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Old 07-29-2007, 08:46 AM
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Costa Classica 10.6.-24.6.2007 Norwegen & Spitzbergen

Moinmoin, anbei mein Reisebericht.

Hier im Forum unbebildert, weils mir zu aufwändig war, die Bilder zu verlinken. Siehe weiter unten...

Hier noch zum downloaden bzw. angucken (Ich hoffe, es verstösst nicht gegen Forenregeln)

pdf bebildert (ca. 10MB) Click!
pdf unbebildert Click!
html bebildert Click!
Nur die Bilder Reisebider in Ordnern mit Datum und "Classica-Verschleiss"


Reisebericht Costa Classica

10.6.-24.6.2007

Nordkapp-Spitzbergen-Norwegische Fjorde


Vorwort:

Dieser Bericht soll keine Abhandlung im Sinne von „nie wieder X oder Y“ sein, sondern ist eine reine Ansammlung von Fakten und teils auch subjektiven Beobachtungen, die wir während unserer Fahrt gemacht haben. Es gibt positives und negatives zu berichten – nirgendwo im Leben läuft alles perfekt – und jeder muss für sich selbst entscheiden, wie hoch er oder sie die einzelnen Fakten gewichtet. Zusammenfassend muss man sagen, wir hatten eine sehr schöne Reise und wir nehmen überwiegend positive, schöne Erinnerungen mit (Die kann uns keiner mehr nehmen). Etwas weniger schön ist der derzeitige Zustand des angeblich 2005 renovierten Schiffes, trotzdem hat uns die Classica überall sicher hingebracht und wir hatten eine schöne Zeit auf dem Schiff. Eigentlich wollten wir nach unserer Fahrt 2006 rund um England nicht mehr auf dieses Schiff, weil die Enttäuschung über dessen Zustand (Renoviert 2005, so im Prospekt beworben) und auch die Erfahrungen mit dem damaligen Publikum derart schlecht waren, dass wir eigentlich mal was anderes probieren wollten anstelle Costa. Diesmal wussten wir ja, welches Schiff uns erwartet und das Publikum war diesmal auch um einiges besser, dennoch gab es einige „Kappenrentner“ und sonstige Chaoten, die wir am liebsten zu den Fischen geschickt hätten. Wir hatten das Schiff aber erneut ausgewählt, weil es das einzige Schiff war, das zur der für uns richtigen Zeit und auch zum „richtigen“ Preis bis zum richtigen Ort (Spitzbergen) fuhr und auch am Nordkapp „über Nacht“ geblieben ist, falls man in diesem Zusammenhang überhaupt von „Nacht“ reden kann – man müsste wohl eher von Datumswechsel reden. Wir sind am Nordkapp u.a. der Costa Atlantica begegnet, die war aber schon am Eintendern, als wir dort ankamen und fuhr wahrscheinlich um 19.00h oder 20.00h schon wieder ab.
Jetzt, nachdem ich erst mal den Videofilm fertig habe, hat sich das erlebte auch ein wenig gesetzt und bestimmte Emotionen kochen nicht mehr ganz so schlimm auf, als hätte ich den Bericht unmittelbar nach der Rückkehr geschrieben, ohne die nötige „Distanz“ zum Erlebten. Das Wetter war einfach ein Traum während der ganzen Fahrt und wie ein Sechser im Lotto, wir haben auch immer brav die Teller leergegessen...
Offenbar fand auch Petrus, dass einige ganz gewisse Südländer mit ihren „Essgewohnheiten“ diesmal in der Minderheit waren. Es soll ja Leute geben, die das Buffet abräumen und den Teller vollhäufen, querbeet von allem und dann nach 2x drin herumstochern den gehäuften Teller zurückgehen lassen. Das müssen die Erfinder der Schüttkegeltheorie von Feststoffen sein, mit Suppe funktioniert ja so was nicht.


Allgemeines:

· Deck 5 im Foyer, Plasmabildschirme zeigen die ganze Flotte Schiff für Schiff mit GPS Standort, nächstem Einlaufhafen und letzter Abfahrtshafen – einfach toll gemacht, das gab es 2006 noch nicht in der Form. Das kannten wir bisher nur von der Azur bei Festival in Papierform, da waren alle Schiffe in der Bordzeitung mit Standort vermerkt.
· Im La Trattoria Restaurant sind Firedampers mit Tischen blockiert. Heiliger St. Florian, verschon mein Schiff, zünd andere an...

Dabei hat das Schiff im Sommer 2005 schon gebrannt...


Gottseidank haben wir sonst auf dem ganzen Schiff keine weiteren Firedamper blockiert vorgefunden.

· Der Frühstückskaffee bzw. Gratiskaffe im La Trattoria schmeckt wieder deutlich besser als 2006 und brennt nicht mehr die Magenwand durch.
· Die Sitzecken im Deck 9 bei der Dolce Amore Bar werden nicht mehr zugebaut mit Kleiderständern, alle Sitzgruppen bleiben erreichbar. Man kann nun nicht sagen, sie haben es gelernt, es ist eben kpl. anderes Shop-Personal mit offensichtlich mehr Grips als 2006.
· Der Hutständer mit der abgebrochenen Metallstrebe an der Schweissnaht mit abstehendem Grat und schlimmster Verletzungsgefahr wurde repariert bzw. getauscht.
· Das Personal ist insgesamt sehr freundlich und sehr um die Kundschaft bemüht.
· Das Kellnerteam an unserem Tisch 72 (Cornel = Rumäne, perfekte Deutschkenntnisse und sein indischer Kollege) war sehr aufmerksam und kompetent, höflichste Umgangsformen, harmonisch und eingespielt. Unsere besten Kellner auf allen Kreuzfahrten. Schade – Sie machen überhaupt kein Serviettenfalten mehr für die Gäste. Meine Frau hatte immer grosse Freude dran. Keine Fehlbestellungen oder Verwechseln von Speisen. Vorspeisen wurden immer „durcheinander“ serviert und immer dann gleich, wenn die vorige Speise gerade leer war, d.h. hat jemand die Suppe ausgelassen, bekam er gleich die Pasta. Währenddessen wurde natürlich das alte Geschirr abgeräumt, das hat aber kaum wirklich gestört. Die Hauptgänge wurden immer solange zurückgehalten, bis der letzte mit den Vorspeisen fertig war und dann wurden alle Hauptgänge gemeinsam serviert. Wir fanden das absolut in Ordnung so, aber darüber gibt es verschiedene Meinungen. Jedenfalls haben wir die zwei mit Trinkgeld zugepflastert, sie waren einmalig !!
· Wenn man nicht weiss, dass man sein Salatdressing gleich mitbestellen muss, wenn da auf der Karte steht „Dressing nach Wahl“, dann kann es einem passieren, dass man den Salat in einer Öllache aus Olivenöl vorfindet und sonst nichts weiter. Zur Not steht ja noch Pfeffer, Salz und Balsamico auf dem Tisch. Es gab Zeiten, da haben die Kellner das Dressing noch selbst auf den Salat gekippt und gefragt, welches Dressing man will. Das wurde wohl wegrationalisiert und das Dressing wird in der Küche schon über den Salat gekippt. Nach dem ersten Abendessen weiss man es ja und kann sich entsprechend umstellen.
· Die Speisekarte gab es abends schon in den Kabinenbriefkasten, muss am „Pearl“ unserer Clubkarte gelegen haben.
· Keine lästigen Durchsagen für jedes Bingo, wenn Durchsage, dann nur aus wichtigem Grund. Einmal kam eine Durchsage, weil Wale gesichtet wurden, die wurde von der Brücke aus initiiert. Alle Durchsagen waren in D,E,F,Sp,It, was auch der Zusammensetzung der Gäste entsprach. Eine Durchsage war noch anlässlich Überquerung des Polarkreises und eine beim Vorbeifahren am Nordkapp.
· Die Theatershows waren durchweg toll, soweit wir sie gesehen haben. Es haben uns ja nicht alle Vorführungen interessiert und teils waren wir auch zu müde.
· Die Klimatisierung der Kabine funktionierte nicht richtig. Das ganze Schiff wurde geheizt, dass man das Gefühl hatte, man sitzt irgendwo in der lybischen Wüste. Die Temperatur lies sich nicht regeln, das Thermostaträdchen lies sich aber schon verstellen, es hatte aber keine Auswirkung. Bei Spitzbergen wurde man zur Tür vom La Trattoria Restaurant schier mit Heissluft rausgeföhnt um dann festzustellen, dass es im Schiff vermutlich 35°C hatte und draussen 5°C. Das mag nicht jeder Kreislauf.

Zustand des Schiffes

Allgemein: Die Costa Romantica hatten wir 2004, sie ist knapp 2Jahre jünger als die Classica. Da wir erst 2006 auf die „renovierte“ Classica kamen, hatten wir also einen Zeitunterschied für die „Verschleissbeurteilung“ von insgesamt ca. 4 Jahren. Die C. Romantica war nach der Festival Pleite unser erstes Costa Schiff und hätte die so ausgesehen, hätten wir ab diesem Zeitpunkt Costa nie mehr gebucht. 2005 hatten wir die Costa Europa, die ja noch mal ca. 6 Jahre älter ist als die Classica, Sie war zu diesem Zeitpunkt etwa 19J alt und ca. 3 J in Costa Hand und in einem Top Zustand, die Classica bei unserer ersten Fahrt mit ihr war da etwa 14jährig und trotz „Renovierung“ ziemlich verschlissen und abgewohnt. Die zerkratzten Aufzüge, die Tien bei der Mini Cruise nach Esbjerg beobachtet hat, mal aussen vor gelassen (Das wäre unfair, das mit einzubeziehen), Die Aufzüge waren 2006 auch noch nicht zekratzt.

· Das Herren WC auf dem mittleren Pooldeck fällt auseinander und wurde während der ganzen Fahrt nicht repariert
· Das ist doch das gleiche Modell Minibar wie bei Tien auf der Esbjerg Schnupperfahrt auf unserer Kabine 4072: Ob das Bestandteil der „Renovation“ war, sämtliche Minibars zu tauschen durch neuere Modelle, die nicht mehr in die alten Halterungen passen ? 2006 war uns rund um England aber keine schiefe Minibar aufgefallen. Wenn es richtig kesselt, macht´s eh nix mehr aus, wenn die Minibar schief eingebaut ist.
· Restliche Kabine kl. optische Mängel, Siebblech wieder beiseite gedreht in der Dusche (wie 2006), offenbar zum Endreinigen. Diesmal stand das Blech aber nicht senkrecht abgeknickt in der Duschwanne, sodass man sich die Ferse hätte aufschneiden können. Das hatte ich 2006 reklamiert und es wurde prompt behoben. Diesmal habe ich das Blech selbst in seine Null-Lage zurückgedreht. Da braucht man sich nicht wundern, wenn eines Tages die Abwassersysteme versagen, weil der Grob-Schmutzsieb in allen Kabinen zur Seite gedreht ist. Das Handwaschbecken war sehr grobschlächtig mit Silikon gegen die Marmor-Ablage abgedichtet. Insgesamt war alles ziemlich abgewohnt, verschlissen und verschrammt, wobei auch nicht alle Gäste mit dem fremden Eigentum zimperlich umgehen, das muss fairerweise gesagt werden (Bestes Beispiel sind die inzwischen völlig zerkratzten Aufzüge).
· Die Fernbedienung zum TV ging nicht, da hab ich den Batterie-Wechseltest gemacht, es lag offenbar an der Programmierung der Fernbedienung. Eine Reklamation dauerte 2 Tage, bis wir eine funktionierende Fernbedienung hatten. Positiv ist jedoch, dass sie mittlerweile ein QM-System haben, das dann von der Rezeption aus jede Reklamation nachgefragt wird, ob alles zur Zufriedenheit erledigt ist, wenn das nicht der Fall ist (wie bei der Fernbedienung), dann bekommt dort jemand mächtig Druck aufgesetzt. Jedenfalls war das denen so peinlich mit den 2 Tagen, dass inzwischen 2x die Rezeption, 1x der Chief Engineer, 2x die Zimmerperle nachgefragt haben, ob alles Ok ist. Eine Wandleuchte war dann am ersten Tag noch ausgefallen, diese wurde aber umgehend repariert nach unserer Meldung. Glühbirnen tauschen ist einfacher, als Fernbedienungen programmieren.
· Der Fernsehempfang, nicht nur über Satellit, sondern auch die internen Programme sah meistens verzerrt aus. Der Satellit fiel meistens ganz aus und vor allem immer 10 Minuten nachdem wir eingeschaltet hatten (z.B. für ZDF Nachrichten, zum Glück gab es noch die Sky-News Zeitung von Costa) brach der Empfang weg. Das lag aber nicht nur an der Route nach Norwegen: Bei Spitzbergen war der Empfang verständlicherweise ganz weg. Das „Laufband“ für die Anzeige „Meine Kreuzfahrt, zu erwerben im Photoshop Deck 9...“ etc. war aus verkaufstaktischen Gründen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Das war 2006 noch völlig in Ordnung. Hier ist eindeutige Verschlechterung zu sehen. Das Laufband sah zeitweise aus wie thailändisch oder indisch.

· Das mittlere Pooldeck ergiesst sich zeitweise in die Ladenstrasse darunter:
· Leckagen auch im La Trattoriaaus der Decke, auch wieder der Pool ??
· Fliessenarbeiten im La Trattoria. Alles krumm und schief und uneben ! Ist das selbstgebastelt oder hat die Werft das schon so abgeliefert ? Wäre das ein „Handwerker“ bei mir Zuhause gewesen, den hätte ich gegrillt ! Absolut schlampig, das ist ein echter Hingucker ! Vielleicht läuft so was ja auch unter „künstlerischer Freiheit“... Oder war das die Renovation aus 2005 ? Wie kann man die Fliessen nur so lieblos hinklatschen ???
· Im Colosseo Theater sind die Handläufe stark zerschrammt durch Ringe etc. In einigen seitlichen Sitzreihen waren die Handläufe auch schon ausgerissen oder abgebrochen und standen mit einem scharfkantigen Ende schon halbseitig in der Luft.

Klasse war die Lektorin Frau Sonja Weidhase, sie hat früher selbst Arktische Expeditionen geleitet. Die Beiträge waren qualitativ absolut hochwertig und ihre Lesungen waren immer gut besucht: Das Theater war immer schon 15 Minuten vorher voll ! Nervig dagegen war zwischendurch das mütterliche bzw. oberlehrerhafte Getue von Frau Weidhase.


