Hi Luigi,
das ist eigentlich ganz simpel: Vorne auf der Back steht dann ein Beatzungsmitglied und gibt die Informationen per Funk an die Brücke weiter. Wenn die da oben dann noch in der landseitigen Nock stehen, geht das ganz gut, wie ich beobachten konnte. In Helsinki habe ich bei einem kleineren Frachter das sehr langwierige Ablegemanöver in dickem Eis direkt auf der Brücke mitverfolgen können. Das ging immer in kleinen Schritten vor und zurück, bis man richtig frei war... Hat ganz schön gedauert.
Die Aufbauten sind meist aus ganz profanen wirtschaftlichen Gründen so weit hinten. Wäre die Brücke vorne (mit der Maschine drunter) hat man entweder einen langen Wellentunnel durchs ganze Schiff oder man müsste ich Heck einen gesonderten Maschinenraum einrichten. Beides kostet aber wertvollen Frachtraum.
Aber es muss eine Sichtlinie eingehalten werden, die Container vor der Brücke dürfen nur so hoch gestapelt werden, dass man in einem bestimmten, abwärts gerichteten Winkel nach vorne blicken kann. Was direkt vor dem Schiff ist, sieht man dann zwar immer noch nicht, aber das ist in Fahrt und bei der Trägheit des Schiffes eh nachrangig. Entweder rummst es oder es rumnmst nicht...

Diese Sichtlinie ist meines Wissens auch ein Grund, warum bei den richtig großen Schiffen wie der Emma Maersk die Brücke wieder weiter nach vorn gewandert ist.
Komfortabler ist die "hintere Brücke" auch, habe ich mir sagen lassen. Vorne bekommt man bei schwerer See ja alles ab und "fährt auch mehr Fahrstuhl". Aber ich glaube, Komfort ist nicht der ausschlaggebende Punkt in der Frachtschifffahrt.
Grüße
Helge