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  #1 (permalink)  
Old 07-03-2004, 09:46 AM
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Join Date: Oct 2002
Location: Allgäu
Posts: 67
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Toll, Hapag-Lloyd hat es Deilmann hat es, das ISPS Zertifikat.
Doch jetzt mal meine laienhafte Frage: Was ist denn das genau. Ich weiß nur soviel, dass Schiffe und Häfen sich nach ISPS der IMO zertifizieren haben lassen müssen (bis zum 01. Juli 2004) und dass es sich hier um eine Zertifizierung der Sicherheitsstandards handelt.

1) Was versteht man gemäß ISPS denn genau unter Sicherheitsstandards?
2) Welche Konsequenzen hat es für ein Schiff (und somit auch für mich als treudoofer Passagier), wenn es noch nicht nach ISPS zertifiziert ist?
3) Wo kann ich denn als Passagier nachschauen, ob ein Schiff nach ISPS zertifiziert ist, wenn die Reederei keine Angaben dazu macht (auf der Homepage oder im Katalog)

Freue mich schon wieder auf die vielen Antworten der Kreuzfahrtspezialisten hier im Forum.

Viele Grüße

Ernst
  #2 (permalink)  
Old 07-03-2004, 09:46 AM
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Join Date: Oct 2002
Location: Allgäu
Posts: 67
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Toll, Hapag-Lloyd hat es Deilmann hat es, das ISPS Zertifikat.
Doch jetzt mal meine laienhafte Frage: Was ist denn das genau. Ich weiß nur soviel, dass Schiffe und Häfen sich nach ISPS der IMO zertifizieren haben lassen müssen (bis zum 01. Juli 2004) und dass es sich hier um eine Zertifizierung der Sicherheitsstandards handelt.

1) Was versteht man gemäß ISPS denn genau unter Sicherheitsstandards?
2) Welche Konsequenzen hat es für ein Schiff (und somit auch für mich als treudoofer Passagier), wenn es noch nicht nach ISPS zertifiziert ist?
3) Wo kann ich denn als Passagier nachschauen, ob ein Schiff nach ISPS zertifiziert ist, wenn die Reederei keine Angaben dazu macht (auf der Homepage oder im Katalog)

Freue mich schon wieder auf die vielen Antworten der Kreuzfahrtspezialisten hier im Forum.