9.6. und 24.6. Anreise / Rückreise Bahn

Es hat sich bewährt, mit der Bahn erste Klasse zu fahren. Die sogenannten Fernreisezüge der Bahn sind nicht wirklich für Fernreisende mit Gepäck konzipiert. In der zweiten Klasse war das wieder der absolute Horror, es waren ja 3 Kreuzfahrer in Kiel (C. Classica, MSC Opera, Hanseatic), zusätzlich die Fähren Kronprins Harald und die Stena Line, sowie die ganzen Ostsee Verbindungen. In der ersten Klasse hat es auch nicht wirklich Stauraum, aber dort bleiben ja viele Sitze meist leer. Dabei war die erste Klasse nicht wirklich viel teurer. Angebote vergleichen lohnt sich.
Die Bahn hat erst die ICE der ersten Generation saniert, aber Gepäckstauraum ist Fehlanzeige. Früher gab es die Grossraumwaggons in den IC-Zügen mit den grossen Gepäckablage-Rosten, ist scheinbar alles nimmer nötig, weil’s zwei Sitzplätze kostet und die Leute sollen gefälligst mit nur einer Handtasche Reisen, 2 Unterhosen und eine Zahnbürste sind ja genug für eine Kreuzfahrt oder sonst für eine längere „Fern“ Reise. Ein Durchkommen durch die Sitzreihen grenzt in den modernen und verwinkelten Designer-Zügen eher an einen gemischten Slalom und Hürdenlauf als an ein angenehmes Aufsuchen des gebuchten Platzes mit Gepäck, weil es ja keine Stauräume gibt. Die Kreuzfahrt Koffer auf die schmalen und gläsernen Über-Kopf Gepäckablagen zu wuchten ist auch nicht jedermann´s Sache. Ausserdem könnte es unangenehm werden, wenn der Zug scharf bremst und ein Kreuzfahrer Koffer fliegt von der „Hutablage“

Die Kofferbänder in Basel Badischer Bahnhof haben ausnahmsweise mal funktioniert. Sie fallen oft durch Vandalismus aus.


10.6. Einschiffen

Der Ostseekai ist noch Baustelle und vieles ist noch improvisiert. Wenn man dem ganzen noch ein Jahr Zeit gibt, wird es sich sicher noch mehr einspielen und die letzten baulichen Mängel bzw. Restarbeiten werden dann sicher abgeschlossen sein.
Die Sitzplatzkapazität ist allerdings für die zwei Schiffe Costa Classica und MSC Opera ein wenig knapp. Schön, dass es den Ostseekai inzwischen überhaupt gibt, das ist besser, als die provisorischen Zelte 2006 am Böllhornkai, wo man mit Abziehern damals das Regenwasser aus den Zelten und von den Koffern weg gezogen hat. Zum Böllhornkai konnte man aber bequem zu Fuss vom Bahnhof, jetzt bleiben nur Taxen oder Busse (Costa Transfer).

Costa Transfer haben wir nicht benutzt, wir haben uns nach der Übernachtung im Intercity Hotel ein Taxi bestellt.
Der erste Fahrer, den wir gesehen haben, war für andere Gäste bestellt. Er war ausländischer Mitbürger und sehr freundlich und Hilfsbereit – ausserdem hatte er das richtige Auto, einen Opel Zafira mit Kofferraum. In der Zeit, in der Er auf seine Gäste gewartet hat, hat er unsere Erlebnisse mit dem für uns bestellten Fahrer mitgekriegt. „Unser“ Fahrer kam mit einem C200er Mercedes daher, er war älter und am Kehlkopf operiert. (zum Sprechen musste er 2 Finger auf sein Kehlkopfimplantat legen). Er hat versucht meinen Trolley Koffer in seine Zahnbürstenablage hineinzuwuchten. Nicht, dass ihr jetzt denkt, wir lassen invalide Rentner schuften, aber als er seinen „Kofferraum“ aufgemacht hat, habe ich gleich gesagt, der Koffer passt da nicht rein, er wollte es aber ganz genau wissen. Als er feststellte, dass sein „Kofferraum“ (Zahnbürstenablage) wirklich zu klein war für auch nur einen unserer Koffer wurde er zickig und fragte, wie viel Leichen da drin sind. Motzenderweise „Mit so schweren Koffern verreist man doch nicht !“ hat er uns verlassen, er hat uns aber angeboten, einen Kollegen mit grösserer Zahnbürstenablage zu bestellen. Taxifahren ist halt mehr, als nur ein Job zum Rente aufbessern, sorry – Was denkt der sich, uns so anzumachen und zu belehren, was ´man´ tut und was nicht ! Wir waren für 14 Tage Nordpolarmeer und Norwegen gerüstet. Der ausländische Zafira Fahrer, der das mitgekriegt hatte, hatte inzwischen seine Gäste eingeladen und angeboten zurückzukommen und uns zu fahren, falls wir dann immer noch da gewesen wären – sehr anständig und freundlich ! Ansonsten findet er noch andere Gäste hier am BHF, wenn wir weg sind, er kommt auf jeden Fall zurück. Das nenne ich kundenorientiertes Denken – Respekt! Leider haben wir diesen Fahrer nicht mehr gesehen, weil inzwischen unser Ersatz Fahrer vom zickigen Rentner da war mit einem Kombi. Mit uns und unserem Gepäck am Ostseekai angekommen hat dieser dann abgemotzt über die vielen Sicherheitstypen vom Schiff, die ja alle was zu sagen haben, weil sie so wichtig sind und ihn herumdirigieren wegen Parken und Abladen. Und überhaupt lohne sich das ganze nicht, weil ja die Strecke zu kurz ist und der Ärger zu gross mit den Sicherheitstypen und er würde ja lieber andere Fahrten machen und ausserdem ist die ganze Welt an seinem Elend schuld...
Gottseidank gab es die nächsten 14 Tage keine zickigen und unzufriedenen Taxifahrer mehr, nur noch anständige norwegische Busfahrer.

Auf den Costa Tickets stand noch Böllhornkai oder Norwegenkai. Das war nicht optimal, ich weiss nicht, wie viele darauf hereingefallen sind. Nachdem Costa schon seit Wochen ausschliesslich am Ostseekai mit der Classica festmacht, wäre es doch gut gewesen, wenn die Gäste über diesen Umstand rechtzeitig vor der Anreise orientiert worden wären.

Ein freundlicher Costa Mitarbeiter hat uns gleich in Empfang genommen und uns gezeigt (mit dem Finger), wo wir unsere Koffer abgeben müssen. Das war gleich hinter einem Bus aus Ostdeutschland und einer Lücke im Bauzaun. Dort standen die Koffer aus dem Bus und alle anderen Leute haben ihre Koffer auch dort hin gestellt. Einige Mitarbeiter von Sartori & Berger haben dann die Gitterboxen gefüllt und der Stapler hat das dann zum Schiff gefahren. Dort hätte irgendwer irgendwas hinstellen können und die hätten das in die Box geladen. Naja, unsere Kabinennummern-Kofferbänder waren ja dran. Niemand wollte unser Ticket sehen, auch nicht die völlig überforderte Costa Hostess, die von einem Bus Ostdeutscher umzingelt war und nicht mehr wusste, wo sie anfangen sollte vor lauter Leuten, Koffern und Fragen. Wir blieben stehen, bis unsere Koffer in der Box waren und sind dann ins Terminal reingegangen. Woher hätten wir ahnen sollen, dass die Hostess draussen auch gleich Einschiffungsnummern hätte austeilen sollen. Bei beginnender Einschiffung wandten wir uns etwas ratlos an die Infodesk von Costa, wo man uns dann trotz Mitgliedschaft im Costa Club und Pearl Karte die Nr. 9 gab, also nix mit „Privileged Embarkation“. Naja, wird schon recht sein, dachten wir.

Zeitgleich war ja die Abfertigung der MSC Opera. Dort fiel positiv auf, dass an einem extra Schalter zu jederzeit Behinderte und Familien mit Kindern unter 2J einchecken dürfen, ohne eine Embarkation Number ziehen zu müssen. So ähnlich läuft das beispielsweise bei easyjet und das ist absolut positiv. Bei Costa gab es das nicht und obwohl die „Konkurrenz“ ja nicht zum ersten mal die Opera oder die Lirica zeitgleich mit der Classica abfertigt, hat Costa sich da noch nichts abgeguckt ?????

Gut war, dass MSC und Costa jeweils Getränke im Terminal bereitgestellt haben, um die Wartezeit zu überbrücken.

Bei den mehrsprachigen Durchsagen hatte Costa die Nase eindeutig vorn: D,E,F,IT,SP, während MSC hier nur mit D+E aufwarten konnte.

Costa und MSC mussten immer wieder die Kappenrentner mit hohen Einschiffungsnummern wechselweise daran erinnern, dass das der Reihe nach geht mit den Nummern und die hohen Nummern erst zum Schluss kommen, weil die niedrigen Nummern früher dran kommen, also nicht vor den Schaltern rumstehen mit Nummer 23 und alles blockieren, wenn gerade Nr. 5 aufgerufen ist. Die Kampftrauben vor den Schaltern wurden aber nicht kleiner, die hat das nicht interessiert, keiner wollte seine „Pole Position“ aufgeben, die er sich gerade im Ellbogengefecht erarbeitet hatte. Peinlich, so etwas !! Diese Lemminge ! Yipeeee, yipeeee, yipeeee...
Bei Costa ging der Aufruf 1,2,3,4 relativ schnell, ich hatte mich schon gewundert, ob nur jeweils 5 Personen die gleiche Nummer haben. Dann kam 6 und dann 5, was schon für etwas Verwirrung sorgte. Nach längerer Denkpause wurde dann 13 aufgerufen, wo war unsere 9 geblieben ? Als wir am Info Schalter gerade nachfragten, wurde von der Embarkation Desk schon 7-13 aufgerufen (Yeah – und jetzt alle! Auf in den Kampf !!) . Jetzt war das Chaos perfekt und das Einschiffungs Gerangel ging los, 7-13 wollten alle auf die Pole Position. Jetzt war D-Day in umgekehrter Reihenfolge (Invasion vom Land aufs Schiff). Wir haben uns zurückgehalten und sind dann als Schlusslichter an Bord, aber wenigstens ohne Krückstock zwischen den Rippen und Regenschirm im Auge etc. Sprich ganz geblieben, am Stück, körperlich unversehrt und ohne Blessuren, ganz gemütlich und locker – schliesslich sind das unsere Ferien! Unseren Teil vom Buffet haben wir sogar auch noch abbekommen, wo einige andere offensichtlich schon Angst hatten, dass nur die 5 schnellsten am Buffet etwas kriegen. Einige Leute sind nicht in den Ferien, sondern auf der Flucht, so scheint es.
Die Kabinen wurden nie wirklich per Durchsage freigegeben, so wie das sonst immer durchgesagt wurde. Irgendwann sind wir dann mal auf gut Glück runter: Schlüssel steckte, Zweitschlüssel und Costa Cards auf dem Bett, Koffer alle drin, Minibar offen...
Gefehlt hat aber nichts und die Minibar war noch vollständig.

Die Zimmerperle kam auch nicht, um sich vorzustellen oder die Kabine zu erklären (Safe etc.), das kannten wir eigentlich von anderen Fahrten. Vielleicht hatte sie noch zuviel Stress und weitere Kabinen zu richten... oder sie dachte, Pearl, die wissen eh schon alles. Was soll´s ? Wir sind auch so zurechtgekommen.


10.6. Ausfahrt aus Kiel

Wetter heiss und schwül. Saftelsaftelsaftel...

Ausfahrt war verspätet, weil Koffer vom Flughafen noch gefehlt haben. Irgendein Flug war verspätet. Da blieb für uns Zeit zum Auspacken und für die Sicherheitsübung, ohne das Auslaufen selber zu verpassen. Nur die Abfahrt der MSC Opera haben wir verpasst.
Die Rettungsübung war also noch vor dem Auslaufen und unsere Muster-Station war oben auf Deck 9 bei den Shops und der Pizzeria. Dort stand, sass und lungerte ein ziemlich unorganisierter und motzender Sauhaufen rum und es wurde auch nicht durchgezählt oder die Leute mal sauber aufgereiht (2006 rund um England waren wir im Theater, da wurde noch durchgezählt) – Schlamperei !


11.6. Seetag

Wetter immer noch heiss und schwül. Saftelsaftelsaftel...

Die Vorstellung vom Animationsteam bei der Einschiffungs-Info ging gnadenlos unter die Gürtellinie beim Vorstellen der Squok-Club-Betreuer: „ Falls sie also noch ein paar Kinder machen wollen, dann haben wir hier eine sehr gute Betreuung...“

Da kann ich nur sagen: Dumm, naiv & blöd !!

Gegen 23:55h Begegnung mit der Costa Magica in voller Beleuchtung. Die Commandantes haben sich mit der Lichterkette angeblinkt, Tröööten mit dem Nebelhorn wäre um die Uhrzeit nicht gut gekommen. Leider keine Kamera dabei.


12.6. Hellesylt / Geiranger

Begegnung mit Aida vita
Den ganzen Tag wolkenverhangen, aber unglaublich schön.
Halbtagsausflug am Nachmittag von Geiranger auf den Dalsnibba, daher morgens Fahrt durch den Geiranger schon genossen, morgens waren noch einige heftige Schauer. Die ganztags Ausflügler hat es zugeschüttet während wir von Hellesylt nach Geiranger die Fahrt unter dem Sonnensegel als Regenschutz beim Al Fresco Cafe genossen haben. Auf dem Dalsnibba selber war Nebelsuppe und sogar kurzer Graupelschauer. Tolle Abkühlung nach der Hitze in Kiel und am ersten Seetag.

Zwei Paare haben trotz gebuchter Alm-Ziegenkäse Tour die Busnr. 23 bekommen für Dalsnibba. Der Alm-Bus war schon weg und so mussten diese Leute mit uns auf den Dalsnibba. So was passiert, wenn die Leute 3 Std. zu früh bei der Busnummern Ausgabe erscheinen ( wenn ausdrücklich andere Ausflüge an der Reihe sind, ihre Busnr. zu holen) und die Costa Leute die Ausflugstickets beim Busaufkleber verteilen nicht richtig anschauen – Dumm gelaufen ! Da hat jemand mächtig gepennt, womöglich mehrere Beteiligte auf beiden Seiten.

Das Austendern lief hervorragend und die Ausflüge waren gut gestaffelt und auf das Tendern abgestimmt. Wartezeiten waren gering, auch beim Zurücktendern. Perfekt !
Die Warteschlangen bei der Aida waren beim Zurücktendern deutlich länger.
Einige unserer Kappenrentner stellten sich bei der Aida an, weil gegen Schluss (kurz vor dem Ablegen) auch unsere Schlange länger wurde und die Aida fast fertig war, dachten sie vielleicht, dass es bei Aida schneller geht – ist ja auch Costa Tochter...
Aua Aua Aua Aua Aua.... Herr, schmeiss Hirn vom Himmel !

Die Frühstückskellner waren in den ersten zwei Tagen wenig aufmerksam, vielleicht lag es auch daran, dass wir ca. 30 Minuten vor Schluss zum Frühstück sind. Irgendwie mussten wir regelrecht um unseren Saft betteln, damit wir überhaupt einen bekommen haben. Die Frühstückskarte mit dem Omelettes etc. war auch immer verschollen, vielleicht Taktik bei ½ Std vor Frühstücks-Schluss. Aber wie gesagt nur die ersten 2 Tage, danach war es deutlich besser, auch wenn wir wieder kurz vor Schluss zum Frühstück sind. Vielleicht waren die armen Kerle (und Mädels) auch einfach nur fertig von der Grundreinigung des Schiffes beim Passagierwechsel.

