausgangspunkt einer klassischen Nordlandtour ist häufig Bremerhaven, z.T. aber auch Amsterdam, Dover, Cuxhaven oder Hamburg – je nach Veranstalter.
Diese Routen führen als erste Stationen oft über Schottland (Invergordon), die Orkney-, Shetland- oder die Färoer-Inseln. Hier sollte Dein
erster Vergleich ansetzen: Es gibt Veranstalter, die mit einer „Zwischenstation“ nach Island fahren, andere machen (je nach Gesamtreisedauer) zwei Stopps auf dem Weg zur Insel aus Feuer und Eis.
Den
zweiten Angebotsvergleich solltest Du bei den Hafenanläufen in Island starten. In der Regel gehören die Standardhäfen Reykjavik im Südwesten und Akureyri im Norden zum Programm. Bei einigen Anbietern findest Du jedoch auch noch weitere Häfen (meist im Westen der Insel, z.B. Isafjördur).
Spitzbergen ist mit Sicherheit ein oder je nach Empfinden auch
das Highlight einer echten Nordlandfahrt. Ein „Normalsterblicher“ hat kaum die Chance, jemals weiter in Richtung Norden vorzudringen. Die Entdecker- und Abenteurerinstinkte werden wach . . .
Hier ergibt sich für Dich auch die Chance für einen sehr detaillierten und m.E. entscheidenden
dritten Vergleich der verschiedenen Angebote. Möchtest Du wirklich so weit Richtung Norden fahren, um dann festzustellen, daß Dein Schiff aus den verschiedensten Gründen kaum irgendwo anlegen bzw. ankern kann?
Je kleiner (und leider auch teurer) das Schiff, desto wahrscheinlicher sind die Möglichkeiten Spitzbergen bei einer, zwei oder gar drei Anlandungen (Standard: Magdalenenfjord – seltener: Longyearbyen und Ny Alesund – Ausnahme: Barentsburg – andere Ziele fast nur auf speziellen Expeditionstouren) etwas erkunden zu können.
Das Nordkap – es ist in erster Linie dieses immer wiederkehrende Bild der Weltkugel auf einem hohen Felsen über dem Meer, mal bei herrlicher Fernsicht, mal im Mittsommerabendrot, das die Sehnsucht weckt, dort auch einmal gewesen zu sein.
Ich war bereits zweimal
"nicht auf dem Nordkap". Nur einmal bei drei Anläufen in Honningsvag habe ich einen Ausflug zur „Klippe am Ende Europas“ unternommen.
Dieser Felsen ist von einem Engländer als Touristenziel auserkoren worden. Es gibt dort eigentlich nichts zu sehen außer dem Meer (…wenn die Sicht entsprechend ist), den Klippen und einer Stein- und Geröllwüste. Alles andere hat der Mensch erbaut (Weltkugel, Kunstausstellung, Naturinformationen, Kino, Souvenirshop . . .).
Zu
einer Tour auf den Felsen habe ich mich ja auch „überwunden“. Meine Frau und ich sind aber auch sicher, daß es keine Wiederholung geben muß. Norwegen hat viel schönere, spannendere und eindrucksvollere Erlebnisse zu bieten. Aber das ist unsere ganz persönliche Ansicht, die alles andere als objektiv ist und nicht jedem gefallen muß.
Nicht nur deshalb ist der
vierte Vergleich der unterschiedlichen Angebote der schwierigste. Die angefahrenen Ziele in Norwegen sind zahlreich und in ihrem Reiz zum Teil sehr unterschiedlich.
Ohne Frage wirst Du die Fahrten durch die Fjorde genießen. Richte Deinen Tag nicht nach den Mahlzeiten und den normalen Schlafgewohnheiten aus. Mach Dich schlau, wann (Mittsommersonne!) bei den Passagen etwas zu sehen ist und richte Deinen Tagesablauf danach aus. Ausschlafen und Essen kannst Du zu Hause auch . . .
Wir empfanden kaum etwas eindrucksvoller als die Fahrt durch einen Fjord im Morgengrauen auf einem fast menschenleeren Schiffsdeck.
Ich bin sicher, Du wirst nach Deiner ersten Kreuzfahrt infiziert sein – noch so einige Fahrten werden folgen . . .
Deshalb würde ich den Schwerpunkt bei der Auswahl der Ziele in Norwegen auf den Norden des Landes legen. Du wirst häufiger Angebote (…und auch Schnäppchen) für (kürzere) Fahrten in Südnorwegen entdecken. Häfen im Süden, die Dich reizen kannst Du schneller und einfacher von Deutschland aus erreichen, als „mal eben“ z.B. auf die Lofoten zu fahren.
Such Dir in Nord-Norwegen die Ziele aus, die Dich auf den ersten Blick ansprechen. Wenn Du Fragen zu einzelnen Destinationen hast – gerne . . .
Zum Schiff:
Der einzige Grund, mit einem Schiff von COSTA, MSC, AIDA oder anderen ins Nordland zu fahren wäre für mich ein (u.U., denn auch da gibt es Ausnahmen) konkurrenzloses Preis-/Leistungsverhältnis einiger Megaliner bei der Mitnahme von 1-2 Kindern in der Kabine der Eltern.
Ansonsten: In jedem Fall ein Schiff unter 1.000 Paxen – ein Schiff mit möglichst großen Decksflächen (nicht Poollandschaften) – die Möglichkeit weit vorne am Schiffsbug zu stehen – auch aus den innenliegenden Gesellschaftsräumen genügend Möglichkeiten, bei schlechterem Wetter die vorbeiziehende Landschaft zu genießen.
Doch zu den möglichen Schiffen, wenn Du magst, demnächst mehr . . .
Viel Spaß bei der Planung wünscht aus der Eifel
Guido