Eine weitere Gefahr (hauptsächlich auf Frachtern wegen der größeren Freiflächen) ist Wasser auf Deck. Bekommt man beim eintauchen in die Wellen zu viel Wasser an Deck (man nennt das "grünes Wasser"), ist die Stabilität massiv gefährdet.
wer wissen möchte, was ein schwerer Sturm mit einem Schiff anfangen kann, sollte mal auf diese Site gehen. Dort wird der Untergang des MT Böhlen beschrieben. Der Bericht ist sehr authentisch und wird durch viele zusätzliche Dokumente belegt.
Der Tanker fuhr damals (1976) für die DDR-Staatsreederei DSR und war auf dem Rückweg von Venezuela unterwegs nach Rostock.
Aufgrund mangelhafter Schiffsführung einerseits und schlechtem Wetter andererseits kam es zu der infolge unausweichlichen Katastrophe.
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Ich selbst hatte Anfang der 80er Jahre das zweifelhafte "Vergnügen" fast in Seenot zu geraten.
Wir waren damals mit dem Schiff (normaler Stückgutfrachter) zurück unterwegs von Westafrika nach Holland und hatten sogenannte "Logs" sowohl im Laderaum als auch an Deck geladen. "Logs" sind riesige Baumstämme, zum Teil Eisenholz (also schwerer als Wasser).
In der Biskaya wurden wir so von einer Breitseite getroffen, dass sich das Schiff nach einer Krängung von ca. 35° nicht mehr voll aufrichtete. Was war passiert: die auftretenden Kräfte waren so groß, dass die Ketten, mit denen die "Logs" gelascht waren, zum Teil gerissen waren, so dass etliche der Baumstämme durch den Laderaum kullerten. Wir hatten anschließend eine Dauerschlagseite von 18 oder 20°. Jetzt wurde es gefährlich. Die nächste Welle hätte uns schon den Rest geben können. Die Schiffsführung reagierte hier richtig. Das Schiff wurde gedreht, Geschwindigkeit rausgenommen und die nächsten 1 1/2 Tage wurde abgewettert. Die Mannschaft machte nur noch das Notwendigste, um den Schiffsbetrieb aufrecht zu erhalten. Wir wurden darauf vorbereitet das Schiff verlassen zu müssen. Also das Notwendigste zusammen packen, Überprüfung der Rettungsmittel usw. Nachts gingen wir mit unseren Schwimmwesten schlafen. Wenn ich mich nicht irre, hatte der Kapitän damals auch eine Dringlichkeitsmeldung abgesetzt, das ist die Vorstufe von SOS.
Zum Glück besserte sich das Wetter in den nächten zwei Tagen, so dass wir ohne weitere Probleme den nächten Hafen erreichten.
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Ich bitte, dies nicht als Panikmache zu verstehen. Es ist interessant zu sehen, wie sehr der Mensch doch von subjektiven und objektiven äußeren Einflüssen abhängig ist.
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maritime Grüße aus Mülheim
Peter
MSC Melody 2000 u. 2001, MS Delphin 2002, MS Delphin Renaissance 2003, TS Maxim Gorki 2004, Aida Vita 2005, Color Fantasy 2005, MSC Sinfonia 2006, MS Millenium 2007, MS Nestroy 2007
wir waren im September 2004 mit der "Norwegian Wind" zwischen den Hawai'i-Inseln und Kiribati (je Strecke ca. 63h über offenes Meer) unterwegs und hatten recht angenehmes Wetter. Innerhalb des hawaiianischen Archipels war es ruhig, auf dem Weg nach Kiribati/Tabuaeran hatten wir 5-6 Windstärken. Auf dieser Strecke soll es aber auch schon mal ein wenig rauher zugehen.
Wünsche euch eine gute Reise und mach' dir nicht zu viele Gedanken. Die Südsee ist einfach traumhaft und Hawai'i das schönste Ziel, das wir je bereist haben.
Hallo KF-Freunde,
ich war im Juli/August 2005 auf der Aida-Blue, als während der Fahrt von Bergen Richtung Geirangerfjord Windstärke 11 aufkam, das hat ganz schön gerappelt. Selbst der Kapitän (Böttcher) hat Ähnliches auf der Route noch nicht erlebt.