Toilettenpapier ist der bestgehütete Schatz bei Costa oder zumindest bei unserer Zimmerperle. Am 2. Tag hat sie liebevoll ihre Ecken an die letzten 5 Blatt unserer einzigen Rolle drangefaltet und keinen Ersatz deponiert. Das war etwas peinlich. Zum Glück gab es noch Kosmetiktücher, die mag aber das Abwassersystem nicht sonderlich. Überhaupt war die arme Perle (Mercedes, Deck 4) zeitweise etwas überfordert aber im grossen und ganzen war die Kabine sauber, bis auf Kleinigkeiten. Es gab auch noch öfters Toilettenpapier-Mangel, den wir dann aber selbst im Auge behalten haben und immer rechtzeitig Toilettenpapier nachgeordert haben.


13.6. Seetag

Klasse Wetter, traumhaft ! Aber schon etwas kühler und zugig. Polarkreis überquert. Relaxen angesagt. Sonst keine besonderen Vorkommnisse.


14.6. Tromsö

Wetter wieder ein Traum.
Ausflüge sehr gut organisiert. Unsere Reiseleiterin war eine Bulgarin, die in Tromsö studiert. Es war etwas anstrengend mit dem zuhören, aber es ging. Einigen Kappenrentnern war das schon wieder Grund genug zum Rumnörgeln. Als sie am Schluss sagte, dass sie es zum ersten mal auf deutsch machte, ging gottseidank doch noch ein Applaus durch den Bus, jeder muss ja mal anfangen !
Die Eismeerkathedrale ist sehr schön und sehenswert. Der Rest der Stadt solala, nichts Umwerfendes aber ok. Das Museum klein und bescheiden, aber doch einigermassen sehenswert und interessant. Leider ist alles „nur“ norwegisch beschriftet, nicht mal englisch. Aber Deutsch und Norwegisch sind ja ein bisschen ähnlich, manche Sachen konnte man sich zusammenreimen. Die Präsentation über die Aurora Borealis (Nordlichter) war eindrucksvoll.
Die Seilbahnfahrt in Tromsö haben wir nicht mitgemacht, meine Frau hat Höhenangst.


15.6. Seetag

Kalt und zugig, aber schön. Relaxen. Schöne Aussicht bei der Fahrt entlang der Küste von Spitzbergen.
Tenderboot Tickets wurden abgegeben für den Ausflug im Magdalene Fjord. Die Abholung war deckweise organisiert.
Teilweise wurden Walfontänen gesichtet.

Am Al Fresco Cafe wurde bei (fast) jedem Wind und Wetter gegrillt. Während die indischen Köche sich am Grill gewärmt haben, sassen die Gäste im arktischen Outfit hinten draussen beim Essen.
Die Fahrt war sehr ruhig, wir hatten mit Seegang gerechnet, es war ruhig wie ein Dorfteich. „Nachts“ strahlende Sonne... einfach nur geil!


16.6. Magdalene Fjord und Ny Alesund

Der Landgang wurde zunächst abgesagt, weil der „Sysselmann“, den wir in Tromsö aufgelesen hatten, das Plateau zum Anlanden nicht freigegeben hatte. Der Sysselmann ist eine Art Verwalter, Wildhüter, Polizeigewalt, Ranger,... von der norwegischen Regierung. Ausserdem hatten wir noch einen Lotsen an Bord.
Es war Landgang je Tenderboot von 20 Minuten vorgesehen, was einigen Kappenrentnern auch schon wieder ausreichend Grund zum Motzen gab. Da das Plateau aber vereist war und vom Sysselmann nicht freigegeben war (Unfallgefahr, Gäste könnten ausrutschen und hinfallen, der Sysselmann wollte zu Recht keine Sammelklage von Kappenrentnern riskieren, weil der „Gehweg“ nicht von 7.00h bis 22.00h geräumt war), sind die Tenderboote nur bis zum Gletscher und bis knapp vor das Plateau gefahren. Als ich nachgefragt hatte, sagte man mir, dass etwa 70 Leute pro Tenderboot vorgesehen sind. Da habe ich dann auf die Bootsfahrt verzichtet und mein Ticket zurückgegeben. Da die wenigen Scheiben am Tenderboot meist verschmutzt, verkratzt und auch blaustichig sind (UV-Schutz-Scheiben), kam ich zu dem Schluss, dass sich das zum Filmen nicht lohnt. Das Gerangel um einen Fensterplatz mit 70 Personen wollte ich mir nicht antun. Meine Frau hat teilgenommen und mir das am Ende bestätigt, dass man eigentlich nichts gesehen hat. Die Tenderboote haben allein für die Hin- und Rückfahrt schon 10 Minuten gebraucht. Da kann man sich vorstellen, wie gross doch diese Gletscher waren, obwohl sie vom Schiff aus winzig wie Spielzeug wirken. Ich habe lieber vom obersten Deck aus mit Zoom gefilmt, da kam mehr dabei raus.

Um 13.00 h waren alle am Buffet beim Essen und eigentlich war für 13:30h die Weiterfahrt nach Ny Alesund vorgesehen. Kapitän Mario Moretta hat den Sysselmann und den Lotsen für eine Besprechung auf die Brücke ausgerufen. Morgens war das Plateau noch im Schatten und ein eisiger Wind, Jetzt stand die Sonne fast senkrecht und der Wind war abgeklungen, das Plateau war „angetaut“, also begehbar. Um 13.30h war dann die Durchsage, dass der Kapitän den Aufenthalt spontan wegen der anhaltend guten Wetterlage bis 15.00h verlängert hat. Im Theater werden jetzt neue Tendertickets für den 20-minütigen Landgang ausgegeben. Im La Trattoria wurde synchron das Besteck fallen gelassen und das Schiff wurde nach 5 Sekunden buglastig. Yipeeee, yipeeee, yipeeee... Jetzt ging das Tender Ticket Gerangel los. Wir sind sitzen geblieben, das wollten wir uns nicht antun. Wir haben die Zeit an Deck genossen (es war dort so leer, weil das Theater so voll war) und uns einen anständigen Sonnenbrand geholt. Es war so herrlich ! Einige Franzosen meinten, sie haben von Deck aus Eisbären gesehen, da waren aber nur statische Schneehaufen. Alle Ferngläser starrten zu den vermeintlichen Eisbären: „Grenouille Grenouille....“ Es waren keine Eisbären zu sehen, aber ihre Spuren im Schnee waren vorhanden.
Als das letzte Tenderboot um 15.05h seine letzten Passagiere ausgeladen hatte, kam noch ein „Nachzügler“ Tender mit dem Ponton im Schlepp. Der Ponton ist übrigens dafür, dass die Kappenrentner und alle anderen beim Landgang keine nassen Füsse bekommen. Ein Kappenrentner hat mich diesbezüglich vollgequatscht, dass jetzt das eine Boot schon zu spät sei und das andere dann ja auch noch hochgezogen werden müsste – da fahren wir ja noch viel später weg, als vorgesehen. Ich überlegte, ob der jetzt seine Sportschau verpasst, oder was ? Undankbares Pack ! Die sind teilweise wirklich nur auf der Flucht und nicht in den Ferien. Wen kümmert das eigentlich, wenn wir erst 15.15h losfahren? Der Kapitän hat den Aufenthalt verlängert, damit die Gäste noch was von dem einmalig schönen Wetter haben und doch noch zu ihrem Landgang kommen. Den Motzer hätte ich am liebsten zu den Fischen geschickt ! Kielholen sollte wieder eingeführt werden, zumindest für die Härtefälle !
Am Ende der Reise bekamen wir den obligatorischen Fragebogen (Meckerbogen). Eine Gruppe Kappenrentner hat tatsächlich diskutiert: „...Unpünktlichkeit bei den An- und Ablegezeiten“. Ich dachte, ich hör nicht recht !! Die haben jede geplante Sekunde von jedem vorgesehenen Landgang gekriegt, wenn auch manchmal etwas versetzt. Es gab noch ein paar unwesentliche Verzögerungen neben der etwas längeren Verschiebung im Magdalene Fjord. Der Kapitän hat jedes Mal einen Haufen Sprit extra verfeuert, um die Verspätungen teilweise wieder aufzuholen – einschliesslich der Verspätung bei der Abfahrt in Kiel, die wohl eher eine Fluglinie zu verantworten hatte. Manchmal könnte man einfach nur draufhauen !

Durch die Verzögerung im Magdalene Fjord wurden die Tendertickets für Ny Alesund um 19.00h für die 2. Essenssitzung ausgegeben, die 1. Sitzung sollte ihre Tickets danach um 20.30 holen. Das Dumme war nur, dass die 1. Sitzung um 19.00h schon fertig war und sich dann auch schon die Pole Position erkämpfen wollte. Diese Organisation war nicht ganz durchdacht und ging voll in die Hose. Jedenfalls hat Costa daraus gelernt, mehr dazu später bei Episode „Nordkapp“. Was sich jetzt vor und im Theater abspielte, war ein Vorgeschmack auf den 3. Weltkrieg.
Trotz mehrfacher Hinweise und durchsagen strömten ganze Gruppen durch den Ausgang zum Theater herein, während einzelne Familienmitglieder ganze Ticketbündel auf der anderen Seite am Eingang abholten. Die Schlange ging vom Theater Eingang über mehrere Decks durchs Treppenhaus. Der Ausgang vom Theater war permanent blockiert durch hereinströmende und herumstehende, während die Aufgerufenen Nummern versuchten, aus diesem (Affen-)Theater herauszukommen ins Treppenhaus.

Irgendwie hielten sich alle 1500 Passagiere im Theater und im Treppenhaus auf…

Wir, als Mitglieder der 2. Sitzung, die ja als erste ihre Tickets holen sollten, kamen ziemlich als letzte dran mit der Nr. 25. Nach weiteren 1:20h nach Erhalt der Tender-Nr. wurden auch wir endlich ausgetendert und kamen noch auf Ny Alesund an.
· Voll Daneben: eine Gruppe italienischer oder spanischer Papparazzi jagt ein trächtiges Rentier-Weibchen. Na so was, ein Fotomotiv das wegrennt, da muss man doch hinterher rennen, und zwar im Rudel !!! Es gibt Fotografen, die offenbar noch nie was von Zoom gehört haben.

· Eine Italiener-Mamma hält es nicht für nötig, auf ihren ca. 3jährigen Sohn aufzupassen, während der die markierten Wege verlassen hat (Der Kleine kann ja nichts dafür). Als wir sie darauf aufmerksam machen und ihr zurufen, rennt der Kleine dem Rentier Weibchen hinterher (Die „Erwachsenen“ machen es ja vor) und bekommt mit der Nase erst mal Bodenkontakt. Die strassenstrichtauglich aufgedonnerte Mutter interessiert das nicht, sie hockt auf einer Bank und poliert ihre Nuttenstiefel, die ein bisschen Dreck abbekommen haben.

· Obwohl verboten und trotz hundertfacher Hinweise nehmen „Erwachsene“ Leute allerlei Souvenirs mit und brüsten sich damit, wie sie es an der Security vorbei ins Schiff geschmuggelt haben. Andererseits haben sie ja aber auch etwas zurückgelassen (als Ausgleich ?), nämlich Müll. Markierte Wege wurden natürlich auch verlassen, trotz Verbot. Gut, dass keine Seeschwalbennester da waren !!!

· Wir sahen die Schlange vor dem nördlichsten Postamt der Welt. Diese Bretterhütte drohte schon fast auseinanderzufliegen vor lauter Leuten drinnen und draussen. Frau Weidhase outet sich: „Ganz ehrlich, mit so grossen Schiffen kommt man nicht hierher. Dieser Ort ist so einem Ansturm nicht gewachsen.“ – Aha! Einige ihrer Vorträge zeigen die Costa Marina und die Maxim Gorkiy; Diese beiden Schiffe sind kleiner als die Costa Classica ! Dann jammert sie ab, das nächstes Jahr auch Costa mit noch grösseren Schiffen hierher kommen will. Ich bin mal gespannt, ob sie nächstes Jahr mit der Costa Magica dorthin schippert. Warum nicht, solange die Kasse stimmt !


17.6. Longyearbyen

Das Wetter war wieder topp!
Die Bustickets wurden erst am Morgen ab 8.00h kurz vor dem Öffnen des Schiffes verkauft. Eigentlich wäre es schlauer, die Tickets zu bestellen und auf die Kabine geliefert zu bekommen. Das gab fast wieder Mord und Totschlag. Nachdem einige Leute sich massiv beschwert hatten (Ich meine jetzt nicht mit dem Frühstücksbuffet) wurde neben dem Tour Office auch die Rezeption als Verkaufsstelle geöffnet. Na also – geht doch ! Die Schlange ging nämlich vom Atrium schon wieder durch den Gang hinter bis zu den Liften und Treppenhäusern. Es gab aber auch schon wieder Leute, die sich um 7.15h schon angestellt haben. Ich muss nicht überall der erste sein, bin schliesslich in den Ferien und nicht auf der Flucht, aber ständig von einer Schlange zur anderen pendeln und die halben Ferien mit Schlangestehen verbringen muss auch nicht sein. Also haben wir uns in eine Sitzgelegenheit im Atrium fallen lassen und gewartet, bis der Grosskampf wieder vorbei war.
Eigentlich braucht man in Longyearbyen keinen Bus, es kann bequem zu Fuss erlaufen werden, das wussten wir da aber noch nicht. Jedenfalls sind wir zu Fuss zurück zum Schiff gelaufen und haben auf die Bus-Rückfahrt verzichtet.

Eindrucksvoll sind hier die ganzen Kohleförderanlagen, die teils auch schon verfallen sind. Sonst ist es dort eigentlich nur ziemlich dreckig und es liegt ziemlich viel Müll und Schrott herum. Es gibt hier keine richtige Entsorgung. Unser Bus war auch etwas baufällig: in der Scheibe ein riesen Steinschlag (Scheibe völlig zersprungen), die Türhydraulikbzw. -pneumatik war auch kaputt, Türen mussten von Hand geöffnet werden und wurde mit Seilen fixiert. Hier ist es natürlich auch nicht so einfach, Ersatzteile zu bekommen, also wird gebastelt und improvisiert. Das ganze erinnerte mich irgendwie an die Dom. Rep.

Am Nachmittag waren wir wieder auf See, Kurs Honningsvag.

Beim Abendessen wurden von der Brücke aus Walsichtungen gemeldet, wir waren halt beim Futter fassen.


18.6. Seetag, abends Nordkapp und Honningsvag

Auf See Wetter verregnet und kalter Wind. Am Abend beim passieren vom Nordkapp auf See wieder besseres Wetter. Wir treffen die Costa Magica, Discovery und die C.Columbus. Auf dem Nordkapp abends – Traumwetter !!!

Den Sysselman und den Lotsen für Spitzbergen haben wir wahrscheinlich hier wieder abgeladen, oder auch erst in Hammerfest.


Die Organisation war diesmal ober-topp. Aus dem Desaster von Ny Alesund hat Costa richtig was gelernt. Diesmal bekam jede Essenssitzung gemäss Tischzeit eine Farb-Karte und somit war ein „Beschiss“ mit Vordrängeln nicht möglich. Das Abholen der Bus Tickets verlief absolut friedlich und reibungslos.