Viele Grüße

Ernst
  #3 (permalink)  
Old 07-03-2004, 01:19 PM
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Join Date: Jul 2002
Location: Nordenham/Germany
Posts: 841
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Moin Ernst, zunächst ist ISPS (International Ship and Port Facility Security) eine Sache, die mir als Nautiker als auch als Schiffsfotograf dermaßen den Kamm schwellen lässt, daß ich es kaum in Worte zu fassen vermag. Die Amerikaner haben hier (mal wieder) in ihrer unermesslichen Arroganz und mit ihrer geradezu abstrusen Paranoia der Welt ihren Stempel aufgedrückt. Banal gesagt, dient der ISPS-Code der Terrorabwehr, jedoch mehr auf dem Papier als anderswo. Sämtliche Schiffe und Häfen, die in die USA wollen bzw. aus denen Schiffe die USA anlaufen, haben gemäß diesem Code zertifiziert zu sein. Das heißt, die Häfen sollten nach Möglichkeit komplett dicht gemacht werden, kein "Zivilist" darf sich einem Schiff mehr als 30m nähern und Schiffe haben ernorme Auflagen zu erfüllen wie Zugangskontrollen etc. Dies bedeutet für den Reeder sowie für den Hafen eine (noch) unüberschaubare finanzielle Mehraufwendung, die logischerweise nach und nach auf den Kunden (also sprich irgendwann uns) umgelegt wird. Containerfrachtraten, Hafengebühren werden steigen, der Kreuzfahrtpassagier wird mittels Sicherheitsgebühren zur Kasse gebeten. Aber was soll es bringen? Bitte ziehe den Vergleich zur Luftfahrt: Auch dort existieren bereits seit langem scharfe Sicherheitsvorkehrungen und trotzdem war es den Attentätern vom 11. Sept. möglich, mehrer Maschinen zu entführen. Und genauso wird es nach wie vor möglich sein, ein Schiff zu attackieren. Was macht ein Schiff, wenn ein Sportboot auf es zufährt? Nichts...genau das hat sich die BEsatzung der USS Cole in Aden auch gedacht und sie sind trotzdem in die Luft geflogen.
Die Auswirkungen für Schiffe, die noch nicht über das ISPS-Zertifikat verfügen, ist die, dass diese einfach nicht in US-Häfen eingelassen werden. Den ersten Fall gab es gestern, in dem einem kolumbianischen Frachtschiff die Einfahrt in den Hafen von Miami verweigert wurde. Das würde auch einem Kreuzfahrtschiff passieren, das nicht über das Zertifikat verfügt. Mehr auch nicht...
Ich sage mir: Wenn die Welt es darauf ankommen lassen würde; dann würden eben alle Schiffe wieder zurück geschickt. Es würde keine drei Wochen dauern und wir würden das Gejaule der Amis bis Europa hören! Aber das traut sich natürlich wieder niemand. Der größte Hohn an der Geschichte ist jedoch, daß die Amis selbst nichts mit ISPS anzufangen wissen. Die eigenen Häfen erfüllen nur zum geringen Teil den Code und die Navy weiß noch nicht mal, was ISPS überhaupt ist. Mir liegt ein etwa ein Monate alter Kapitänsbericht eines deutschen Frachters vor, der im Mittlemeer von einer US-Fregatte angefunkt wurde mit der Bitte um Mitteilung von Name, Ladung und Zielort. Nachdem der Kapitän den Krieger gemäß ISPS zunächst aufforderte, sich durch Namen und Rufzeichen zu identifizieren, herrschte erstmal Stille. Dann kam die Fregatte in Höchstgeschindigkeit angerauscht, setzte sich neben den Frachter und bedrohte ihn mit seinen Bordgeschützen. Der Frachterkapitän forderte den Krieger erneut auf, sich gemäß ISPS zu identifizieren. Und nun der Hammer: Die Antwort kam und lautete: Was bitte ist denn ISPS? Noch Fragen? Ein anderer Fall: Ein deutscher Frachter wurde vor mehreren Wochen vor der US-Küste von der Coast Guard gestoppt. Als die Beamten an Bord kommen wollten, wurden sie höflich aufgefordert, sich ISPS-gemäß auszuweisen. Daraufhin zogen sie ihrer Waffen, trieben die Mannschaft auf der BAck zusammen und durchsuchten vier Stunden lang das Schiff. Aufgrund der Verzögerung wurde der Liegeplatz des Schiffes anderweitig vergeben, so dass es zu einer GEsamtverzögerung von über 24 Stunden kam, was in hier zu Ausfällen im 5stelligen Bereich führt!

Ich für meinen Teil kann sagen, daß sich meine frühere Aufgeschlossenheit ggü. den USA inzwischen in pure Ablehnung gewandelt hat. Sollte ich nicht zwingend beruflich in dieses Land müssen, werde ich es tunlichst vermeiden, einen Fuss in dieses kriegstreiberische und unerträgliche Land zu setzen!

Sorry für diesen Ausfall, ich hoffe, lieber Ernst, Deine Fragen wurden trotzdem zum Teil beantwortet...
__________________
Viele Grüße

Stephan
  #4 (permalink)  
Old 07-03-2004, 02:18 PM
Raoul Fiebig's Avatar
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Join Date: Jun 2002
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Moin Stephan,

ich kann Dir im Grunde nur zustimmen. Allerdings stimmt es mich ein wenig positiv, daß auch vielen Bürgern der Vereinigten Staaten langsam klar wird, daß ihre Regierung im Begriff ist, die ganze Welt gegen sich aufzubringen (zumindest die Bevölkerungen, auch wenn die Regierungen oftmals kuschen). Viele meiner amerikanischen Freunde sagen mir heute: "Ja, ja - Ihr hattet ja von Anfang an recht."

