na......wer hat den film gesehen??
ist schon erschütternd,5jahre umsonst an bord ......2 tote....kein geld..und die träume von ihrem schiff.....sind auch geplatzt!
Der Film ist sehr authentisch gemacht. Ich kann mich sehr gut an die Leute erinnern.
Der ganze Prozess um den Ankauf des Schiffes kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen.
Insgesamt sind 3 Matrosen verstorben aber besonders der Tot von Anatoly hat uns damals sehr mitgenommen, er wäre immerhin fast nach Hause gefahren, seine Familie hat gewartet und dann das... War schon schlimm.
Die ganze Crew hat, mit den Mitteln die sie hatte, ganz tolle Arbeit geleistet. Das kann ich nur immer wieder sagen. Geld haben sie letztendlich, wenn auch verspätet, doch bekommen. Aber irgendwie entschädigt auch das nicht richtig für die ganzen Jahre an Bord.
Wenn ich mal etwas mehr Zeit habe, setze ich mich mal dran, das ganze zusammenzuschreiben, mit Auszügen aus dem Logbuch usw.
Leider weiss ich nicht genau, was Kapitän Lobanov momentan macht. Die meisten der Crew fahren wieder zur See.
was leider in dem Film nicht so rausgekommen ist, mit welchen Mitteln hat die Crew die ganzen Jahre eigentlich gelebt? Sehe ich es richtig, das die Black See Shipping Company Ihre Verpflichtungen nicht mehr zahlen konnte und deshalb das Schiff in Neapel festgesetzt wurde? Wer hat dann die Leute in den Jahren bezahlt/Sprit/Farbe für s Boot... ? Und wie kann es eigentlich sein, daß drei Menschen sterben? Alt waren sie ja nicht, gab es Krankheiten, wurde im Winter nicht geheizt?
In Odessa wurde das Schiff dann ja wieder weitere Jahre geparkt, dort dann aber von der neuen Crew gewartet? Haben die alten Leute das Schiff jemals wieder besucht?
Tja, aknn man nur hoffen, das die übrig gebliebenen einen guten Job gefunden haben.
ja die Crew hat nur sporadisch Geld über die Ukrainische Botschaft bezogen, das war aber eher weniger als mehr. Sie haben sich hauptsächlich durch Spenden von Kirchen und anderen Organisationen über Wasser gehalten. Auch, wenn andere Ukrainische Schiffe wie. z.B. PALMIRA, MAXIM GORKIY oder andere in Neapel lagen, gab es Lebensmittel und Material. Man hat die Crew immer unterstützt.
Das Schiff wurde als Pfand für offene Rechnungen der BLASCO in Neapel arretiert. So hatte u.a. die HDW-Werft in Kiel noch offene Forderungen, auch andere supplying-Firmen. Es handelte sich hierbei nicht mal unbedingt nur um Forderungen, die mit der ODESSA selbst zu tun hatten als vielmehr mit vielen anderen Schiffen der Schwarzmeeflotte.
Das Problem bei dem Tod der Matrosen war in einem Fall ein Herzinfarkt, im zweiten Fall hatte es ebenfalls mit Kreislauf und Herzbeschwerden zu tun. Anständig hospitalisieren konnte man die Seeleute nicht, denn die Italienischen Krankenhäuser sahen ihre Fälle schwimmen, wenn sie zahlungsunfähige Leute aufgenommen hätten, zumal noch aus der Ukraine... so traurig es auch klingen mag.
Strom und Wasser wurde über Versorgungskabel von Land gebunkert, allerdings auch nur sehr begrenzt. Mit der Heizung im Winter war es ebenfalls ein Problem - die gab es nicht. Zum Glück war es in Neapel wenigstens nicht ganz so kalt, wie im nördlichen Europa.
In Odessa hat eine neue Mannschaft von der Odessa Shipping Company die Wartungsarbeiten aufgenommen. Hier wurde aber regelrecht renoviert, nicht nur instandgehalten. Ausserdem hatte die Crew Abends Feierabend und konnt nach Hause und wurde zudem noch mit regulärem Gehalt bezahlt. Es war eine ganz andere Situation, das Schiff war ja nicht mehr unter Arrest !
Die Crew in Neapel hatte quasi keine freien Möglichkeiten und dennoch haben sie alles daran gesetzt, das Schiff zu gut wie möglich instand zu halten.
Von der alten ODESSA-Crew waren einige wieder mit Freude bei der Sache, als es darum ging, sie technisch wieder flott zu machen. Alles voran der Chief Electric Engineer und die gute Seele der ODESSA, die sogar bis zum Schluss noch die original Blumen in den Lounges gegossen und liebevoll gepflegt hat.
Wir haben das Schiff lange mit "seiner" Crew identifiziert, auch als das Schiff nach der Ankunft in Odessa ganz anders gefeiert wurde und eigentlich niemand über die Wachmannschaft gesprochen hat.
Dennoch, ohne die 11-köpfige (später leider nur noch 7) Wachmannschaft glaube ich kaum, dass die ODESSA noch reelle Chancen gehabt hätte, wieder in fahrt zu kommen. Die Leute waren einfach klasse und haben aus ihrer Situation das beste gemacht !