Der Ausflug war ein Traum, Zwischenstopp beim Muster Samen mit Muster Rentier, dann weiter ans Nordkapp. Die Bilder sprechen einfach für sich, da brauchts keinen Kommentar mehr. Schade ist, das auf dem schönsten Foto-Motiv der Reise dauernd Leute rumklettern. Wieso da noch eine Treppe hingebaut wurde, ist mir unverständlich. Die Treppe gehört weg und ein Zaun drumherum um den Sockel in 1m Abstand. Nicht für eine Sekunde hatte man die Chance, diese Weltkugel mal menschenleer zu bekommen für ein anständiges Fotomotiv. Dauernd sind Köpfe auf den Bildern.


19.6. Nordkapp / Hammerfest

Um 2.30 sind wir von Honningsvag abgefahren und waren um 8.00h in Hammerfest. Das war eine kurze „Nacht“. Die Innenkabine hat einen Vorteil: Sie ist auch bei Mitternachtssonne stockdunkel und man kann schlafen.

Das Wetter war immer noch recht schön...

Hier hatten sie am Morgen die Bustickets an vier Verkaufsstellen (2x Tour Office + 2x Rezeption) verkauft. Es war glatt, reibungslos und friedlich. Auch hier haben wir nur die Hinfahrt mit dem Bus gemacht und sind zu Fuss zurück. Ein Busticket ist nicht unbedingt nötig. Hier gibt es an sich nicht wahnsinnig viel sehenswertes, Einige Kirchen, den Eisbärenclub.


20.6. Seetag

Wetter: Weiss nicht. Frühstück verschlafen, Lektorin Weidhase verschlafen. Mittagessen im La Trattoria, Kabine aufgesucht und weitergeschlafen bis zum Abendessen, danach wieder geschlafen. Nach der kurzen „Nacht“ am Vortag war ein gewisser Nachholbedarf vorhanden. Überhaupt war die innere Uhr völlig durcheinander, „nachts“ immer länger aufgeblieben, weil es ja noch Sonne gab und weil das ja so faszinierend war. Die Ausflüge Nordkapp und Ny Alesund waren ja auch alle nach dem „Nacht“-essen, wen wundert es da, wenn die innere Uhr falsch herum tickt ? Am 13. hatten wir den Polarkreis überquert, heute haben wir ihn in die andere Richtung überquert. Am Abend des 20. hatten wir zum ersten mal wieder einen Sonnenuntergang um ca. 23.45h, das bedeutet aber nicht, dass es völlig dunkel wurde – nein !


21.6 Molde & Andalsness

Das Wetter war wieder nicht zu toppen – einfach klasse. Hitze bis 24° ! Da wir in der Nähe von Geiranger waren, durften wir diese Gegend auch mal bei extrem schönem Wetter erleben, nachdem ja der erste Tag im Geiranger und bei Hellesylt mit Regen und Graupelschauer auf dem Dalsnibba gesegnet war.
Die Tour an sich war sehr gut organisiert, nur am Anfang gab es Durcheinander mit den Bussen. Meine Frau und ich waren „zuviel“ in unserem ersten Bus, weil man wohl vergessen hatte, dass die Tourguide und der Costa Begleiter auch noch einen Sitzplatz belegen. So haben die beiden die Stadtrundfahrt bis zur Fähre nach Vestness auf dem Busboden vor der Eingangstür zugebracht. Einem anderen Paar auf einem anderen Bus ging es ähnlich. Auf der Fähre wurden wir dann umverteilt, weil es noch Busse mit mehreren freien Plätzen gab. Das war unser einziger Ganztages-Ausflug, der hat sich aber auch gelohnt: Trollstigen, Trollwand, Stigvossen Wasserfall und die Fjorde entlang mit dem Bus. Einfach nur geil !!


22.6. Bergen

Für die regenreichste Stadt in Norwegen war auch dieses Wetter traumhaft. Kein Regen. Zwar einige Wolken, die drohen, wehe ihr esst das Buffet heute nicht leer, aber kein einziger Tropfen Regen. Als wir anlegen, ist die C. Columbus schon da.

Bergen hat im Vergleich zu den anderen Städten viel Architektur und Geschichte zu bieten. Absolut sehenswert. Dafür haben die anderen Anlaufhäfen viel mehr Natur mit ihrer Schönheit geboten.

Am Fischmarkt haben wir den Bus verlassen und sind dann zu Fuss durch Bergen und zum Schiff zurück.
Mit tröööötendem Nebelhorn haben wir uns von Bergen verabschiedet und die C. Columbus hat uns mit Gegentröööten verabschiedet.
Das wars denn wieder, nächster Anlaufhafen ist Kiel.


23.6. Seetag

Jugendliche rennen nachts trampelnd und schreiend viermal durch Deck 4 und einmal Deck 5, das war so zwischen 2.00h und 3.00h.
Das Wetter war wieder heiss und schwül, die Pools wurden wieder benutzt.

Einige holländisch sprechende Gäste ( waren aber vermutlich einige Süd-Afrikaner dabei) sitzen am hinteren Flaggenmast und füllen sich mit ihren restlichen Weinpaketen die Lampe, so weit so gut. Wenn es dann aber ausschweifend wird, habe ich kein Verständnis mehr. Da haben sie mit ihrem Wasserglas quasi „alte Rittersleut“ gespielt und das Wasser im hohen Bogen hinter sich geschüttet. Meine Frau hat eine volle Ladung auf den Rücken bekommen und ein Berliner Paar neben uns am gleichen Tisch bekam das Wasser ans Hosenbein. Wäre das Rotwein gewesen, dann hätte es Ärger gegeben !! Meine Frau hat sich damit begnügt, diese Idioten anzuschreien, das hat die nicht im mindesten gekümmert. Jedenfalls haben sie nun das Wasser nicht mehr hinter sich „geworfen“, sondern über die Reling. Die sind doch hier nicht beim Rittermahl. Die Kellner haben das mit dem Wasser über die Bordwand gesehen, sind aber nicht eingeschritten. Wasser über Bord zu kippen ist ja auch vergleichsweise harmlos. Dann hat einer der Herren Flaschenpost gebastelt und einen grossen Zettel mit Costa Classica, Cabin Nr. XXXX in eine PET Flasche gesteckt und über Bord geworfen. Jetzt hat es mir gereicht: Das Meer verschmutzen mit Plastikmüll !! Beherzt griff ich zur Videokamera und hab der Flasche hinterhergefilmt. Den Wurf an sich bekam ich nicht mit, da war ich bereits zu spät, die Flasche selbst war auch nicht mehr zu sehen. Entweder wurde die im Schrauben-Wasserstrudel herumgewirbelt oder sie ist in die offenen Decks am Heck geflogen. Jedenfalls tat ich so, als würde ich Filmen und dann habe ich provokativ die ganze Gruppe gefilmt. Die haben nur noch blöd aus der Wäsche geschaut ! Meine Frau hat dann den Kellner geholt und informiert. Als der Kellner dann die Leute angesprochen hatte, beschwerte sich Madame Strohhut auf englisch: „Was wollen diese Leute da neben dran, wir sind ein bisschen am feiern und lachen. Darf man das nicht mehr ?“ – Doch, aber nicht PET-Müll ins Meer werfen und andere Gäste mit Getränken vollschütten. Jedenfalls sind diese Idioten dann abgedankt und haben woanders weitergesoffen. Der Kellner hat sich 100x bei uns entschuldigt, weil der arme Kerl wohl dachte, dass er jetzt Ärger durch die ganze Aktion bekommt. Wir haben ihn dann schon entschuldigt, denn schliesslich kann er ja nicht die Augen überall haben oder Babysitter spielen für Besoffene. Der Flaschenpost-Wurf war ja nur ein kurzer Augenblick, den er eben nicht gesehen hat, weil er ja noch andere Gäste versorgen muss. Wir haben ihm auch klargemacht, dass es uns egal ist, ob diese Leute „feiern“ oder besoffen sind, aber andere Gäste belästigen und das Meer verschmutzen tolerieren wir nicht. Er braucht sich aber keine Sorgen zu machen, dass er jetzt durch uns Ärger bekommt.

Am Abend beim Essen im Tivoli Restaurant fuhr die Color Fantasy an uns vorbei, so gegen 21.30h.


24.6. Kiel / Ausschiffung und Bahn-Rückreise nach Bad Säckingen

Die Ausschiffung ging schnell und pünktlich. Privileged, da wir mit Pearl Card darum gebeten hatten. Wir hatten noch eine endlos lange Zugfahrt vor uns von Kiel bis an die Schweizer Grenze / Bad Säckingen.
Schlecht war, dass wir im Ostseekai Terminal die Rolltreppe runterkamen und in die Leute, die da rumstanden mit ihren Koffern, regelrecht hineinkatapultiert wurden. Zwischen der Kofferreihe und der Rolltreppe war nur eine schmale Gasse von ca. 2m Breite. Der eine Menschenstrom ergiesst sich von der Rolltreppe herunter nach links in den anderen Strom hinein, der bereits mit Koffern von links nach rechts zum Ausgang strömt.
Ansonsten war die Organisation topp und es ging sehr flüssig, nachdem die erste Kofferreihe vor der Rolltreppe abgebaut war.

Einer unserer Trolleys war nur noch zum Tragen zu gebrauchen, das Fahrwerk war in der Gitterbox geblieben. Wir haben ein Schadensformular ausgefüllt. Die arme Costa Hostess war wieder im Stress, einige Italiener, die dringend zum Flughafen mussten, hatten ihre Koffer noch nicht. Da war richtig Stress angesagt. Wer aber schuld war, dass die Koffer fehlten, können wir nicht beurteilen. Es gibt dafür 3 Möglichkeiten: Costa Personal, Sartori & Berger oder die Gäste selbst ? Who knows...

Bis heute (29.7.07) gibt es allerdings keine Reaktion auf unser Schadensformular. Wir haben Costa jetzt direkt angeschrieben mit eingescanntem Schadensformular und Gepäckabschnitts-Banderole.

Wir sind dann vor die Türe und haben auch ganz zügig ein Taxi bekommen, mit Kofferraum und ohne schlecht gelaunten Fahrer.
Im Bahnhof ging dann wieder der Kampf um die Zugabteile und Gepäckablagemöglichkeiten los. Es war ausser der Costa Classica noch die MSC Opera und die C. Columbus in Kiel angekommen. Selbst im 1. Klasse Abteil im Zug nach Hamburg waren die Gänge voller Koffer. Da hätte kein Brand oder Panik o.ä. sein dürfen. Selbst die Schaffner hatten Mühe, die Waggons zu durchqueren.

Erschöpft zuhause angekommen, hatten wir viele Eindrücke von einer schönen Reise mitgenommen, aber auch nicht ganz so tolle Eindrücke von menschlichen Verhaltensweisen und einem Schiff, das mal wieder etwas besser gepflegt werden sollte.

Eindrucksvolle Bilder von „oben“ über Nordnorwegen, Spitzbergen und Island gibt es auch unter http://www.polarflug.de/ und zwar beim Bericht vom Flug von der Nordlandseite http://www.nordlandseite.de/berichte...ordpolflug.htm . Gefunden habe ich das über www.airevents.com , weil ich auch von Flugzeugen ziemlich angefressen bin. Spitzbergen, Grönland etc. ist auch aus der Luft sehr eindrucksvoll und der Preis dafür hat auch seine Berechtigung, aber mir ist das zu teuer und zu „stressig“ . Das bedeutet nämlich 13 Std. in einem Flugzeug mit weniger Bewegungsfreiheit, als auf dem Schiff und der Preis ist in etwa vergleichbar mit unserer 14 Tage Kreuzfahrt.

voyagetom
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The Azur (Festival), Costa Romantica, Costa Europa, 2x Costa Classica, Color Fantasy...



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Old 07-29-2007, 08:46 AM
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Costa Classica 10.6.-24.6.2007 Norwegen & Spitzbergen

Moinmoin, anbei mein Reisebericht.

Hier im Forum unbebildert, weils mir zu aufwändig war, die Bilder zu verlinken. Siehe weiter unten...

Hier noch zum downloaden bzw. angucken (Ich hoffe, es verstösst nicht gegen Forenregeln)

pdf bebildert (ca. 10MB) Click!
pdf unbebildert Click!
html bebildert Click!
Nur die Bilder Reisebider in Ordnern mit Datum und "Classica-Verschleiss"


Reisebericht Costa Classica

10.6.-24.6.2007

Nordkapp-Spitzbergen-Norwegische Fjorde


Vorwort:

Dieser Bericht soll keine Abhandlung im Sinne von „nie wieder X oder Y“ sein, sondern ist eine reine Ansammlung von Fakten und teils auch subjektiven Beobachtungen, die wir während unserer Fahrt gemacht haben. Es gibt positives und negatives zu berichten – nirgendwo im Leben läuft alles perfekt – und jeder muss für sich selbst entscheiden, wie hoch er oder sie die einzelnen Fakten gewichtet. Zusammenfassend muss man sagen, wir hatten eine sehr schöne Reise und wir nehmen überwiegend positive, schöne Erinnerungen mit (Die kann uns keiner mehr nehmen). Etwas weniger schön ist der derzeitige Zustand des angeblich 2005 renovierten Schiffes, trotzdem hat uns die Classica überall sicher hingebracht und wir hatten eine schöne Zeit auf dem Schiff. Eigentlich wollten wir nach unserer Fahrt 2006 rund um England nicht mehr auf dieses Schiff, weil die Enttäuschung über dessen Zustand (Renoviert 2005, so im Prospekt beworben) und auch die Erfahrungen mit dem damaligen Publikum derart schlecht waren, dass wir eigentlich mal was anderes probieren wollten anstelle Costa. Diesmal wussten wir ja, welches Schiff uns erwartet und das Publikum war diesmal auch um einiges besser, dennoch gab es einige „Kappenrentner“ und sonstige Chaoten, die wir am liebsten zu den Fischen geschickt hätten. Wir hatten das Schiff aber erneut ausgewählt, weil es das einzige Schiff war, das zur der für uns richtigen Zeit und auch zum „richtigen“ Preis bis zum richtigen Ort (Spitzbergen) fuhr und auch am Nordkapp „über Nacht“ geblieben ist, falls man in diesem Zusammenhang überhaupt von „Nacht“ reden kann – man müsste wohl eher von Datumswechsel reden. Wir sind am Nordkapp u.a. der Costa Atlantica begegnet, die war aber schon am Eintendern, als wir dort ankamen und fuhr wahrscheinlich um 19.00h oder 20.00h schon wieder ab.
Jetzt, nachdem ich erst mal den Videofilm fertig habe, hat sich das erlebte auch ein wenig gesetzt und bestimmte Emotionen kochen nicht mehr ganz so schlimm auf, als hätte ich den Bericht unmittelbar nach der Rückkehr geschrieben, ohne die nötige „Distanz“ zum Erlebten. Das Wetter war einfach ein Traum während der ganzen Fahrt und wie ein Sechser im Lotto, wir haben auch immer brav die Teller leergegessen...
Offenbar fand auch Petrus, dass einige ganz gewisse Südländer mit ihren „Essgewohnheiten“ diesmal in der Minderheit waren. Es soll ja Leute geben, die das Buffet abräumen und den Teller vollhäufen, querbeet von allem und dann nach 2x drin herumstochern den gehäuften Teller zurückgehen lassen. Das müssen die Erfinder der Schüttkegeltheorie von Feststoffen sein, mit Suppe funktioniert ja so was nicht.