Trotzdem gure Fahrt!
Peter
- 2006 - Lirica - Westeuropa
- 2006 - C. Atlantica - Östl. Mittelmeer
- 2006 - C. Atlantica - TA
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69-Wolga/Don, o4/Arosa-Blu, 04/ Albatros, 05/ Aida - Blu 05/ Marco Polo, 05/ Aida - Blu,06/ - Rhapsody, 06/ MSC Lirica, 06/ Costa Atlantica, 06/ Costa Atlantica/ 07/ Norw. Gem / 07/ Jewel of the Seas 08/ MSC Sinfonia - Buenos Aires-Rio - Venedig/ 08 - Aida Bella
Also was stürmische See betrifft, kann ich gar nicht genug Erlebnisberichte hören bzw. lesen.
@Tomosti - vielleicht könntest Du bei Gelegenheit, und wenn Du möchtest, ein bißchen was über Deine Cruise auf der Costa Europa erzählen? Wie hat sie das Trockendock überstanden, hat man viel verändert (weiß ja nicht, ob Du sie vorher kanntest), bzw. was hat man verändert - und merkt man überhaupt was davon??? Vorsichtshalber der Hinweis auf den Costa Europa Thread (natürlich nur, wenn Du berichten möchtest!)
Als alter Binnensegler weiß ich natürlich in der Theorie, wie man beidreht (Fock back, Groß dicht, Pinne auf Anluven), aber am See hat das glaub ich in der Praxis noch nie jemand versucht. Außerdem eine 7m Nußschale beidrehen, naja, schwer vorstellbar. Im Extremfall holt man das Groß runter und fährt mit der Fock heimwärts.
Aber auf einem ordentlichen Schiff ist ein Sturm schon ein Erlebnis! Die Costa Europa war mir im vergangenen November ja fast ein wenig zu ruhig, wenn ich da an die deutlich kleinere Costa Marina denke!!! Da kippten schon mal Teller, Flaschen und Gläser von den Tischen, der prominente Mitreisende fiel vom Stuhl (könnte auch am Whiskey gelegen haben) und im Speisesaal wurde das Suppenservice eingestellt (Verbrühungsgefahr). Binnen kürzerster Zeit war der Speisesaal zu 2/3 leer.
In einer Kabine war offenbar der Fernseher nicht gut genug befestigt und landete im Bett (Gott sei Dank am Fußende) und in einer weiteren Kabine löste sich eine Aluplanke von der Decke..... und auch einige Crewmitglieder waren nicht im Dienst - weil unpäßlich.
A propos: Habe einem lieben Bekannten, der Crewmitglied auf der Costa Europa war, und mit dem ich nach wie vor in e-mail-Kontakt stehe, einen Screenshot der Webcam geschickt und gefragt, wie sich ein derartiger Sturm auf genau diesem Schiff anfühlt. Er antwortete prompt und die Antwort war geradezu göttlich - ich hatte leider vergessen, daß der arme Kerl selbst ziemlich unter Seekrankheit leidet, weshalb wir ihm auch dann unsere Tabletten, die wir rein präventiv mithatten, schenkten: "Really its hard to work during rough sea and the ship is too much moving. Well, this is normal already for the people who are working and had an experience from the smaller ships before. Head ache, strongless or weak, stomach problems like ready to vomit, feeling tired, can't move too much, and concentration was less to do something with your work."
Alleine die Vorstellung, man bestellt sich gerade einen Cocktail an der Bar - und der Bartender fühlt sich "ready to vomit", na bravo. Ich beneide wirklich niemanden, der seekrank wird - und unter diesen Bedingungen noch arbeiten müssen, nein danke.
Für unsereins dagegen ist ein ordentlicher Sturm ein wunderbares Urlaubserlebnis, an das man sich gerne erinnert - andere haben absolut kein Vergnügen daran...
unsere erste Kreuzfahrt ab Miami (Mercury, Februar 1998) begann gleich am ersten Abend bei stürmischer See (Windstärke 11) mit einem "crash" einer Glaspyramide im Speisesaal. Selbst eine ältere Dame an unserem Tisch, die bereits ihre 82! Kreuzfahrt absolvierte, hatte noch nie eine solch stürmische Fahrt erlebt. Seither - uns hat die unruhige Premiere nicht abgehalten - haben wir bei unseren 10 weiteren Cruises keine annähernd so stürmische See mehr erlebt.