Symphatisch ist mir da übrigens die brasilianische Regierung, die als pure Schikane und geradezu die US-Behörden karikierend von amerikanischen Bürgern (und nur von denen!) bei der Einreise Fingerabdrücke nimmt (mit 'nem richtig Dreck machenden Stempelkissen), Fotos macht und Fragen stellt. An sich eine bodenlose Unverschämtheit, aber es geht wohl nicht anders als den USA den Spiegel vorzuhalten. Interessant dabei: Die Proteste in Amerika sind groß. Eine Unverschämtheit, so was kann man mit Amerikanern doch nicht machen!!!
__________________
Best regards,

Raoul Fiebig

  #5 (permalink)  
Old 07-03-2004, 02:34 PM
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Join Date: Jul 2002
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Stimmt, vor den Brasilianern kann man nur den Hut ziehen...Mut zur Lücke!

Bleibt nur zu hoffen, daß die amerikanische Bevölkerung reagiert und der aktuellen Regierung bei der nächsten Wahl den LAufpass gibt und dass Kerry verspricht, was er hält. Aber selbst dann wird ISPS nicht von heute auf morgen in der Schublade verschwinden, dafür wurde bereits zu viel investiert...
__________________
Viele Grüße

Stephan
  #6 (permalink)  
Old 07-04-2004, 08:04 AM
Patrick Wetter's Avatar
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Join Date: Feb 2003
Location: OSC Luxemburg
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Hallo ihr beiden,

ich stimme Euch in jedem einzelenen Punkt voll zu. Ich werde mich hüten, in der näheren Zukunft auch nur in die Nähe der USA zu reisen. Das ganze Theater dort möchte ich einfach nicht mitmachen.

Patrick
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Patrick Wetter

Odessa Shipping Company

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  #7 (permalink)  
Old 07-04-2004, 08:39 AM
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Join Date: Dec 2003
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Posts: 208
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Moin zusammen,

bin vorhin mit der Fähre aus England zurückgekommen. Als ich in Cuxhaven am Pier das Schiff (Duchess of Scandinavia) fotografieren wollte, sprang mir ein Krawatte tragendes Männchen in den Weg und rief "Not allowed, not allowed!!!"

Sind jetzt auch Kameras eine Bedrohung? Oder habe ich mir verdächtig gemacht, weil ich die Gruppe etwa 10m verlassen habe?

Gruß,

Lutz
  #8 (permalink)  
Old 07-04-2004, 10:29 AM
Raoul Fiebig's Avatar
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Join Date: Jun 2002
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Posts: 8,512
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Hallo Lutz,

so ändern sich die Zeiten leider. Auch als fotografierender Shiplover ist man inzwischen ein potentieller Terrorist. Im Editorial der aktuellen "Ferries" wird sogar eindringlich davor gewarnt auf einem Hafengelände zu fotografieren, gerade im Mittelmeerraum. Sonst könnte man schneller hinter schwedischen Gardinen sitzen, als man sich versieht.
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Best regards,

Raoul Fiebig

  #9 (permalink)  
Old 07-04-2004, 01:39 PM
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Posts: 1,292
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Es ist schon ein Trauerspiel. Ich bin zwar kein guter Fotograf aber hier und da mache ich dann doch auch schon mal gerne eine Aufnahme. Aber es könnte ja wer weiss was in einer Kamera versteckt sein....
Bezüglich der Aufnahmen von Fähren im Mittelmerrraum geht es allerdings wohl eher um ganz andere Gründe. Besonders die Reeder der älteren griechischen Einheiten sehen hier oftmals rot wenn jemand mit einer Kamera umhergeistert. Das hat aber dann wohl mehr mit dem Schiffszustand zu tun als das man vor etwaigen Terroranschlägen Angst hätte.
Dennoch, allgemein werden die Schiffe heutzutage leider immer mehr abgeschirmt. Bringen tut das ganz doch letztendlich nichts.

Patrick
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Patrick Wetter

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Tags
frachtschiffe, sicherheitsstandards


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