Allgemeines:

· Deck 5 im Foyer, Plasmabildschirme zeigen die ganze Flotte Schiff für Schiff mit GPS Standort, nächstem Einlaufhafen und letzter Abfahrtshafen – einfach toll gemacht, das gab es 2006 noch nicht in der Form. Das kannten wir bisher nur von der Azur bei Festival in Papierform, da waren alle Schiffe in der Bordzeitung mit Standort vermerkt.
· Im La Trattoria Restaurant sind Firedampers mit Tischen blockiert. Heiliger St. Florian, verschon mein Schiff, zünd andere an...

Dabei hat das Schiff im Sommer 2005 schon gebrannt...


Gottseidank haben wir sonst auf dem ganzen Schiff keine weiteren Firedamper blockiert vorgefunden.

· Der Frühstückskaffee bzw. Gratiskaffe im La Trattoria schmeckt wieder deutlich besser als 2006 und brennt nicht mehr die Magenwand durch.
· Die Sitzecken im Deck 9 bei der Dolce Amore Bar werden nicht mehr zugebaut mit Kleiderständern, alle Sitzgruppen bleiben erreichbar. Man kann nun nicht sagen, sie haben es gelernt, es ist eben kpl. anderes Shop-Personal mit offensichtlich mehr Grips als 2006.
· Der Hutständer mit der abgebrochenen Metallstrebe an der Schweissnaht mit abstehendem Grat und schlimmster Verletzungsgefahr wurde repariert bzw. getauscht.
· Das Personal ist insgesamt sehr freundlich und sehr um die Kundschaft bemüht.
· Das Kellnerteam an unserem Tisch 72 (Cornel = Rumäne, perfekte Deutschkenntnisse und sein indischer Kollege) war sehr aufmerksam und kompetent, höflichste Umgangsformen, harmonisch und eingespielt. Unsere besten Kellner auf allen Kreuzfahrten. Schade – Sie machen überhaupt kein Serviettenfalten mehr für die Gäste. Meine Frau hatte immer grosse Freude dran. Keine Fehlbestellungen oder Verwechseln von Speisen. Vorspeisen wurden immer „durcheinander“ serviert und immer dann gleich, wenn die vorige Speise gerade leer war, d.h. hat jemand die Suppe ausgelassen, bekam er gleich die Pasta. Währenddessen wurde natürlich das alte Geschirr abgeräumt, das hat aber kaum wirklich gestört. Die Hauptgänge wurden immer solange zurückgehalten, bis der letzte mit den Vorspeisen fertig war und dann wurden alle Hauptgänge gemeinsam serviert. Wir fanden das absolut in Ordnung so, aber darüber gibt es verschiedene Meinungen. Jedenfalls haben wir die zwei mit Trinkgeld zugepflastert, sie waren einmalig !!
· Wenn man nicht weiss, dass man sein Salatdressing gleich mitbestellen muss, wenn da auf der Karte steht „Dressing nach Wahl“, dann kann es einem passieren, dass man den Salat in einer Öllache aus Olivenöl vorfindet und sonst nichts weiter. Zur Not steht ja noch Pfeffer, Salz und Balsamico auf dem Tisch. Es gab Zeiten, da haben die Kellner das Dressing noch selbst auf den Salat gekippt und gefragt, welches Dressing man will. Das wurde wohl wegrationalisiert und das Dressing wird in der Küche schon über den Salat gekippt. Nach dem ersten Abendessen weiss man es ja und kann sich entsprechend umstellen.
· Die Speisekarte gab es abends schon in den Kabinenbriefkasten, muss am „Pearl“ unserer Clubkarte gelegen haben.
· Keine lästigen Durchsagen für jedes Bingo, wenn Durchsage, dann nur aus wichtigem Grund. Einmal kam eine Durchsage, weil Wale gesichtet wurden, die wurde von der Brücke aus initiiert. Alle Durchsagen waren in D,E,F,Sp,It, was auch der Zusammensetzung der Gäste entsprach. Eine Durchsage war noch anlässlich Überquerung des Polarkreises und eine beim Vorbeifahren am Nordkapp.
· Die Theatershows waren durchweg toll, soweit wir sie gesehen haben. Es haben uns ja nicht alle Vorführungen interessiert und teils waren wir auch zu müde.
· Die Klimatisierung der Kabine funktionierte nicht richtig. Das ganze Schiff wurde geheizt, dass man das Gefühl hatte, man sitzt irgendwo in der lybischen Wüste. Die Temperatur lies sich nicht regeln, das Thermostaträdchen lies sich aber schon verstellen, es hatte aber keine Auswirkung. Bei Spitzbergen wurde man zur Tür vom La Trattoria Restaurant schier mit Heissluft rausgeföhnt um dann festzustellen, dass es im Schiff vermutlich 35°C hatte und draussen 5°C. Das mag nicht jeder Kreislauf.

Zustand des Schiffes

Allgemein: Die Costa Romantica hatten wir 2004, sie ist knapp 2Jahre jünger als die Classica. Da wir erst 2006 auf die „renovierte“ Classica kamen, hatten wir also einen Zeitunterschied für die „Verschleissbeurteilung“ von insgesamt ca. 4 Jahren. Die C. Romantica war nach der Festival Pleite unser erstes Costa Schiff und hätte die so ausgesehen, hätten wir ab diesem Zeitpunkt Costa nie mehr gebucht. 2005 hatten wir die Costa Europa, die ja noch mal ca. 6 Jahre älter ist als die Classica, Sie war zu diesem Zeitpunkt etwa 19J alt und ca. 3 J in Costa Hand und in einem Top Zustand, die Classica bei unserer ersten Fahrt mit ihr war da etwa 14jährig und trotz „Renovierung“ ziemlich verschlissen und abgewohnt. Die zerkratzten Aufzüge, die Tien bei der Mini Cruise nach Esbjerg beobachtet hat, mal aussen vor gelassen (Das wäre unfair, das mit einzubeziehen), Die Aufzüge waren 2006 auch noch nicht zekratzt.

· Das Herren WC auf dem mittleren Pooldeck fällt auseinander und wurde während der ganzen Fahrt nicht repariert
· Das ist doch das gleiche Modell Minibar wie bei Tien auf der Esbjerg Schnupperfahrt auf unserer Kabine 4072: Ob das Bestandteil der „Renovation“ war, sämtliche Minibars zu tauschen durch neuere Modelle, die nicht mehr in die alten Halterungen passen ? 2006 war uns rund um England aber keine schiefe Minibar aufgefallen. Wenn es richtig kesselt, macht´s eh nix mehr aus, wenn die Minibar schief eingebaut ist.
· Restliche Kabine kl. optische Mängel, Siebblech wieder beiseite gedreht in der Dusche (wie 2006), offenbar zum Endreinigen. Diesmal stand das Blech aber nicht senkrecht abgeknickt in der Duschwanne, sodass man sich die Ferse hätte aufschneiden können. Das hatte ich 2006 reklamiert und es wurde prompt behoben. Diesmal habe ich das Blech selbst in seine Null-Lage zurückgedreht. Da braucht man sich nicht wundern, wenn eines Tages die Abwassersysteme versagen, weil der Grob-Schmutzsieb in allen Kabinen zur Seite gedreht ist. Das Handwaschbecken war sehr grobschlächtig mit Silikon gegen die Marmor-Ablage abgedichtet. Insgesamt war alles ziemlich abgewohnt, verschlissen und verschrammt, wobei auch nicht alle Gäste mit dem fremden Eigentum zimperlich umgehen, das muss fairerweise gesagt werden (Bestes Beispiel sind die inzwischen völlig zerkratzten Aufzüge).
· Die Fernbedienung zum TV ging nicht, da hab ich den Batterie-Wechseltest gemacht, es lag offenbar an der Programmierung der Fernbedienung. Eine Reklamation dauerte 2 Tage, bis wir eine funktionierende Fernbedienung hatten. Positiv ist jedoch, dass sie mittlerweile ein QM-System haben, das dann von der Rezeption aus jede Reklamation nachgefragt wird, ob alles zur Zufriedenheit erledigt ist, wenn das nicht der Fall ist (wie bei der Fernbedienung), dann bekommt dort jemand mächtig Druck aufgesetzt. Jedenfalls war das denen so peinlich mit den 2 Tagen, dass inzwischen 2x die Rezeption, 1x der Chief Engineer, 2x die Zimmerperle nachgefragt haben, ob alles Ok ist. Eine Wandleuchte war dann am ersten Tag noch ausgefallen, diese wurde aber umgehend repariert nach unserer Meldung. Glühbirnen tauschen ist einfacher, als Fernbedienungen programmieren.
· Der Fernsehempfang, nicht nur über Satellit, sondern auch die internen Programme sah meistens verzerrt aus. Der Satellit fiel meistens ganz aus und vor allem immer 10 Minuten nachdem wir eingeschaltet hatten (z.B. für ZDF Nachrichten, zum Glück gab es noch die Sky-News Zeitung von Costa) brach der Empfang weg. Das lag aber nicht nur an der Route nach Norwegen: Bei Spitzbergen war der Empfang verständlicherweise ganz weg. Das „Laufband“ für die Anzeige „Meine Kreuzfahrt, zu erwerben im Photoshop Deck 9...“ etc. war aus verkaufstaktischen Gründen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Das war 2006 noch völlig in Ordnung. Hier ist eindeutige Verschlechterung zu sehen. Das Laufband sah zeitweise aus wie thailändisch oder indisch.

· Das mittlere Pooldeck ergiesst sich zeitweise in die Ladenstrasse darunter:
· Leckagen auch im La Trattoriaaus der Decke, auch wieder der Pool ??
· Fliessenarbeiten im La Trattoria. Alles krumm und schief und uneben ! Ist das selbstgebastelt oder hat die Werft das schon so abgeliefert ? Wäre das ein „Handwerker“ bei mir Zuhause gewesen, den hätte ich gegrillt ! Absolut schlampig, das ist ein echter Hingucker ! Vielleicht läuft so was ja auch unter „künstlerischer Freiheit“... Oder war das die Renovation aus 2005 ? Wie kann man die Fliessen nur so lieblos hinklatschen ???
· Im Colosseo Theater sind die Handläufe stark zerschrammt durch Ringe etc. In einigen seitlichen Sitzreihen waren die Handläufe auch schon ausgerissen oder abgebrochen und standen mit einem scharfkantigen Ende schon halbseitig in der Luft.

Klasse war die Lektorin Frau Sonja Weidhase, sie hat früher selbst Arktische Expeditionen geleitet. Die Beiträge waren qualitativ absolut hochwertig und ihre Lesungen waren immer gut besucht: Das Theater war immer schon 15 Minuten vorher voll ! Nervig dagegen war zwischendurch das mütterliche bzw. oberlehrerhafte Getue von Frau Weidhase.


9.6. und 24.6. Anreise / Rückreise Bahn

Es hat sich bewährt, mit der Bahn erste Klasse zu fahren. Die sogenannten Fernreisezüge der Bahn sind nicht wirklich für Fernreisende mit Gepäck konzipiert. In der zweiten Klasse war das wieder der absolute Horror, es waren ja 3 Kreuzfahrer in Kiel (C. Classica, MSC Opera, Hanseatic), zusätzlich die Fähren Kronprins Harald und die Stena Line, sowie die ganzen Ostsee Verbindungen. In der ersten Klasse hat es auch nicht wirklich Stauraum, aber dort bleiben ja viele Sitze meist leer. Dabei war die erste Klasse nicht wirklich viel teurer. Angebote vergleichen lohnt sich.
Die Bahn hat erst die ICE der ersten Generation saniert, aber Gepäckstauraum ist Fehlanzeige. Früher gab es die Grossraumwaggons in den IC-Zügen mit den grossen Gepäckablage-Rosten, ist scheinbar alles nimmer nötig, weil’s zwei Sitzplätze kostet und die Leute sollen gefälligst mit nur einer Handtasche Reisen, 2 Unterhosen und eine Zahnbürste sind ja genug für eine Kreuzfahrt oder sonst für eine längere „Fern“ Reise. Ein Durchkommen durch die Sitzreihen grenzt in den modernen und verwinkelten Designer-Zügen eher an einen gemischten Slalom und Hürdenlauf als an ein angenehmes Aufsuchen des gebuchten Platzes mit Gepäck, weil es ja keine Stauräume gibt. Die Kreuzfahrt Koffer auf die schmalen und gläsernen Über-Kopf Gepäckablagen zu wuchten ist auch nicht jedermann´s Sache. Ausserdem könnte es unangenehm werden, wenn der Zug scharf bremst und ein Kreuzfahrer Koffer fliegt von der „Hutablage“

Die Kofferbänder in Basel Badischer Bahnhof haben ausnahmsweise mal funktioniert. Sie fallen oft durch Vandalismus aus.


10.6. Einschiffen

Der Ostseekai ist noch Baustelle und vieles ist noch improvisiert. Wenn man dem ganzen noch ein Jahr Zeit gibt, wird es sich sicher noch mehr einspielen und die letzten baulichen Mängel bzw. Restarbeiten werden dann sicher abgeschlossen sein.
Die Sitzplatzkapazität ist allerdings für die zwei Schiffe Costa Classica und MSC Opera ein wenig knapp. Schön, dass es den Ostseekai inzwischen überhaupt gibt, das ist besser, als die provisorischen Zelte 2006 am Böllhornkai, wo man mit Abziehern damals das Regenwasser aus den Zelten und von den Koffern weg gezogen hat. Zum Böllhornkai konnte man aber bequem zu Fuss vom Bahnhof, jetzt bleiben nur Taxen oder Busse (Costa Transfer).