Im übrigen hört die klassische Windstärkenskala (Beaufort) bei 12 (Orkan = engl. Hurricane) auf. Erst in jüngerer Zeit wird die Skala linear nach oben fortgesetzt 56-64 kt = Windstärke 12, 64-72 kt = Windstärke 13, 72-80 kt = Windstärke 14, usw. (1kt = 1Knoten = 1Seemeile pro Stunde = 1,852 km/h). Dabei wird definitionsgemäß die Windgeschwindigkeit in 10 Meter über Grund über 10 Minuten gemittelt betrachtet. Böen liegen meist erheblich über dem Mittelwind. Eine 200km/h-Bö = 108kt-Bö ist demnach nicht mit Windstärke 18 gleichzusetzen!
ich bin einmal mit der QE2 zwischen Neuseeland und Australien in einen sehr starken Sturm gekommen. Aber da ich mir dachte, dass diese alte Grand Dame schon mehrere Stürme während ihrer Dienstzeit erlebt hat und der Commodore höchstpersönlich das Schiff führte, habe ich diesen Sturm nur genossen.
Ein fundamentales Erlebnis, dass einem zeigt, wie stark die Natur sein kann.
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Have a great day,
Petra
Zenith, Costa Victoria, Voyager of the Seas, Deutschland, European Vision, QE2, Costa Fortuna, QM2, Costa Mediterranea, Costa Concordia
ohne das herabspielen zu wollen, aber bei schwerem Wetter sowie bei schlechter Sicht ist der Kapitän von Gesetz wegen verpflichtet, das Kommando zu übernehmen. Soll nur eine Info sein, keine Klugsch...erei
Meine erste "Sturmfahrt" habe ich übrigens auch auf der QE2 erlebt; 1997 während einer Transatlantik im April. Der Queens Grill liegt ja recht weit vorne und oben; war wie Achterbahn fahren. Ging eigentlich soweit, bis sich eine Dame zwei Tische weiter über den Tisch erbrach...da war's dann auch bei mir vorbei
Hallo,
wir hatten am Atlantik von Cadiz nach Madeira Windstärke 10 (lt.Kapitän), es war schon ziemlich heftig und auch ich hatte ein "mulmiges" Gefühl in der Magengegend, Gott sei Dank blieb es dabei !! Das Schiff war jedenfalls wie leergefegt und die paar, die sich wackelnd und im Matrosenschritt blicken ließen, hatten auch blasse Gesichter
Und 1 Jahr später hatten wir auf dem Weg von Cannes nach Barcelona so starken Seitenwind. Das war auch nicht lustig, man hatte immer das Gefühl, das Schiff kippt jetzt nach rechts weg/um, jedenfalls hatte man Mühe, halbwegs am Sessel sitzen zu können, die Gläser rutschten nach rechts.....etc...
Im Nachhinein (da ja Gott sei Dank nichts passiert ist!!) belächelt man das Ganze, aber...... - ich möchte es nicht mehr erleben !
ja, aber ganu dieser Commodore hat es zugaelassen, die QM2 in Fort Lauderdale gegen den Kanal fahren zu lassen. Man sollte sich eigentlich nie zu sicher sein.
Trotzdem hatte ich damals ein Gottverdrauen, das es zuließ, dass ich die Situation geniessen konnte.
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Petra
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Ay, Ay, Käpt'n,
ich hab grad gelesen, dich hat's auch schon erwischt.
Während meiner Fahrenszeit bei der Marine, vier Jahre war ich bei dem Haufen, ist schon etwas her, hatten wir auf dem Versorger Meersburg einen Käpt'n, ein Schleifer vor dem Herrn, dem nichts mehr Freude bereitete, als nachts um 03:00 Uhr auf der Alarmglocke zu sitzen. Es sei denn der Kahn fing an zu schlingern und zu stampfen, da war ihm schlecht und wir hatten unsere Ruhe, welch Wohltat. Wobei ich hier auch nicht behaupten will, du seist ein Schleifer, ist auch nicht so ernst gemeint.
Gruß
Klaus