Costa Transfer haben wir nicht benutzt, wir haben uns nach der Übernachtung im Intercity Hotel ein Taxi bestellt.
Der erste Fahrer, den wir gesehen haben, war für andere Gäste bestellt. Er war ausländischer Mitbürger und sehr freundlich und Hilfsbereit – ausserdem hatte er das richtige Auto, einen Opel Zafira mit Kofferraum. In der Zeit, in der Er auf seine Gäste gewartet hat, hat er unsere Erlebnisse mit dem für uns bestellten Fahrer mitgekriegt. „Unser“ Fahrer kam mit einem C200er Mercedes daher, er war älter und am Kehlkopf operiert. (zum Sprechen musste er 2 Finger auf sein Kehlkopfimplantat legen). Er hat versucht meinen Trolley Koffer in seine Zahnbürstenablage hineinzuwuchten. Nicht, dass ihr jetzt denkt, wir lassen invalide Rentner schuften, aber als er seinen „Kofferraum“ aufgemacht hat, habe ich gleich gesagt, der Koffer passt da nicht rein, er wollte es aber ganz genau wissen. Als er feststellte, dass sein „Kofferraum“ (Zahnbürstenablage) wirklich zu klein war für auch nur einen unserer Koffer wurde er zickig und fragte, wie viel Leichen da drin sind. Motzenderweise „Mit so schweren Koffern verreist man doch nicht !“ hat er uns verlassen, er hat uns aber angeboten, einen Kollegen mit grösserer Zahnbürstenablage zu bestellen. Taxifahren ist halt mehr, als nur ein Job zum Rente aufbessern, sorry – Was denkt der sich, uns so anzumachen und zu belehren, was ´man´ tut und was nicht ! Wir waren für 14 Tage Nordpolarmeer und Norwegen gerüstet. Der ausländische Zafira Fahrer, der das mitgekriegt hatte, hatte inzwischen seine Gäste eingeladen und angeboten zurückzukommen und uns zu fahren, falls wir dann immer noch da gewesen wären – sehr anständig und freundlich ! Ansonsten findet er noch andere Gäste hier am BHF, wenn wir weg sind, er kommt auf jeden Fall zurück. Das nenne ich kundenorientiertes Denken – Respekt! Leider haben wir diesen Fahrer nicht mehr gesehen, weil inzwischen unser Ersatz Fahrer vom zickigen Rentner da war mit einem Kombi. Mit uns und unserem Gepäck am Ostseekai angekommen hat dieser dann abgemotzt über die vielen Sicherheitstypen vom Schiff, die ja alle was zu sagen haben, weil sie so wichtig sind und ihn herumdirigieren wegen Parken und Abladen. Und überhaupt lohne sich das ganze nicht, weil ja die Strecke zu kurz ist und der Ärger zu gross mit den Sicherheitstypen und er würde ja lieber andere Fahrten machen und ausserdem ist die ganze Welt an seinem Elend schuld...
Gottseidank gab es die nächsten 14 Tage keine zickigen und unzufriedenen Taxifahrer mehr, nur noch anständige norwegische Busfahrer.

Auf den Costa Tickets stand noch Böllhornkai oder Norwegenkai. Das war nicht optimal, ich weiss nicht, wie viele darauf hereingefallen sind. Nachdem Costa schon seit Wochen ausschliesslich am Ostseekai mit der Classica festmacht, wäre es doch gut gewesen, wenn die Gäste über diesen Umstand rechtzeitig vor der Anreise orientiert worden wären.

Ein freundlicher Costa Mitarbeiter hat uns gleich in Empfang genommen und uns gezeigt (mit dem Finger), wo wir unsere Koffer abgeben müssen. Das war gleich hinter einem Bus aus Ostdeutschland und einer Lücke im Bauzaun. Dort standen die Koffer aus dem Bus und alle anderen Leute haben ihre Koffer auch dort hin gestellt. Einige Mitarbeiter von Sartori & Berger haben dann die Gitterboxen gefüllt und der Stapler hat das dann zum Schiff gefahren. Dort hätte irgendwer irgendwas hinstellen können und die hätten das in die Box geladen. Naja, unsere Kabinennummern-Kofferbänder waren ja dran. Niemand wollte unser Ticket sehen, auch nicht die völlig überforderte Costa Hostess, die von einem Bus Ostdeutscher umzingelt war und nicht mehr wusste, wo sie anfangen sollte vor lauter Leuten, Koffern und Fragen. Wir blieben stehen, bis unsere Koffer in der Box waren und sind dann ins Terminal reingegangen. Woher hätten wir ahnen sollen, dass die Hostess draussen auch gleich Einschiffungsnummern hätte austeilen sollen. Bei beginnender Einschiffung wandten wir uns etwas ratlos an die Infodesk von Costa, wo man uns dann trotz Mitgliedschaft im Costa Club und Pearl Karte die Nr. 9 gab, also nix mit „Privileged Embarkation“. Naja, wird schon recht sein, dachten wir.

Zeitgleich war ja die Abfertigung der MSC Opera. Dort fiel positiv auf, dass an einem extra Schalter zu jederzeit Behinderte und Familien mit Kindern unter 2J einchecken dürfen, ohne eine Embarkation Number ziehen zu müssen. So ähnlich läuft das beispielsweise bei easyjet und das ist absolut positiv. Bei Costa gab es das nicht und obwohl die „Konkurrenz“ ja nicht zum ersten mal die Opera oder die Lirica zeitgleich mit der Classica abfertigt, hat Costa sich da noch nichts abgeguckt ?????

Gut war, dass MSC und Costa jeweils Getränke im Terminal bereitgestellt haben, um die Wartezeit zu überbrücken.

Bei den mehrsprachigen Durchsagen hatte Costa die Nase eindeutig vorn: D,E,F,IT,SP, während MSC hier nur mit D+E aufwarten konnte.

Costa und MSC mussten immer wieder die Kappenrentner mit hohen Einschiffungsnummern wechselweise daran erinnern, dass das der Reihe nach geht mit den Nummern und die hohen Nummern erst zum Schluss kommen, weil die niedrigen Nummern früher dran kommen, also nicht vor den Schaltern rumstehen mit Nummer 23 und alles blockieren, wenn gerade Nr. 5 aufgerufen ist. Die Kampftrauben vor den Schaltern wurden aber nicht kleiner, die hat das nicht interessiert, keiner wollte seine „Pole Position“ aufgeben, die er sich gerade im Ellbogengefecht erarbeitet hatte. Peinlich, so etwas !! Diese Lemminge ! Yipeeee, yipeeee, yipeeee...
Bei Costa ging der Aufruf 1,2,3,4 relativ schnell, ich hatte mich schon gewundert, ob nur jeweils 5 Personen die gleiche Nummer haben. Dann kam 6 und dann 5, was schon für etwas Verwirrung sorgte. Nach längerer Denkpause wurde dann 13 aufgerufen, wo war unsere 9 geblieben ? Als wir am Info Schalter gerade nachfragten, wurde von der Embarkation Desk schon 7-13 aufgerufen (Yeah – und jetzt alle! Auf in den Kampf !!) . Jetzt war das Chaos perfekt und das Einschiffungs Gerangel ging los, 7-13 wollten alle auf die Pole Position. Jetzt war D-Day in umgekehrter Reihenfolge (Invasion vom Land aufs Schiff). Wir haben uns zurückgehalten und sind dann als Schlusslichter an Bord, aber wenigstens ohne Krückstock zwischen den Rippen und Regenschirm im Auge etc. Sprich ganz geblieben, am Stück, körperlich unversehrt und ohne Blessuren, ganz gemütlich und locker – schliesslich sind das unsere Ferien! Unseren Teil vom Buffet haben wir sogar auch noch abbekommen, wo einige andere offensichtlich schon Angst hatten, dass nur die 5 schnellsten am Buffet etwas kriegen. Einige Leute sind nicht in den Ferien, sondern auf der Flucht, so scheint es.
Die Kabinen wurden nie wirklich per Durchsage freigegeben, so wie das sonst immer durchgesagt wurde. Irgendwann sind wir dann mal auf gut Glück runter: Schlüssel steckte, Zweitschlüssel und Costa Cards auf dem Bett, Koffer alle drin, Minibar offen...
Gefehlt hat aber nichts und die Minibar war noch vollständig.

Die Zimmerperle kam auch nicht, um sich vorzustellen oder die Kabine zu erklären (Safe etc.), das kannten wir eigentlich von anderen Fahrten. Vielleicht hatte sie noch zuviel Stress und weitere Kabinen zu richten... oder sie dachte, Pearl, die wissen eh schon alles. Was soll´s ? Wir sind auch so zurechtgekommen.


10.6. Ausfahrt aus Kiel

Wetter heiss und schwül. Saftelsaftelsaftel...

Ausfahrt war verspätet, weil Koffer vom Flughafen noch gefehlt haben. Irgendein Flug war verspätet. Da blieb für uns Zeit zum Auspacken und für die Sicherheitsübung, ohne das Auslaufen selber zu verpassen. Nur die Abfahrt der MSC Opera haben wir verpasst.
Die Rettungsübung war also noch vor dem Auslaufen und unsere Muster-Station war oben auf Deck 9 bei den Shops und der Pizzeria. Dort stand, sass und lungerte ein ziemlich unorganisierter und motzender Sauhaufen rum und es wurde auch nicht durchgezählt oder die Leute mal sauber aufgereiht (2006 rund um England waren wir im Theater, da wurde noch durchgezählt) – Schlamperei !


11.6. Seetag

Wetter immer noch heiss und schwül. Saftelsaftelsaftel...

Die Vorstellung vom Animationsteam bei der Einschiffungs-Info ging gnadenlos unter die Gürtellinie beim Vorstellen der Squok-Club-Betreuer: „ Falls sie also noch ein paar Kinder machen wollen, dann haben wir hier eine sehr gute Betreuung...“

Da kann ich nur sagen: Dumm, naiv & blöd !!

Gegen 23:55h Begegnung mit der Costa Magica in voller Beleuchtung. Die Commandantes haben sich mit der Lichterkette angeblinkt, Tröööten mit dem Nebelhorn wäre um die Uhrzeit nicht gut gekommen. Leider keine Kamera dabei.


12.6. Hellesylt / Geiranger

Begegnung mit Aida vita
Den ganzen Tag wolkenverhangen, aber unglaublich schön.
Halbtagsausflug am Nachmittag von Geiranger auf den Dalsnibba, daher morgens Fahrt durch den Geiranger schon genossen, morgens waren noch einige heftige Schauer. Die ganztags Ausflügler hat es zugeschüttet während wir von Hellesylt nach Geiranger die Fahrt unter dem Sonnensegel als Regenschutz beim Al Fresco Cafe genossen haben. Auf dem Dalsnibba selber war Nebelsuppe und sogar kurzer Graupelschauer. Tolle Abkühlung nach der Hitze in Kiel und am ersten Seetag.

Zwei Paare haben trotz gebuchter Alm-Ziegenkäse Tour die Busnr. 23 bekommen für Dalsnibba. Der Alm-Bus war schon weg und so mussten diese Leute mit uns auf den Dalsnibba. So was passiert, wenn die Leute 3 Std. zu früh bei der Busnummern Ausgabe erscheinen ( wenn ausdrücklich andere Ausflüge an der Reihe sind, ihre Busnr. zu holen) und die Costa Leute die Ausflugstickets beim Busaufkleber verteilen nicht richtig anschauen – Dumm gelaufen ! Da hat jemand mächtig gepennt, womöglich mehrere Beteiligte auf beiden Seiten.

Das Austendern lief hervorragend und die Ausflüge waren gut gestaffelt und auf das Tendern abgestimmt. Wartezeiten waren gering, auch beim Zurücktendern. Perfekt !
Die Warteschlangen bei der Aida waren beim Zurücktendern deutlich länger.
Einige unserer Kappenrentner stellten sich bei der Aida an, weil gegen Schluss (kurz vor dem Ablegen) auch unsere Schlange länger wurde und die Aida fast fertig war, dachten sie vielleicht, dass es bei Aida schneller geht – ist ja auch Costa Tochter...
Aua Aua Aua Aua Aua.... Herr, schmeiss Hirn vom Himmel !

Die Frühstückskellner waren in den ersten zwei Tagen wenig aufmerksam, vielleicht lag es auch daran, dass wir ca. 30 Minuten vor Schluss zum Frühstück sind. Irgendwie mussten wir regelrecht um unseren Saft betteln, damit wir überhaupt einen bekommen haben. Die Frühstückskarte mit dem Omelettes etc. war auch immer verschollen, vielleicht Taktik bei ½ Std vor Frühstücks-Schluss. Aber wie gesagt nur die ersten 2 Tage, danach war es deutlich besser, auch wenn wir wieder kurz vor Schluss zum Frühstück sind. Vielleicht waren die armen Kerle (und Mädels) auch einfach nur fertig von der Grundreinigung des Schiffes beim Passagierwechsel.

Toilettenpapier ist der bestgehütete Schatz bei Costa oder zumindest bei unserer Zimmerperle. Am 2. Tag hat sie liebevoll ihre Ecken an die letzten 5 Blatt unserer einzigen Rolle drangefaltet und keinen Ersatz deponiert. Das war etwas peinlich. Zum Glück gab es noch Kosmetiktücher, die mag aber das Abwassersystem nicht sonderlich. Überhaupt war die arme Perle (Mercedes, Deck 4) zeitweise etwas überfordert aber im grossen und ganzen war die Kabine sauber, bis auf Kleinigkeiten. Es gab auch noch öfters Toilettenpapier-Mangel, den wir dann aber selbst im Auge behalten haben und immer rechtzeitig Toilettenpapier nachgeordert haben.


13.6. Seetag

Klasse Wetter, traumhaft ! Aber schon etwas kühler und zugig. Polarkreis überquert. Relaxen angesagt. Sonst keine besonderen Vorkommnisse.


14.6. Tromsö

Wetter wieder ein Traum.
Ausflüge sehr gut organisiert. Unsere Reiseleiterin war eine Bulgarin, die in Tromsö studiert. Es war etwas anstrengend mit dem zuhören, aber es ging. Einigen Kappenrentnern war das schon wieder Grund genug zum Rumnörgeln. Als sie am Schluss sagte, dass sie es zum ersten mal auf deutsch machte, ging gottseidank doch noch ein Applaus durch den Bus, jeder muss ja mal anfangen !
Die Eismeerkathedrale ist sehr schön und sehenswert. Der Rest der Stadt solala, nichts Umwerfendes aber ok. Das Museum klein und bescheiden, aber doch einigermassen sehenswert und interessant. Leider ist alles „nur“ norwegisch beschriftet, nicht mal englisch. Aber Deutsch und Norwegisch sind ja ein bisschen ähnlich, manche Sachen konnte man sich zusammenreimen. Die Präsentation über die Aurora Borealis (Nordlichter) war eindrucksvoll.
Die Seilbahnfahrt in Tromsö haben wir nicht mitgemacht, meine Frau hat Höhenangst.


15.6. Seetag

Kalt und zugig, aber schön. Relaxen. Schöne Aussicht bei der Fahrt entlang der Küste von Spitzbergen.
Tenderboot Tickets wurden abgegeben für den Ausflug im Magdalene Fjord. Die Abholung war deckweise organisiert.
Teilweise wurden Walfontänen gesichtet.

Am Al Fresco Cafe wurde bei (fast) jedem Wind und Wetter gegrillt. Während die indischen Köche sich am Grill gewärmt haben, sassen die Gäste im arktischen Outfit hinten draussen beim Essen.
Die Fahrt war sehr ruhig, wir hatten mit Seegang gerechnet, es war ruhig wie ein Dorfteich. „Nachts“ strahlende Sonne... einfach nur geil!


16.6. Magdalene Fjord und Ny Alesund

Der Landgang wurde zunächst abgesagt, weil der „Sysselmann“, den wir in Tromsö aufgelesen hatten, das Plateau zum Anlanden nicht freigegeben hatte. Der Sysselmann ist eine Art Verwalter, Wildhüter, Polizeigewalt, Ranger,... von der norwegischen Regierung. Ausserdem hatten wir noch einen Lotsen an Bord.
Es war Landgang je Tenderboot von 20 Minuten vorgesehen, was einigen Kappenrentnern auch schon wieder ausreichend Grund zum Motzen gab. Da das Plateau aber vereist war und vom Sysselmann nicht freigegeben war (Unfallgefahr, Gäste könnten ausrutschen und hinfallen, der Sysselmann wollte zu Recht keine Sammelklage von Kappenrentnern riskieren, weil der „Gehweg“ nicht von 7.00h bis 22.00h geräumt war), sind die Tenderboote nur bis zum Gletscher und bis knapp vor das Plateau gefahren. Als ich nachgefragt hatte, sagte man mir, dass etwa 70 Leute pro Tenderboot vorgesehen sind. Da habe ich dann auf die Bootsfahrt verzichtet und mein Ticket zurückgegeben. Da die wenigen Scheiben am Tenderboot meist verschmutzt, verkratzt und auch blaustichig sind (UV-Schutz-Scheiben), kam ich zu dem Schluss, dass sich das zum Filmen nicht lohnt. Das Gerangel um einen Fensterplatz mit 70 Personen wollte ich mir nicht antun. Meine Frau hat teilgenommen und mir das am Ende bestätigt, dass man eigentlich nichts gesehen hat. Die Tenderboote haben allein für die Hin- und Rückfahrt schon 10 Minuten gebraucht. Da kann man sich vorstellen, wie gross doch diese Gletscher waren, obwohl sie vom Schiff aus winzig wie Spielzeug wirken. Ich habe lieber vom obersten Deck aus mit Zoom gefilmt, da kam mehr dabei raus.

Um 13.00 h waren alle am Buffet beim Essen und eigentlich war für 13:30h die Weiterfahrt nach Ny Alesund vorgesehen. Kapitän Mario Moretta hat den Sysselmann und den Lotsen für eine Besprechung auf die Brücke ausgerufen. Morgens war das Plateau noch im Schatten und ein eisiger Wind, Jetzt stand die Sonne fast senkrecht und der Wind war abgeklungen, das Plateau war „angetaut“, also begehbar. Um 13.30h war dann die Durchsage, dass der Kapitän den Aufenthalt spontan wegen der anhaltend guten Wetterlage bis 15.00h verlängert hat. Im Theater werden jetzt neue Tendertickets für den 20-minütigen Landgang ausgegeben. Im La Trattoria wurde synchron das Besteck fallen gelassen und das Schiff wurde nach 5 Sekunden buglastig. Yipeeee, yipeeee, yipeeee... Jetzt ging das Tender Ticket Gerangel los. Wir sind sitzen geblieben, das wollten wir uns nicht antun. Wir haben die Zeit an Deck genossen (es war dort so leer, weil das Theater so voll war) und uns einen anständigen Sonnenbrand geholt. Es war so herrlich ! Einige Franzosen meinten, sie haben von Deck aus Eisbären gesehen, da waren aber nur statische Schneehaufen. Alle Ferngläser starrten zu den vermeintlichen Eisbären: „Grenouille Grenouille....“ Es waren keine Eisbären zu sehen, aber ihre Spuren im Schnee waren vorhanden.
Als das letzte Tenderboot um 15.05h seine letzten Passagiere ausgeladen hatte, kam noch ein „Nachzügler“ Tender mit dem Ponton im Schlepp. Der Ponton ist übrigens dafür, dass die Kappenrentner und alle anderen beim Landgang keine nassen Füsse bekommen. Ein Kappenrentner hat mich diesbezüglich vollgequatscht, dass jetzt das eine Boot schon zu spät sei und das andere dann ja auch noch hochgezogen werden müsste – da fahren wir ja noch viel später weg, als vorgesehen. Ich überlegte, ob der jetzt seine Sportschau verpasst, oder was ? Undankbares Pack ! Die sind teilweise wirklich nur auf der Flucht und nicht in den Ferien. Wen kümmert das eigentlich, wenn wir erst 15.15h losfahren? Der Kapitän hat den Aufenthalt verlängert, damit die Gäste noch was von dem einmalig schönen Wetter haben und doch noch zu ihrem Landgang kommen. Den Motzer hätte ich am liebsten zu den Fischen geschickt ! Kielholen sollte wieder eingeführt werden, zumindest für die Härtefälle !
Am Ende der Reise bekamen wir den obligatorischen Fragebogen (Meckerbogen). Eine Gruppe Kappenrentner hat tatsächlich diskutiert: „...Unpünktlichkeit bei den An- und Ablegezeiten“. Ich dachte, ich hör nicht recht !! Die haben jede geplante Sekunde von jedem vorgesehenen Landgang gekriegt, wenn auch manchmal etwas versetzt. Es gab noch ein paar unwesentliche Verzögerungen neben der etwas längeren Verschiebung im Magdalene Fjord. Der Kapitän hat jedes Mal einen Haufen Sprit extra verfeuert, um die Verspätungen teilweise wieder aufzuholen – einschliesslich der Verspätung bei der Abfahrt in Kiel, die wohl eher eine Fluglinie zu verantworten hatte. Manchmal könnte man einfach nur draufhauen !

Durch die Verzögerung im Magdalene Fjord wurden die Tendertickets für Ny Alesund um 19.00h für die 2. Essenssitzung ausgegeben, die 1. Sitzung sollte ihre Tickets danach um 20.30 holen. Das Dumme war nur, dass die 1. Sitzung um 19.00h schon fertig war und sich dann auch schon die Pole Position erkämpfen wollte. Diese Organisation war nicht ganz durchdacht und ging voll in die Hose. Jedenfalls hat Costa daraus gelernt, mehr dazu später bei Episode „Nordkapp“. Was sich jetzt vor und im Theater abspielte, war ein Vorgeschmack auf den 3. Weltkrieg.
Trotz mehrfacher Hinweise und durchsagen strömten ganze Gruppen durch den Ausgang zum Theater herein, während einzelne Familienmitglieder ganze Ticketbündel auf der anderen Seite am Eingang abholten. Die Schlange ging vom Theater Eingang über mehrere Decks durchs Treppenhaus. Der Ausgang vom Theater war permanent blockiert durch hereinströmende und herumstehende, während die Aufgerufenen Nummern versuchten, aus diesem (Affen-)Theater herauszukommen ins Treppenhaus.

Irgendwie hielten sich alle 1500 Passagiere im Theater und im Treppenhaus auf…

Wir, als Mitglieder der 2. Sitzung, die ja als erste ihre Tickets holen sollten, kamen ziemlich als letzte dran mit der Nr. 25. Nach weiteren 1:20h nach Erhalt der Tender-Nr. wurden auch wir endlich ausgetendert und kamen noch auf Ny Alesund an.
· Voll Daneben: eine Gruppe italienischer oder spanischer Papparazzi jagt ein trächtiges Rentier-Weibchen. Na so was, ein Fotomotiv das wegrennt, da muss man doch hinterher rennen, und zwar im Rudel !!! Es gibt Fotografen, die offenbar noch nie was von Zoom gehört haben.

· Eine Italiener-Mamma hält es nicht für nötig, auf ihren ca. 3jährigen Sohn aufzupassen, während der die markierten Wege verlassen hat (Der Kleine kann ja nichts dafür). Als wir sie darauf aufmerksam machen und ihr zurufen, rennt der Kleine dem Rentier Weibchen hinterher (Die „Erwachsenen“ machen es ja vor) und bekommt mit der Nase erst mal Bodenkontakt. Die strassenstrichtauglich aufgedonnerte Mutter interessiert das nicht, sie hockt auf einer Bank und poliert ihre Nuttenstiefel, die ein bisschen Dreck abbekommen haben.

· Obwohl verboten und trotz hundertfacher Hinweise nehmen „Erwachsene“ Leute allerlei Souvenirs mit und brüsten sich damit, wie sie es an der Security vorbei ins Schiff geschmuggelt haben. Andererseits haben sie ja aber auch etwas zurückgelassen (als Ausgleich ?), nämlich Müll. Markierte Wege wurden natürlich auch verlassen, trotz Verbot. Gut, dass keine Seeschwalbennester da waren !!!

· Wir sahen die Schlange vor dem nördlichsten Postamt der Welt. Diese Bretterhütte drohte schon fast auseinanderzufliegen vor lauter Leuten drinnen und draussen. Frau Weidhase outet sich: „Ganz ehrlich, mit so grossen Schiffen kommt man nicht hierher. Dieser Ort ist so einem Ansturm nicht gewachsen.“ – Aha! Einige ihrer Vorträge zeigen die Costa Marina und die Maxim Gorkiy; Diese beiden Schiffe sind kleiner als die Costa Classica ! Dann jammert sie ab, das nächstes Jahr auch Costa mit noch grösseren Schiffen hierher kommen will. Ich bin mal gespannt, ob sie nächstes Jahr mit der Costa Magica dorthin schippert. Warum nicht, solange die Kasse stimmt !


17.6. Longyearbyen

Das Wetter war wieder topp!
Die Bustickets wurden erst am Morgen ab 8.00h kurz vor dem Öffnen des Schiffes verkauft. Eigentlich wäre es schlauer, die Tickets zu bestellen und auf die Kabine geliefert zu bekommen. Das gab fast wieder Mord und Totschlag. Nachdem einige Leute sich massiv beschwert hatten (Ich meine jetzt nicht mit dem Frühstücksbuffet) wurde neben dem Tour Office auch die Rezeption als Verkaufsstelle geöffnet. Na also – geht doch ! Die Schlange ging nämlich vom Atrium schon wieder durch den Gang hinter bis zu den Liften und Treppenhäusern. Es gab aber auch schon wieder Leute, die sich um 7.15h schon angestellt haben. Ich muss nicht überall der erste sein, bin schliesslich in den Ferien und nicht auf der Flucht, aber ständig von einer Schlange zur anderen pendeln und die halben Ferien mit Schlangestehen verbringen muss auch nicht sein. Also haben wir uns in eine Sitzgelegenheit im Atrium fallen lassen und gewartet, bis der Grosskampf wieder vorbei war.
Eigentlich braucht man in Longyearbyen keinen Bus, es kann bequem zu Fuss erlaufen werden, das wussten wir da aber noch nicht. Jedenfalls sind wir zu Fuss zurück zum Schiff gelaufen und haben auf die Bus-Rückfahrt verzichtet.

Eindrucksvoll sind hier die ganzen Kohleförderanlagen, die teils auch schon verfallen sind. Sonst ist es dort eigentlich nur ziemlich dreckig und es liegt ziemlich viel Müll und Schrott herum. Es gibt hier keine richtige Entsorgung. Unser Bus war auch etwas baufällig: in der Scheibe ein riesen Steinschlag (Scheibe völlig zersprungen), die Türhydraulikbzw. -pneumatik war auch kaputt, Türen mussten von Hand geöffnet werden und wurde mit Seilen fixiert. Hier ist es natürlich auch nicht so einfach, Ersatzteile zu bekommen, also wird gebastelt und improvisiert. Das ganze erinnerte mich irgendwie an die Dom. Rep.

Am Nachmittag waren wir wieder auf See, Kurs Honningsvag.

Beim Abendessen wurden von der Brücke aus Walsichtungen gemeldet, wir waren halt beim Futter fassen.


18.6. Seetag, abends Nordkapp und Honningsvag

Auf See Wetter verregnet und kalter Wind. Am Abend beim passieren vom Nordkapp auf See wieder besseres Wetter. Wir treffen die Costa Magica, Discovery und die C.Columbus. Auf dem Nordkapp abends – Traumwetter !!!

Den Sysselman und den Lotsen für Spitzbergen haben wir wahrscheinlich hier wieder abgeladen, oder auch erst in Hammerfest.


Die Organisation war diesmal ober-topp. Aus dem Desaster von Ny Alesund hat Costa richtig was gelernt. Diesmal bekam jede Essenssitzung gemäss Tischzeit eine Farb-Karte und somit war ein „Beschiss“ mit Vordrängeln nicht möglich. Das Abholen der Bus Tickets verlief absolut friedlich und reibungslos.

Der Ausflug war ein Traum, Zwischenstopp beim Muster Samen mit Muster Rentier, dann weiter ans Nordkapp. Die Bilder sprechen einfach für sich, da brauchts keinen Kommentar mehr. Schade ist, das auf dem schönsten Foto-Motiv der Reise dauernd Leute rumklettern. Wieso da noch eine Treppe hingebaut wurde, ist mir unverständlich. Die Treppe gehört weg und ein Zaun drumherum um den Sockel in 1m Abstand. Nicht für eine Sekunde hatte man die Chance, diese Weltkugel mal menschenleer zu bekommen für ein anständiges Fotomotiv. Dauernd sind Köpfe auf den Bildern.


19.6. Nordkapp / Hammerfest

Um 2.30 sind wir von Honningsvag abgefahren und waren um 8.00h in Hammerfest. Das war eine kurze „Nacht“. Die Innenkabine hat einen Vorteil: Sie ist auch bei Mitternachtssonne stockdunkel und man kann schlafen.

Das Wetter war immer noch recht schön...

Hier hatten sie am Morgen die Bustickets an vier Verkaufsstellen (2x Tour Office + 2x Rezeption) verkauft. Es war glatt, reibungslos und friedlich. Auch hier haben wir nur die Hinfahrt mit dem Bus gemacht und sind zu Fuss zurück. Ein Busticket ist nicht unbedingt nötig. Hier gibt es an sich nicht wahnsinnig viel sehenswertes, Einige Kirchen, den Eisbärenclub.


20.6. Seetag

Wetter: Weiss nicht. Frühstück verschlafen, Lektorin Weidhase verschlafen. Mittagessen im La Trattoria, Kabine aufgesucht und weitergeschlafen bis zum Abendessen, danach wieder geschlafen. Nach der kurzen „Nacht“ am Vortag war ein gewisser Nachholbedarf vorhanden. Überhaupt war die innere Uhr völlig durcheinander, „nachts“ immer länger aufgeblieben, weil es ja noch Sonne gab und weil das ja so faszinierend war. Die Ausflüge Nordkapp und Ny Alesund waren ja auch alle nach dem „Nacht“-essen, wen wundert es da, wenn die innere Uhr falsch herum tickt ? Am 13. hatten wir den Polarkreis überquert, heute haben wir ihn in die andere Richtung überquert. Am Abend des 20. hatten wir zum ersten mal wieder einen Sonnenuntergang um ca. 23.45h, das bedeutet aber nicht, dass es völlig dunkel wurde – nein !


21.6 Molde & Andalsness

Das Wetter war wieder nicht zu toppen – einfach klasse. Hitze bis 24° ! Da wir in der Nähe von Geiranger waren, durften wir diese Gegend auch mal bei extrem schönem Wetter erleben, nachdem ja der erste Tag im Geiranger und bei Hellesylt mit Regen und Graupelschauer auf dem Dalsnibba gesegnet war.
Die Tour an sich war sehr gut organisiert, nur am Anfang gab es Durcheinander mit den Bussen. Meine Frau und ich waren „zuviel“ in unserem ersten Bus, weil man wohl vergessen hatte, dass die Tourguide und der Costa Begleiter auch noch einen Sitzplatz belegen. So haben die beiden die Stadtrundfahrt bis zur Fähre nach Vestness auf dem Busboden vor der Eingangstür zugebracht. Einem anderen Paar auf einem anderen Bus ging es ähnlich. Auf der Fähre wurden wir dann umverteilt, weil es noch Busse mit mehreren freien Plätzen gab. Das war unser einziger Ganztages-Ausflug, der hat sich aber auch gelohnt: Trollstigen, Trollwand, Stigvossen Wasserfall und die Fjorde entlang mit dem Bus. Einfach nur geil !!


22.6. Bergen

Für die regenreichste Stadt in Norwegen war auch dieses Wetter traumhaft. Kein Regen. Zwar einige Wolken, die drohen, wehe ihr esst das Buffet heute nicht leer, aber kein einziger Tropfen Regen. Als wir anlegen, ist die C. Columbus schon da.

Bergen hat im Vergleich zu den anderen Städten viel Architektur und Geschichte zu bieten. Absolut sehenswert. Dafür haben die anderen Anlaufhäfen viel mehr Natur mit ihrer Schönheit geboten.

Am Fischmarkt haben wir den Bus verlassen und sind dann zu Fuss durch Bergen und zum Schiff zurück.
Mit tröööötendem Nebelhorn haben wir uns von Bergen verabschiedet und die C. Columbus hat uns mit Gegentröööten verabschiedet.
Das wars denn wieder, nächster Anlaufhafen ist Kiel.


23.6. Seetag

Jugendliche rennen nachts trampelnd und schreiend viermal durch Deck 4 und einmal Deck 5, das war so zwischen 2.00h und 3.00h.
Das Wetter war wieder heiss und schwül, die Pools wurden wieder benutzt.

Einige holländisch sprechende Gäste ( waren aber vermutlich einige Süd-Afrikaner dabei) sitzen am hinteren Flaggenmast und füllen sich mit ihren restlichen Weinpaketen die Lampe, so weit so gut. Wenn es dann aber ausschweifend wird, habe ich kein Verständnis mehr. Da haben sie mit ihrem Wasserglas quasi „alte Rittersleut“ gespielt und das Wasser im hohen Bogen hinter sich geschüttet. Meine Frau hat eine volle Ladung auf den Rücken bekommen und ein Berliner Paar neben uns am gleichen Tisch bekam das Wasser ans Hosenbein. Wäre das Rotwein gewesen, dann hätte es Ärger gegeben !! Meine Frau hat sich damit begnügt, diese Idioten anzuschreien, das hat die nicht im mindesten gekümmert. Jedenfalls haben sie nun das Wasser nicht mehr hinter sich „geworfen“, sondern über die Reling. Die sind doch hier nicht beim Rittermahl. Die Kellner haben das mit dem Wasser über die Bordwand gesehen, sind aber nicht eingeschritten. Wasser über Bord zu kippen ist ja auch vergleichsweise harmlos. Dann hat einer der Herren Flaschenpost gebastelt und einen grossen Zettel mit Costa Classica, Cabin Nr. XXXX in eine PET Flasche gesteckt und über Bord geworfen. Jetzt hat es mir gereicht: Das Meer verschmutzen mit Plastikmüll !! Beherzt griff ich zur Videokamera und hab der Flasche hinterhergefilmt. Den Wurf an sich bekam ich nicht mit, da war ich bereits zu spät, die Flasche selbst war auch nicht mehr zu sehen. Entweder wurde die im Schrauben-Wasserstrudel herumgewirbelt oder sie ist in die offenen Decks am Heck geflogen. Jedenfalls tat ich so, als würde ich Filmen und dann habe ich provokativ die ganze Gruppe gefilmt. Die haben nur noch blöd aus der Wäsche geschaut ! Meine Frau hat dann den Kellner geholt und informiert. Als der Kellner dann die Leute angesprochen hatte, beschwerte sich Madame Strohhut auf englisch: „Was wollen diese Leute da neben dran, wir sind ein bisschen am feiern und lachen. Darf man das nicht mehr ?“ – Doch, aber nicht PET-Müll ins Meer werfen und andere Gäste mit Getränken vollschütten. Jedenfalls sind diese Idioten dann abgedankt und haben woanders weitergesoffen. Der Kellner hat sich 100x bei uns entschuldigt, weil der arme Kerl wohl dachte, dass er jetzt Ärger durch die ganze Aktion bekommt. Wir haben ihn dann schon entschuldigt, denn schliesslich kann er ja nicht die Augen überall haben oder Babysitter spielen für Besoffene. Der Flaschenpost-Wurf war ja nur ein kurzer Augenblick, den er eben nicht gesehen hat, weil er ja noch andere Gäste versorgen muss. Wir haben ihm auch klargemacht, dass es uns egal ist, ob diese Leute „feiern“ oder besoffen sind, aber andere Gäste belästigen und das Meer verschmutzen tolerieren wir nicht. Er braucht sich aber keine Sorgen zu machen, dass er jetzt durch uns Ärger bekommt.

Am Abend beim Essen im Tivoli Restaurant fuhr die Color Fantasy an uns vorbei, so gegen 21.30h.


24.6. Kiel / Ausschiffung und Bahn-Rückreise nach Bad Säckingen

Die Ausschiffung ging schnell und pünktlich. Privileged, da wir mit Pearl Card darum gebeten hatten. Wir hatten noch eine endlos lange Zugfahrt vor uns von Kiel bis an die Schweizer Grenze / Bad Säckingen.
Schlecht war, dass wir im Ostseekai Terminal die Rolltreppe runterkamen und in die Leute, die da rumstanden mit ihren Koffern, regelrecht hineinkatapultiert wurden. Zwischen der Kofferreihe und der Rolltreppe war nur eine schmale Gasse von ca. 2m Breite. Der eine Menschenstrom ergiesst sich von der Rolltreppe herunter nach links in den anderen Strom hinein, der bereits mit Koffern von links nach rechts zum Ausgang strömt.
Ansonsten war die Organisation topp und es ging sehr flüssig, nachdem die erste Kofferreihe vor der Rolltreppe abgebaut war.

Einer unserer Trolleys war nur noch zum Tragen zu gebrauchen, das Fahrwerk war in der Gitterbox geblieben. Wir haben ein Schadensformular ausgefüllt. Die arme Costa Hostess war wieder im Stress, einige Italiener, die dringend zum Flughafen mussten, hatten ihre Koffer noch nicht. Da war richtig Stress angesagt. Wer aber schuld war, dass die Koffer fehlten, können wir nicht beurteilen. Es gibt dafür 3 Möglichkeiten: Costa Personal, Sartori & Berger oder die Gäste selbst ? Who knows...

Bis heute (29.7.07) gibt es allerdings keine Reaktion auf unser Schadensformular. Wir haben Costa jetzt direkt angeschrieben mit eingescanntem Schadensformular und Gepäckabschnitts-Banderole.

Wir sind dann vor die Türe und haben auch ganz zügig ein Taxi bekommen, mit Kofferraum und ohne schlecht gelaunten Fahrer.
Im Bahnhof ging dann wieder der Kampf um die Zugabteile und Gepäckablagemöglichkeiten los. Es war ausser der Costa Classica noch die MSC Opera und die C. Columbus in Kiel angekommen. Selbst im 1. Klasse Abteil im Zug nach Hamburg waren die Gänge voller Koffer. Da hätte kein Brand oder Panik o.ä. sein dürfen. Selbst die Schaffner hatten Mühe, die Waggons zu durchqueren.

Erschöpft zuhause angekommen, hatten wir viele Eindrücke von einer schönen Reise mitgenommen, aber auch nicht ganz so tolle Eindrücke von menschlichen Verhaltensweisen und einem Schiff, das mal wieder etwas besser gepflegt werden sollte.

Eindrucksvolle Bilder von „oben“ über Nordnorwegen, Spitzbergen und Island gibt es auch unter http://www.polarflug.de/ und zwar beim Bericht vom Flug von der Nordlandseite http://www.nordlandseite.de/berichte...ordpolflug.htm . Gefunden habe ich das über www.airevents.com , weil ich auch von Flugzeugen ziemlich angefressen bin. Spitzbergen, Grönland etc. ist auch aus der Luft sehr eindrucksvoll und der Preis dafür hat auch seine Berechtigung, aber mir ist das zu teuer und zu „stressig“ . Das bedeutet nämlich 13 Std. in einem Flugzeug mit weniger Bewegungsfreiheit, als auf dem Schiff und der Preis ist in etwa vergleichbar mit unserer 14 Tage Kreuzfahrt.

voyagetom
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  #3 (permalink)  
Old 07-29-2007, 09:24 AM
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Super Bericht, vielen Dank für deine Eindrücke.
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  #4 (permalink)  
Old 07-29-2007, 10:57 AM
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quote:
Beispiel sind die inzwischen völlig zerkratzten Aufzüge

Hallo voyagetom
die "Erstausführung" wurde auf der Kurzreise 17.bis19.5.2007 erledigt, leider.
Schön ausführlicher Bericht. Es ist eine Schande, dass kultivierte Menschen so mit fremden Eigentum umgehen.
Der Bericht steigert natürlich meine Vorfreude
Viele Grüße
Gerd
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  #5 (permalink)  
Old 07-29-2007, 11:50 AM
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Hallo,

kann mich den vorrednern nur anschließen - wirklich toller Gericht und vor allem Glück, dass Magdalenenfjord doch noch Landgang stattfand, wenn auch ihr nicht daran teilgenommen habt.

Ehrlich gesagt bin ich aber froh, wenn ich das Gedränge bzw. Ticketvergabe bei 1.500 Passagieren lese, dass ich eine ähnliche Reise mit "nur" 547 Passagieren hatte.

Aber tolle Fotos von der Sonne.

LG aus Berlin-Tina
  #6 (permalink)  
Old 07-30-2007, 11:28 PM
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Danke fürs Lob an alle !

@shiplover
Wünsche euch genauso viel Glück mitdem Wetter!
Tien hat in seinem Bericht die Schalttafeln fotografiert, könnte auch sein, dass die Aufzüge auch da schon so zerkratzt waren.
Das waren sicher keine "kultivierten Menschen" sondern dumme Proleten.

@saracen

Gegen ende waren die Tenderboote fast leer, da hätten wir locker noch an Land gekonnt. Aber es war so schön einfach nur auf Deck und in diesem Fjord verankert. Das einzige, was wir verpasst haben, ist die Gletscherzunge aus der Nähe zu sehen. Ansonsten war es einerlei, ob wir auf dem Plateau stehen oder an Deck. Daher haben wir uns auch nicht unbedingt noch an Land schippern lassen müssen.

Grüsse,

voyagetom
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  #7 (permalink)  
Old 07-31-2007, 02:52 AM
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Hallo Voyagetom!
Ganz toller Bericht! Nächstes Jahr fahren wir die Route mit der Victoria! Schade, dass die Classica so runtergekommen ist. Das fanden wir letztes Jahr auf unserer Tour nach Island eigentlich noch nicht.
Und die Erfahrungen mit der Bahn kennen wir auch, daher bevorzugen wir mittlerweile die Anreise mit dem (unter ökologischen Aspekten) teuer neu gekauftem Auto.
Viele schöne weitere Fahrten wünscht
Granitbert
  #8 (permalink)  
Old 07-31-2007, 03:25 AM
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Ach so, noch eins: Die Crux der Kreuzfahrt ist, dass es ein (der?) wirklich wachsender Markt ist. Heute kann man Kreuzfahrten zum Beispiel beim Aldi buchen. Die schönste Art des Reisens wird zum Massenprodukt. Die Frage, was zuerst da war (wie Huhn und Ei), Angebot der Reedereien oder die Nachfrage der Kunden, ist insofern irrelevant, als sich die Entwicklung ja eh nicht umkehren lässt. Also muss man damit leben, dass auf SChiffen jetzt auch die Leute unterwegs sind, die ganz andere Erwartungen und Verhaltensweisen an den Tag legen als unsereins.
Dazu kommt natürlich auch noch die Frage, was kann man bezahlen und was ist zum Beispiel auch familientauglich? Auch für eine längere Fahrt!
Aus letzterem Grund habe ich mich zum Beispiel in Hinblick auf 2008 für ein größeres Schiff entschieden, wohl wissend, dass ich dann auch wieder Momente haben werde, wo ich mich ebenso wie Du ärgere über Kappenrentner oder andere egoistische Leute. Die wissen aber meist gar nicht, dass sie Grund des Ärgers sind, denn die kennen Kreuzfahrten im Sinne, wie wir sie verstehen nicht.Sie kennen aber zum Beispiel Bustouren mit Schnittchen (aber leider nicht genug) oder Partystimmung im Landgasthaus oder von mir aus auch am Ballermann) Schade,aber wo ist die Alternative in der Entwicklung? Der Markt will, muss, will, wird wachsen.
Alles Gute, Granitbert
  #9 (permalink)  
Old 07-31-2007, 04:06 AM
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Guten Morgen,

klasse Bericht!

Nun verstehe ich einiges...

1. Ich hatte wegen 2 Tage auf dem Schiff einfach nicht geschafft, die Phase des Frühstücksservices zu erleben, dass wirklich Saft und Omelettes serviert werden, ohne dass man böse werden muss... Erst ab dem 3. Tag wird also dieser Service angeboten...

2. Die zwischenzeitliche Einführung eines QM-Systems ist doch wirklich als tolle Verbesserung zu werten, die ja auch nichts kostet.

3. Du kannst doch nicht einfach meine Bilder klauen... Eure 4072 sieht wohl fast genauso aus, wie unsere 4099. Schade, dass es doch kein Einzelfall ist, wie mir versucht COSTA klarzumachen. Da bleibe ich lieber auf meinem 41 Jahren alten Schiff...

Zum Zustand: ich fürchte, dass sich zumindest da unten nichts mehr tun wird, wenn nicht mal so Kleinigkeiten, wie die WC-Sitz-Fixierung mehr ersetzt werden...

Das Schiff soll ja verkauft werden...

Hier im amerikanischen Fernsehen läuft die Doku-Soap-Serie "Sell the house", in der unverkäufliche Objekte für die Besichtigung und Marktfähigkeit aufgemotzt werden... Vielleicht sollte ich das Schiff mal da vorschlagen...

Ein lohnenswertes Ziel -
ein anderes Schiff -
vor allem ein kleineres Schiff...

... und wir sind auch mal dabei.

Danke für die Berichte.

Gruß
HeinBloed
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  #10 (permalink)  
Old 07-31-2007, 04:28 AM
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Hej,

ich fand den Bericht sehr ausführlich und aufschlussreich, mir hat jedoch die Wortwahl nicht immer gefallen, denn bei aller berechtigten Kritik kann man diese auch anders formulieren. Wenn schon die Gürtellinie erwähnt wird - für mich landen z. B. Begriffe wie "Sauhaufen" und "Nuttenstiefel" auch nicht unbedingt oberhalb derselben.

Nix für ungut, dies ist meine Meinung.

Viele Grüße
Susanne
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